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Grimma Smiley in Wurzener Straße zeigt schon Wirkung
Region Grimma Smiley in Wurzener Straße zeigt schon Wirkung
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15:03 12.09.2019
So ein ähnlicher Smiley ist jetzt dauerhaft in der Wurzener Straße in Grimma angebracht. Quelle: Frank Pfeifer
Grimma

Wer in Grimma regelmäßig die Wurzener Straße rauf und runter fahren muss, kommt seit geraumer Zeit unweigerlich an einem sogenannten Smiley, der allerdings kein freundliches oder trauriges Gesicht, sondern Zahlen signalisiert. Entweder bergab. Oder bergauf. Das Geschwindigkeitsanzeigesystem, wie es korrekt heißt, zeigt sich Rot, wenn ein Fahrer schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer unterwegs ist. Grün erscheinen die Zahlen, wenn die Geschwindigkeit eingehalten wird. Das Gerät sei aufgrund von Bürgerbeschwerden angeschafft worden, sagte Beigeordnete Ute Kabitzsch, als jetzt im Verwaltungsausschuss die Annahme von Spenden abgesegnet wurde. Das Messgerät bleibt dauerhaft am Rand der Bundesstraße hängen.

Ein Smiley gegen die Verkehrsplage

Kommentar von Frank Prenzel

Hand aufs Herz: Nehmen Sie auch automatisch den Fuß vom Gaspedal, wenn Ihnen am Straßenrand ein sogenannter Smiley ein trauriges Gesicht zeigt? Oder wenn Ihnen Ihr momentanes Tempo als knallrote Zahl entgegen leuchtet? Ganz offensichtlich zeigen die kleinen Geräte am Straßenrand ihre Wirkung. Dabei mahnen sie lediglich, auf die zugelassene Geschwindigkeit zu achten. Eine Strafe muss der Kraftfahrer nicht fürchten, falls er zu schnell ist.

Vom Straßenlärm und dichten Verkehr geplagte Anwohner der Wurzener Straße in Grimma haben jetzt sogar tief in die Tasche gegriffen, damit so ein Geschwindigkeitsanzeigesystem dauerhaft vor ihrer Haustür den Kraftfahrern die Wahrheit sagt. Gemeinsam mit der Kommune und Sponsoren finanzierten sie den Smiley an der Bundesstraße. Es ist ein besonderes Teilstück der B 107. Stadteinwärts geht es bergab, womit der Tacho schnell über 50 ist. Stadtauswärts geht es bergauf, weshalb Auto- und Lasterfahrer hier auf die Tube drücken.

Es bleibt zu hoffen, dass die Anwohner einen dauerhaften Nutzen aus ihrer Investition erzielen und der Verkehr zumindest etwas erträglicher wird. Denn es macht schon etwas aus, ob ein Fahrzeug mit 50 oder mit 60 Stundenkilometer am Haus vorbei rauscht. Eine Belastung aber wird bleiben. Gerade die Wurzener Straße ist eine wichtige Verkehrsader. Wer an so einem städtischen Pulsgeber wohnt, kann nicht erwarten, die Geräuschkulisse eines abgelegenen Dorfes zu haben.

Verkehrskontrolle ist nötig. Neben Blitzern sind die Smileys ein probates Mittel, damit Tempolimits eingehalten werden. An innerstädtischen Straßen, die zum Schnellfahren verleiten, vor Schulen, Kitas, Haltestellen oder Krankenhäusern werden die kleinen Geräte gern und richtig eingesetzt. Kommunen sollten zudem darauf achten, die Geschwindigkeitsanzeiger regelmäßig umzusetzen. Damit es keinen Gewöhnungseffekt gibt.

„Die Leute erschrecken und fahren langsamer“

Laut Kabitzsch zeigt der Smiley bereits Wirkung. Das heißt, es wird weniger auf die Tube gedrückt. Oberbürgermeister Matthias Berger bestätigte das: „Die Leute erschrecken und fahren langsamer, wenn sie so ein Ding sehen.“ Mit dem Blitzer wird die Stadt Grimma dennoch hin und wieder in der Straße aufkreuzen, wie Kabitzsch erklärte. Ihren Worten zufolge besitzt Grimma jetzt drei Smileys, zwei von ihnen werden an wechselnden Orten eingesetzt. Außerdem verfüge die Stadt über ein Gerät, das sich für eine Auswertung des Verkehrs eigne. Mit ihm kann zum Beispiel eine Verkehrszählung vorgenommen werden.

Gerät hat etwa 2000 Euro gekostet

Die Verkehrsader ist als Einfallstor zur Stadt dicht befahren. Der Smiley in der Wurzener Straße hat etwa 2000 Euro gekostet. Ausgangspunkt für die Installation sei die Beschwerde eines Grundstücksbesitzers gewesen, weil durch den Verkehr sein ganze Haus dröhne, erläuterte der Rathauschef. Es sei ein Zugeständnis der Kommune gewesen, das Gerät aufzuhängen. Und es sei vereinbart worden, dass sich Einwohner der Straße an der Finanzierung beteiligen und den Rest Stadt und Sponsoren tragen. Bislang gingen 700 Euro an Spenden ein, von zwei Firmen und drei Bürgern.

Der Ausschuss stimmte auch über die Annahme anderer Gaben ab, darunter reichlich 3000 Euro Geld- und etwa 1600 Euro Sachspenden im Amt für Schulen, Soziales und Kultur. Die Zuwendungen kamen und kommen vor allem Schulen, Kindergärten und Horteinrichtungen sowie dem Kinderreitfest zugute. Ebenso gingen erneut Spenden für die Grimmaer Feuerwehr ein.

Keine Grimma-Bank vor der Flutschutzmauer

Oberbürgermeister Berger freut sich, dass auch die sogenannte Grimma-Bank eingeschlagen hat. In diesen Tagen seien Spendenzusagen für die 30. und 31. Bank entgegen genommen worden. Jedes Stück kostet 271 Euro. Einem Platzierungswunsch der Spender könne die Stadt aber nicht nachkommen, erläuterte der Rathauschef. An der neuen Flaniermeile vor der Hochwasserschutzanlage – zwischen Gymnasium und Ruderverein – soll keine Grimma-Bank stehen. Aus Gründen der Optik und Haltbarkeit will die Stadt hier vier naturbelassene Quader aus Rochlitzer Porphyr aufstellen lassen – nutzbar als Steinbänke.

Von Frank Prenzel

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