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Grimma Solaranlage für Großsteinbergs Hühnerkoppel
Region Grimma Solaranlage für Großsteinbergs Hühnerkoppel
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14:04 26.02.2019
Denkbarer Standort für eine Photovoltaikanlage: Die Großsteinberger Hühnerkoppel linkerhand der Grethener Straße liegt zwischen Wohnhäusern. Im Hintergrund verläuft die Bahnlinie. Quelle: Frank Pfeifer
Parthenstein/Großsteinberg

Eine Solarstromanlage möchte die Mitteldeutschen Erneuerbare Energien GmbH in Großsteinberg errichten. Ausgesucht hat sie sich dafür die sogenannte Hühnerkoppel. Am Parthensteiner Gemeinderat liegt es nun, den Daumen zu heben oder zu senken.

In dem Strom-Unternehmen arbeiten die Stadtwerke Leipzig und die Green City AG aus München als Partner zusammen. Für den Landkreis haben sie eine Analyse erstellt, an welchen Standorten Solaranlagen gesetzlich erlaubt wären, erklärte Michael Feist, Regionalleiter von Green City, zur jüngsten Sitzung des Kommunalparlaments im Versammlungsraum der Feuerwehr Klinga. Dabei sei die Großsteinberger Fläche in die engere Wahl gelangt.

Großsteinbergs Hühnerkoppel eignet sich

Sie liegt an der Eisenbahnlinie von Borsdorf nach Grimma und zum Steinbruch der Basalt AG, bietet die erforderliche Größe von einem Hektar und wird nicht landwirtschaftlich genutzt, sondern dient derzeit als Weideland für Pferde. „Alle Vorgaben des Landesentwicklungsplans und Regionalplans sowie den Status ausgewiesener Schutzgebiete haben wir berücksichtigt“, erklärte Feist.

Solaranlage aus 40 Modulen

Eine Leistung von 749 Kilowatt sollen die 40 Module der Photovoltaikanlage bringen. „Versiegelt würde nur ein Prozent der Fläche, weil wir U-Profile einrammen und nicht mit Betonsockeln arbeiten“, erläuterte Feist. „Die Pflege liegt dann in unserer Hand. Entweder finden wir einen Schäfer, oder wir sprechen mit der Gemeinde, ob sie die Pflege übernimmt.“ Dies würde ihr Einnahmen bringen.

einnahmen für Gemeinde

Nicht das einzige Geld, denn die Kommune erhalte außerdem die Gewerbesteuern. Weiterhin würden ihr 2000 Euro jährliche Pacht zustehen, und zwar für mindestens 20 Jahre. Über diese Summe möchte Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos) noch verhandeln. „Ließe sich da nicht eine Null hinten dranhängen?“ warf er in die Runde. Zwar zeigte sich Feist offen für Gespräche, aber viel Luft nach oben sieht er nicht. „Zurzeit erhalten wir 7,9 Cent pro eingespeister Kilowattstunde“, rechnete er vor. „In anderthalb Jahren sind es vielleicht nur noch 6,5 bis 6,2 Cent.“

Zwei Gemeinderäte skeptisch

Laut Kretschel war die Hühnerkoppel ursprünglich als Wohngebiet geplant. Genau da hakte Matthias Constantin (FDP) in der kurzen Diskussion ein: „Ich sehe es als Problem an, dieses wichtige Bauland für so lange Zeit zu blockieren.“ Er wollte wissen, ob es üblich ist, derartige Anlagen innerhalb von Ortschaften aufzustellen. „Wir möchten Energie dort erzeugen, wo sie benötigt wird“, sagte Feist.

Auch Ralf Saupe (Wählervereinigung Parthenstein – Freunde der Feuerwehr) äußerte Bedenken, die Solarzellen so nahe an Wohngebäuden und der relativ gut befahrenen Grethener Straße zu installieren. „Wie sieht es mit Reflexionen aus?“, fragte er. Für Michael Feist kein Problem; er versprach einen Blendschutz entweder aus Grünmatten oder aus Hecken.

Abgeordnete beschließen später

Ein Beschluss war vom Gemeinderat zunächst nicht gefordert, Bürgermeister Kretschel verwies das Thema in den Hauptausschuss. Sollte das Parlament irgendwann grünes Licht geben, müsste die Mitteldeutsche Erneuerbare Energien GmbH als Nächstes auf eigene Kosten einen Vorhaben- und Erschließungsplan erstellen sowie Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Natur benennen. Steht die Anlage, würde sie laut Feist von den Stadtwerken Leipzig betrieben.

Von Frank Pfeifer

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