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Grimma Seehofer macht Partheland zur Modellregion
Region Grimma Seehofer macht Partheland zur Modellregion
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19:09 10.07.2019
Die Welt vernetzt sich immer mehr, wie diese Animation einer Großstadt zeigt. Auf den Wandel müssen sich auch kleinere Kommunen einstellen. Die Region Partheland erstellt nun Konzepte, wie die digitale Welt zum Nutzen der Menschen gestaltet werden kann. Quelle: Archiv
Brandis

Spezielle Sensoren an Mülltonnen melden dem Bauhof, wann sie abgeholt werden müssen. Der Patient kommuniziert via Internet mit dem Arzt. Einzelhändler werden unterstützt, um der Internet-Konkurrenz standzuhalten. Eine Menge kann sich der Brandiser Bürgermeister Arno Jesse (SPD) vorstellen, was die Region Partheland zu einer Kooperative macht, die sich den Herausforderungen der Zukunft nicht nur stellt, sondern diese auch bewältigt. Jetzt gibt es dafür sogar prominente Unterstützung, denn Innenminister Horst Seehofer (CSU) erhob am Mittwoch das Bündnis aus zwei Städten und fünf Landgemeinden unter dem Begriff „Smart Cities“ in den Rang einer Modellregion.

Entwicklung zukunftsfähiger Konzepte

Digitale Strategien will das Bundesinnenministerium für das Leben der Zukunft entwickeln. Damit diese erprobt werden können, hatte es deutschlandweit Kommunen aufgerufen, sich an dem gemeinsamen Projekt zu beteiligen. „In der Stadt trifft die Digitalisierung auf das Leben der Menschen und verändert unseren Alltag – wir kaufen zunehmend in Online-Shops statt in Geschäften, teilen Fahrzeuge und sind mit dem Smartphone ganz anders unterwegs“, erklärt Seehofer. Für die daraus resultierenden Chancen und Herausforderungen brauche es zukunftsfähige Pläne, wie der Wandel zum Nutzen der Menschen vor Ort gestaltet werden kann.

Viele Bereiche des Lebens betroffen

Rund 200 000 Euro erhielt die Region Partheland, in der Brandis, Naunhof, Borsdorf, Machern, Parthenstein, Belgershain und Großpöna zusammenarbeiten, für diesen Zweck. „Wir wollen mit dem Geld eine Konzeption für eine Smart-Region ausarbeiten, die in viele Bereiche des Lebens hineinreicht. Dazu gehören Verwaltung, Energie, Umwelt, Handel, Verkehr, Gesundheit“, erläutert Jesse, dessen Innovationskommune Brandis das Heft des Handelns federführend in die Hand genommen und einen entsprechenden Antrag beim Bundesministerium gestellt hat. „Wir wollen eruieren, wie es uns mit Hilfe der Digitalisierung und Vernetzung gelingt, uns neu aufzustellen.“

Region Partheland gut aufgestellt

Dass die Region, die maßgeblich von Jesse und seiner Großpösnaer Amtskollegin Gabriela Lantzsch initiiert worden war, dabei schon Vorarbeit geleistet hat, gereicht ihr zum Vorteil. Im November vergangenen Jahres schlossen sich die ersten sechs Kommunen zusammenMachern stieß später hinzu –, um ein größeres Gewicht zwischen dem Oberzentrum Leipzig und dem Mittelzentrum Grimma zu erreichen. Die Partner setzten sich das Ziel, eine eng verbundene und koordinierte interkommunale Kooperation eingehen, um die Entwicklungschancen für jede einzelne der beteiligten Kommunen zu erhöhen, Synergien zu nutzen und Ressourcen zu teilen.

Kooperation mit Vorlauf

Gemeinsame Handlungsfelder sehen sie unter anderem beim vorbeugenden Brandschutz, bei der Wartung und Beschaffung von Computertechnik, beim Datenschutz, der Fachkräfteakquise sowie Ausschreibung und Vergabe. Abgestimmt werden sollen die Unterhaltung und Entwicklung von Gewässern, der Hochwasser- und Umweltschutz, ortsverbindende Bus- und Bahnlinien, die Schulnetzplanung sowie die Kinderbetreuung und die Akquise von Gewerbeansiedlungen. Im Rahmen einer gemeinsamen touristischen Vermarktung könnten Rad-, Wander- und Reitwegekonzepte aufeinander abgeglichen und Veranstaltungen der Partner mitbeworben werden. Im April erhielt die Region für die Erarbeitung von diesbezüglichen Konzepten 220 000 Euro Beihilfen vom Freistaat.

Erhöhter Handlungsspielraum

„Dies und das jetzige Modellprojekt sind zwar zwei verschiedene Paar Schuhe. Aber mit der neuen Förderung erhöhen wir Handlungsspielraum und -volumen. Wir können Projekte weiterführen und absichern“, erläutert Jesse. „Wir leben nun einmal in einer Gesellschaft, die sich verändert. Darauf müssen wir reagieren, sonst hinken wir als Verwaltung der Entwicklung hinterher.“

Von Frank Pfeifer

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