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Grimma Spätes Fundament: Arbeiten am Brandiser Ratskeller
Region Grimma Spätes Fundament: Arbeiten am Brandiser Ratskeller
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18:04 17.07.2019
Wegen Einsturzgefahr des Ratskellers ist die Rathausgasse seit drei Jahren gesperrt. Quelle: Ines Alekowa
Brandis

Normalerweise wird ein Haus von unten nach oben gebaut. Beim Brandiser Ratskeller ist es etwas anders. Das Haus steht seit 320 Jahren – und erst jetzt erhalten die Außenmauern ein Fundament. Der Stadtrat beauftragte mit deren komplizierter Sicherung in einer Sondersitzung am Dienstag die Wurzener Firma Dietze Hochbau. Es ist sozusagen der erste Gang im Ratskeller, die Sanierung folgt.

Außenmauern im Brandiser Gebäude ohne Fundamente

Dass alte Gebäude unangenehme Überraschungen bergen können, bewahrheitet sich immer wieder. Beim Ratskeller zeigten sie sich bereits im Zuge der Vorplanung. Als dafür die Fundamente der Außenwände untersucht wurden, fand sich nur bei der Wand an der Marktseite eine Gründung. In der Rathausgasse stieß man schon zehn Zentimeter unterm Gehweg auf Sand. „Hier muss eine Stabilisierung des Gebäudes eine der ersten Maßnahmen sein“, stellte Planer Andreas Kewitz damals fest.

Für die so genannte Unterfahrung hat Kewitz die je 18 Meter langen Mauern zur Rathausgasse und zum Markt in jeweils 15 Abschnitte aufgeteilt, die mit eins bis fünf nummeriert sind. Damit die Mauern bei der Unterfahrung nicht ins Wanken kommen, können nur gleich nummerierte Abschnitte gleichzeitig ausgeführt werden. Und während der Arbeiten sollten zudem keine größeren Erschütterungen auf das Bauwerk einwirken.

Brandiser Markt soll Weihnachten wieder frei sein

Mit den Arbeiten soll am 2. September begonnen werden. „Ziel ist es, mit der Giebelsicherung die durch den Bauzustand begründete Sperrung der Rathausgasse und die Teilsperrung des Marktes zum Weihnachtsgeschäft aufheben zu können“, sagte Bürgermeister Arno Jesse (SPD). Mit der Sperrung vor mittlerweile drei Jahren im August 2016 hatte die Stadt auf ein Gutachten reagiert, dass die Einsturzgefahr des Gebäudes bescheinigte, an dem die Stadt bereits zahlreiche Notsicherungen vorgenommen hatte. Unter anderem werden die Mauern im Inneren durch hölzerne Anker stabilisiert.

Hölzerne Anker halten die Wände zusammen. Quelle: LVZ-Archiv

Planungen für künftige Nutzung als Bibliothek angeschoben

Die Planungen zur Umnutzung des Ratskellers in Brandis befinden sich derzeit in der Genehmigungsphase. „Der Bauantrag ist eingereicht“, informierte Jesse. Er zeigte sich optimistisch, dass die Baugenehmigung „in den nächsten Wochen“ auf seinen Tisch flattert. Dann könne mit der Ausschreibung der Arbeiten und Anfang 2020 vielleicht mit Sanierung und Umbau begonnen werden. Das historische Gebäude soll künftig im Erdgeschoss die Bibliothek aufnehmen, über das Obergeschoss wird sich ein Saal mit Bühne, mobiler Bestuhlung für 165 Leute und Küchenzeile erstrecken. Im Dachgeschoss sind zwei Vereinsräume vorgesehen. Im städtischen Doppelhaushalt 2019/20 sind für die Umnutzung des Ratskellers 2,5 Millionen Euro eingeplant.

Die Mauersicherung allein kostet rund 217.000 Euro und liegt damit über der Kostenschätzung des Planungsbüros, das auf 200.000 Euro kam. Die Leistungen waren öffentlich ausgeschrieben worden, aber nur ein Unternehmen hatte sich am Verfahren beteiligt.

Historische Ansicht des Ratskellers. Quelle: privat

Brandiser Ratskeller trug einst einen Turm

Die erste Nachbesserung erfuhr das Gebäude übrigens schon kurz nach seiner Entstehung. Der große Stadtbrand von 1696 hatte von dem damaligen Rathaus nur die Grundmauern übrig gelassen, doch schon 1697 gingen die Brandiser an den Wiederaufbau. Die Bruchsteine schaffte man aus Beucha herbei, die Ziegel aus Püchau. An Dachziegeln mangelte es indes, deshalb wurde das Rathausdach zunächst mit Stroh gedeckt und erhielt erst 1709 ein richtiges Dach, dann sogar mit Türmchen, das auf Fotos aus der Zeit kurz nach der Jahrhundertwende noch zu sehen ist.

Von Ines Alekowa

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