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Grimma Schulbegleiter: Landkreis Leipzig kündigt Vertrag mit Torgauer Verein
Region Grimma Schulbegleiter: Landkreis Leipzig kündigt Vertrag mit Torgauer Verein
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19:00 06.02.2019
Der Landkreis Leipzig hat die Zusammenarbeit mit einem Torgauer Verein gekündigt, der in der Region Schulbegleiter beschäftigt hatte. Quelle: dpa
Landkreis Leipzig

Probleme mit Schulbegleitern im Landkreis Leipzig: Auch das Bornaer Landratsamt hat sich von einem Trägerverein mit Sitz in Torgau getrennt, der ins Zwielicht geraten ist. Zuvor hatte der Landkreis Nordsachsen Strafanzeige gegen den Verein Jung Engagiert Sozial (JES) gestellt, der als Träger der Schulbegleitung im Landkreis Nordsachsen fungierte.

Die betroffenen Eltern in Nordsachsen hatten vor zwei Wochen ein Schreiben ihres Landkreises erhalten, in dem ihnen die sofortige Trennung mitgeteilt wurde.

Die E-Mail war an einem Freitagmittag bei den Familien eingegangen und hatte für einen Schock gesorgt. „Ich habe die Eltern der anderen Kinder in der WhatsApp-Gruppe über die Situation informiert und sie um Unterstützung gebeten“, hatte Diana Pretzsch, eine betroffene Mutti, erklärt. Bei ihrem Sohn gehe es ja noch einigermaßen, doch sie kenne auch andere Fälle. Eltern mit einem herzkranken Kind beispielsweise, die dringend auf Schulbegleiter mit medizinischem Fachwissen angewiesen sind.

Nordsachsen deckt Unregelmäßigkeiten auf

Nordsachsens hatte sich nach Angaben von Sozialdezernentin Heike Schmidt gezwungen gesehen, die Zusammenarbeit mit dem Träger JES mit sofortiger Wirkung zu beenden. Man sei Unstimmigkeiten intensiv nachgegangen und habe unter anderem feststellen müssen, dass der Verein das Fachkraftgebot nicht umsetzen konnte. Dabei gehe es um die Qualifikation der Schulbegleiter.

Der Verein hat sich bisher nicht zu den Vorgängen geäußert.

Landkreis stellt Strafanzeige

Die Ergebnisse der internen Untersuchungen hätten dazu geführt, dass die Torgauer Kreisverwaltung Strafanzeige gegen den Verein stellen musste. „Wir wissen um die Brisanz dieser Entscheidung und auch um die Situation, in die die betroffenen Familien und auch die nun gekündigten JES-Mitarbeiter geraten sind“, so Dezernentin Heike Schmidt. Dennoch habe man sich zum Wohl der Kinder und zur Wahrung der eigenen Glaubwürdigkeit für einen sofortigen und harten Schnitt entschieden.

Bornaer Behörde trennt sich ebenfalls von freiem Träger

Während in Nordsachsen insgesamt 40 Fälle betroffen sind, ist die Dimension im Landkreis Leipzig überschaubar: „Zuletzt hatte der Torgauer Träger vier Schulbegleitungen in unserem Territorium übernommen“, erklärte Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes in Borna. „Auch wir haben die Zusammenarbeit mit dem Verein inzwischen gekündigt“, erklärte sie. Man sei in Verhandlungen mit anderen freien Trägern, um die Betreuung der Kinder und Jugendlichen sicherzustellen.

Insgesamt sind im Landkreis Leipzig rund hundert Schulbegleiter tätig. Sie unterstützen Kinder mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung im Unterricht.

Auch in Nordsachsen würden keine Kinder mehr in der Luft hängen, hieß es. Nachdem der Verein Dutzende seiner Mitarbeiter gekündigt hatte, wurden diese von anderen Anbietern übernommen, so dass den Schülern ihre gewohnten Ansprechpartner erhalten blieben. Einem MDR-Bericht zufolge hat auch die Stadt Leipzig reagiert. Oberbürgermeister Burghard Jung traf eine Eilentscheidung und ordnete an, dass die 55 Leipziger Schüler vorerst über einen Eigenbetrieb betreut werden.

Von sp, kasto, seb

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