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Grimma Recht auf Wind im Haar: Senioren-Rikscha für Grimma
Region Grimma Recht auf Wind im Haar: Senioren-Rikscha für Grimma
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16:37 13.08.2019
Probesitzen in und Probefahrt mit der Senioren-Rikscha, die vom Caritas Altenpflegeheimes „Claudine Thévenet“ auf dem Markt in Grimma vor- und in Dienst gestellt wird. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

„Alt sein, na und“. Mit diesem Slogan ist der Alltag im Caritas AltenpflegeheimClaudine Thévenet“ strukturiert und organisiert. Womit auch gemeint ist, dass es für die Bewohner sowohl im Stadthaus Grimma als auch im Landhaus Seelingstädt eine vielseitige und abwechslungsreiche Tagesbetreuung gibt. Nun haben die Senioren ein weiteres Angebot zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bekommen. Sie können fortan auf Erkundungstour durch die Stadt und die nähere Region gehen beziehungsweise radeln. Eine seniorengerechte Fahrrad-Rikscha für bis zu zwei Fahrgäste plus Fahrer macht das möglich. Denn dieses Gefährt als Pedelec, also mit Unterstützung durch Elektroantrieb, gehört nun zum Fuhrpark der Senioreneinrichtung.

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Gepostet von Radeln ohne Alter Deutschland am Mittwoch, 17. Juli 2019

Skandinavische Idee

Die Idee dazu lieferte eine Ehrenamtsinitiative mit Ursprung in Dänemark, die in Berlin unter dem Motto „Radeln ohne Alter“ aufgegriffen wurde, erzählt der Grimmaer Einrichtungsleiter Thomas Klomhuß. Davon inspiriert ging er das gleiche Projekt auch hier im Muldental für seine Heimbewohner zielstrebig an.

Oberbürgermesiter Matthias Berger versucht sich als erster Chauffeur der Senioren-Rikscha, die vom Caritas Altenpflegeheimes „€žClaudine Thévenet“ auf dem Markt in Grimma vorgestellt und in Dienst gestellt wird. Quelle: Frank Schmidt

„Egal ob mit oder ohne Demenz, wir wollen unseren Bewohnern Momente schenken“, sagt Klomhuß. Soll heißen, dass vor allem Menschen mit eingeschränkter Mobilität in der Rikscha den Fahrtwind im Haar spüren können und sollen. Also raus aus dem Haus und rein in die Stadt oder Natur, die sich mit ihrem guten Wegenetz im nahen Stadtwald, der sich geradezu für eine Rikscha-Spritztour anbietet, mal etwas anderes zu erleben oder gar neu zu entdecken. Dafür sind dank Zuwendungen aus der Caritas-Stiftung, Spenden und Eigenmitteln von etwa 6000 Euro aufgewendet worden.

Für das Mehr am Leben

„Doch für unsere Bewohner ist dieses Angebot kostenfrei. Ganz gleich, ob sie nur eine kleine Stadtrundfahrt machen oder Wege besorgen möchten, etwa Einkaufen, Arzt- und Friedhofsbesuche. Auch die Fahrt zum Kaffeekränzchen im alten Freundes- und Bekanntenkreis ist damit möglich“, betont Klomhuß. Für ihn ist es gar eine besondere Form der Inklusion, wenn die Senioren auf der Fahrt durch die Stadt in Erinnerungen schwelgen und diese mit ihrem in der Regel deutlich jüngeren Chauffeur teilen können.

Senioren und Mitarbeiter mit ihrem Chef, Thomas Klomhuß (l.)vom Caritas Altenpflegeheimes „Claudine Thévenet“ nehmen auf dem Markt in Grimma eine Senioren-Rikscha in Betrieb. Quelle: Frank Schmidt

Gleichwohl das dreirädrige Gefährt mit völlig schwarzem Rahmen und einer Fahrgastzelle aus rotem Kunststoffbezug eher unspektakulär anzusehen ist, mutierte es zur Präsentation und Jungfernfahrt auf dem Markt vor dem historischen Rathaus zum Hingucker. Und zur Einweisung in die richtige und damit sichere Nutzung wurde die Rikscha dann auch intensiv in Augenschein genommen. So war erkennbar, dass eine absenkbare Einstiegsklappe montiert ist, die Barrierefreiheit beim Aufsitzen garantiert. Für den sicheren Halt sorgen Fünfpunktgurte, deren Handhabung eigentlich einfach, für die hochbetagten Fahrgäste jedoch noch gewöhnungsbedürftig ist.

Von Frank Schmidt

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