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Grimma Sonniges Seelingstädter Gemüt trübt sich ein
Region Grimma Sonniges Seelingstädter Gemüt trübt sich ein
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14:03 05.09.2019
Fläche für den neuen Solarpark: Hier könnten die Module aufgestellt werden. Im Hintergrund die benachbarte Kleingartenanlage an der Klingaer Straße. Quelle: Frank Pfeifer
Trebsen/Seelingstädt

Ein sonniges Gemüt scheinen die Seelingstädter zu haben, die ihre Daumen für einen weiteren Solarpark heben, obwohl schon zwei an den Ausfallstraßen des Dorfes stehen. Doch es trübt sich langsam ein. Ganz widerspruchslos will der Ortschaftsrat die Entwicklung nicht hinnehmen, er knüpft Bedingungen an das Vorhaben.

Als Investor klopfte die Sunfarming GmbH mit Sitz in Erkner bei Berlin im Rathaus an. Gegenüber der ehemaligen Seelingstädter Tabakhallen will sie Photovoltaikmodule auf Hallendächer der Beiersdorfer Bauernland GmbH schrauben. „In diesem Zuge ist uns dort eine ein Hektar große Fläche aufgefallen, auf der wir gerne einen Solarpark errichten möchten“, sagte Projektmanager Michael Link im Technischen Ausschuss der Kommune. „Das nötige Planungsverfahren bezahlen wir.“

Ortschaftsrat Seelingstädt stellt Bedingungen

Der Ortschaftsrat Seelingstädt, der das Thema im Voraus behandelt hatte, fand zu keiner einhelligen Meinung. Mehrheitlich sagte er zwar Ja, doch er verknüpfte damit drei Forderungen. „Wir möchten, dass sich die Firma verpflichtet, vorher alle alten Fundamente auf der Fläche zurückzubauen. Sie soll zusagen, die Solarmodule zu entfernen, wenn sie einmal Seelingstädt verlassen sollte, damit wir dann nicht auf diesem Sondermüll sitzenbleiben. Und es wäre schön, wenn sie ansässige Vereine und Aktionen im Dorf unterstützt“, zählt Ortsvorsteherin Susann Schumann auf.

Standort: Wo die Module aufgestellt werden sollen, befindet sich in Sichtweite die Wohnbebauung an der Beiersdorfer Straße. Quelle: Frank Pfeifer

Im Technischen Ausschuss kamen jetzt nur die beiden ersten Punkte zur Sprache. Volker Killisch (Wählervereinigung Altenhain) erinnerte daran, dass auf dem Areal früher eine an die Zimmerei Gödicke vermietete Scheune stand, die im März 2014 abbrannte. Fundamente und eine Betonplatte blieben zurück. Doch diese, so Link, sollen nicht zurückgebaut werden.

Alte Fundamente sollen im Boden bleiben

„Vergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz erhalten wir nur für Konversionsflächen, also wenn wir Solaranlagen beispielsweise auf Gebiete mit Altlasten, auf Deponien, in Tagebaue und auf Dächer bringen“, erklärte er. „Das Geld gibt es aber nicht, wenn wir landwirtschaftliche Flächen oder Wiesen dafür nutzen. Und eine solche würden wir herstellen, wenn wir die Fundamente entsorgen.“ Deshalb plane sein Unternehmen, eine Schicht Wuchserde über die baulichen Überreste zu schütten, Gras anzusäen und eventuell Schafe weiden zu lassen.

Vorbild: So wie hier im Solarpark zwischen Seelingstädt und Trebsen könnten in der neuen Anlage Schafe grasen. Quelle: Frank Pfeifer

Zur zweiten Bitte des Ortschaftsrats führte Link aus, Sunfarming werde, falls es das Landratsamt wünscht, „eine gewisse Summe für den Fall eines Insolvenzverfahrens“ hinterlegen. Ziel sei aber, sich nicht vom Solarpark zu trennen, sondern allenfalls in 20 Jahren oder schon früher defekte Module auszutauschen beziehungsweise die komplette Anlage durch eine leistungsfähigere zu ersetzen. Sollte die Firma pleite gehen, müsse sich keiner Gedanken machen. „Es handelt sich um ein lukratives Kraftwerk, das bestimmt von einem Anderen weiter genutzt würde“, sagte der Manager.

Stadtrat muss entscheiden

Dem Technischen Ausschuss reichte das, er winkte die Beschlussvorlage zum Stadtrat durch, der über die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans entscheiden muss. „Wir werden den Prozess weiter begleiten und darauf achten, dass keine Belastungen für die Bevölkerung entstehen“, kündigt hingegen Ortsvorsteherin Schumann an mit Verweis auf die Solaranlagen in Richtung Trebsen und Altenhain sowie die Biogaserzeugung in Neichen. „Im Stadtgebiet sind wir schon jetzt gut aufgestellt bei der ökologischen Energiegewinnung.“

Von Frank Pfeifer

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