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Grimma Schulbus steckt auf Hof im Grimmaer Ortsteil Bröhsen fest
Region Grimma Schulbus steckt auf Hof im Grimmaer Ortsteil Bröhsen fest
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14:25 18.01.2018
Dieser Bus hat sich in Bröhsen bei Grimma auf einem Privatgrundstück in eine aussichtslose Situation manövriert. Quelle: Frank Schmidt
Grimma/Bröhsen

Dumm gelaufen ist die Fahrt für einen inzwischen leeren Schulbus in Bröhsen bei Grimma. Sie führte durch eine Sackgasse, wurde durch eine Kollision mit einer Mauer unterbrochen und endete auf einem Hof. Hier ging nichts mehr.

Nachdem der Fahrer die Schulkinder nachmittags gegen 15.30 Uhr in der Ortslage Bröhsen abgesetzt hatte, muss er sich den Informationen zufolge im Ort verfahren haben. Statt Bröhsen in südlicher Richtung zu verlassen, befuhr er die Dorfstraße nördlich und drang so immer tiefer in den verwinkelten Ort ein. Schlussendlich landete er auf einem Privatgrundstück in der Straße „Zur Halsbreche“, die dem Busfahrer auch sprichwörtlich das Genick brach. Sie ist eine Sackgasse. Auf dem Hof des Grundstückes angekommen, musste der Fahrer feststellen, dass die Hoffläche größenmäßig nicht annähernd dafür geeignet war, mit einem etwa zehn Meter langen Bus zu wenden. Der Fahrer versuchte es dennoch.

Diese Strecke in Bröhsen nahm der Bus, bevor er auf dem Hof feststeckte. Quelle: Frank Schmidt

Ein hoffnungsloses Unterfangen, dass sich bis in die Abendstunden hinzog. Während des Versuchs hatte sich der Bus mit der Hinterachse im Vorgartengrün des Grundstückes eingegraben. Erste Hoffnungen verbreitete ein Traktor, der aber scheiterte. Gegen 19.30 Uhr wurde die Feuerwehr Grimma von einem Dispatcher des Busunternehmens alarmiert. „Linienbus mit Hinterachse in Wiese eingesackt“, zitierte Feuerwehr-Sprecher Thomas Knoblich den ausgegebenen Einsatzbefehl. „Wir glaubten, hier einfach mit unserer Seilwinde helfen zu können. Anhängen, rausziehen und fort. Weit gefehlt, der Bus hat sich nicht nur mit der Achse, sondern auch platzmäßig festgefahren“, sagte Knoblich. Und, so fuhr er fort, „die Seilwinde hätte den Bus mit seiner gesamte Achslast über die in der Wiese eingelassene Kleinkläranlage ziehen müssen – das Risiko, dort ganz einzubrechen, war uns zu groß. Wir sind deshalb unverrichteter Dinge abgerückt, weil klar war, dass nur schwere Bergetechnik helfen kann, um den Schaden in Grenzen zu halten.“

Eine Natursteinmauer hat die Seite des Busses verformt. Quelle: Frank Schmidt

Ein Blick auf die rechte Seite des Busses, die im unteren Bereich arg deformiert war, zeigte, dass auch ohne Bergung der Schaden bereits immens war. Kratzer und Dellen hatten die Karosserie deformiert, als der Fahrer auf seinem Weg eine Natursteinmauer touchierte. „Spätestens da hätte er merken müssen, dass er sich auf einem Irrweg befindet“, sagte Knoblich nachdenklich. Der Feuerwehrmann hatte eigenen Angaben zufolge früher selbst große Busse gelenkt. Eine Nachbarin war indes froh, dass „nur“ die Natursteinmauer und nicht ihr Haus auf gleicher Höhe der Straße beschädigt wurde, zumal der Bus „nicht gerade langsam“ unterwegs gewesen sei.

Wie das Missgeschick passieren konnte, ist trotz Nachfragen bei Regionalbus Leipzig nicht endgültig zu erklären. „Wir konnten den Fahrer noch nicht befragen, er wurde vom Dienst freigestellt, um erst einmal zu sich selbst zu finden“, sagte Unternehmenssprecher Thomas Fröhner. Zudem versicherte er, dass es sich um einen etwa 60-jährigen Stammfahrer mit langjähriger Berufserfahrung handele. Auch soll dieser über Ortskenntnis verfügen, weshalb unklar sei, warum er ein Sackgassenschild und auch das Warnzeichen in Gestalt des Engpasses an der Natursteinmauer ignorierte.

Nachdem alle eigenen Bergungsversuche scheiterten, beauftragte Regionalbus noch am Abend ein professionelles Bergungsteam. Die Kosten in der Summe für das Missgeschick vermochte Fröhner noch nicht zu beziffern.

Von Frank Schmidt

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