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Grimma Mehr Geld für Filme und Musik: So verändert sich Grimmas Bibliothek
Region Grimma Mehr Geld für Filme und Musik: So verändert sich Grimmas Bibliothek
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16:33 10.02.2020
Alles andere als optimal lagern momentan die CDs und DVDs in der Grimmaer Bibliothek. Leiterin Katrin Örtl freut sich deshalb, dass 2020 der Raum saniert und mit neuen Möbeln ausgestattet wird. Dann können die Nutzer die audiovisuellen Medien besser durchstöbern. Quelle: Frank Prenzel
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Grimma

Der Grimmaer Johann-Gottfried-Seume-Bibliothek steht in diesem Jahr eine größere Investition ins Haus. Etwa 25.000 Euro fließen in die Umgestaltung der Phonothek. Das ist jener Raum in der zweiten Etage, in dem die Nutzer CDs und DVDs zur Ausleihe finden. Diese bilden einen wesentlichen Bestandteil der etwa 40.000 Medien.

CDs und DVDs im Regal ist nicht mehr zeitgemäß

Wie Bücher stehen die audiovisuellen Medien bisher in ganz normalen Regalen. Das ist längst nicht mehr zeitgemäß, wie Bibliotheksleiterin Katrin Örtl weiß. Für die Besucher der Einrichtung in der Friedrich-Oettler-Straße ist es vielmehr wichtig, einen schnellen Blick auf die Cover der CDs und DVDs werfen zu können. Deshalb werden nun geeignete Regale angeschafft und die Präsentation des Bestandes verbessert. Auch frische Farbe kommt an die Wände. Laut Örtl laufen die Ton- und Bildträger dem Buch zwar nicht den Rang bei der Ausleihe ab, hätten aber ihre gleiche Berechtigung. Das Hörbuch etwa habe im Alltag längst Fuß gefasst.

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Kulturraum gibt für Investition über 11.000 Euro

Der Kulturraum Leipziger Raum macht für die Investition rund 11.200 Euro locker. Darüber freut sich die Chefin der Bücherei sehr. Die anderen Fördermittel, die der Kulturraum überweist, sind aber weiter im Sinkflug. Rund 27.750 Euro erhält die Grimmaer Bibliothek aus dem Topf und damit etwa 2000 Euro weniger als im alten Jahr. Auswirkungen hat das auf den Bestand, denn das Kulturraum-Geld dient in erster Linie dem Ankauf neuer Medien.

Blick auf die Johann-Gottfried-Seume-Bibliothek in Grimma. Quelle: Frank Prenzel

Im vorigen Jahr konnte sich das Stammhaus 2546 Neuanschaffungen leisten und sortierte im Gegenzug 4019 alte Titel aus. „Was nicht gebraucht wird, räumen wir raus“, betont Örtl und hätte gern mehr Geld, um die Lücken zu schließen. Beim Ankauf muss sie auf die Bedürfnisse ihrer Kundschaft achten. „Es ist also auch Lesefutter gefordert“, sagt sie mit Blick auf populäre Bücher und Musik und betont: „Wichtig vor allem ist ein ordentlicher Bestand bei der Kinder- und Jugendliteratur.“ Denn Lese- und Medienkompetenz zu fördern, sei eine wesentliche Aufgabe der Bibliothek. Insofern freut sich Örtl, dass die Erzieherinnen von Kita-Gruppen das Angebot der Einrichtung zu schätzen wissen und regelmäßig mit den Steppkes ins Buch-Haus kommen. „So wird die Neugierde der Kinder geweckt.“ Vorlesen sei die beste Variante der Sprachförderung.

Über 100.000 Entleihungen aller Ausleihstellen

Zur Seume-Bibiothek mit ihren fünf Teilzeit-Mitarbeiterinnen gehören die Stadtteilbibliothek Nerchau, die Heidi Gasch verantwortet, und die vier Ausleihstellen in Dürrweitzschen, Großbardau, Bahren und Großbothen, die von Ehrenamtlichen betreut werden. Gemeinsam verbuchten sie im vorigen Jahr reichlich 100.000 Entleihungen. Im Stammhaus waren es exakt 84.923 und damit ähnliche viele wie im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Nutzer hat sich nur unwesentlich verändert. Fürs Haupthaus haben 1402 Leute einen Bibliotheksausweis in der Tasche, darunter 256 Kinder bis zwölf Jahre.

Grimmas Bibliotheksleiterin Katrin Örtl berät hier den neunjährigen Marius bei der Buchausleihe. Quelle: Frank Prenzel

Die von der Stadt Grimma getragene Seume-Bibliothek gehört zum Verbund „Onleihe Leipziger Raum“. Auf die digitale Ausleihe griffen im vorigen Jahr 140 Nutzer des Stammhauses zurück und holten sich 4296 Medien auf den Schirm, 264 mehr als 2018. Das ist im digitalen Zeitalter überschaubar. Örtl weiß aber: „Die Jugend ist komplett auf anderen Plattformen unterwegs.“ Die Onleihe nutzten nur Leser ab 50 aufwärts, „die die Anbindung zur Bibliothek brauchen“.

Im vorigen Jahr 136 Veranstaltungen in der Grimma-Bibo

Im alten Jahr wartete die Seume-Bibliothek mit 136 Veranstaltungen auf und zählte dabei mehr als 20.000 Besucher. „Das ist aber das Limit“, weiß Chefin Örtl. Der erste Höhepunkt im neuen Jahr ist bereits Geschichte: der Tag der offenen Bibliothek am 1. Februar. Bewährt hat sich die Reihe „...und montags wird vorgelesen“. Zudem ist die Bibliothek wieder Gastgeber von Vorlesewettbewerben, lädt zu Lesungen und empfängt regelmäßig Kita-Gruppen und Schulklassen.

Eines fehlt im Haus aber noch immer: freies WLAN. Das komme erst, wenn die Stadt ihre Hotsports im Zentrum platziert, sagt Örtl.

Sagenhafte Schreibwerkstatt

Am 5. März startet in der Johann-Gottfried-Seume-Bibliothek in Grimma unter der Überschrift „Sagenhaft“ eine Schreibwerkstatt für 8- bis 13-Jährige. Gemeinsam mit der Leipziger Schriftstellerin Constanze Jahn gehen die Kinder auf Erkundung und schreiben bis zu den Sommerferien eigene Geschichten. Die kommen laut Bibliothekschefin Katrin Örtl zum Schluss in einen Sammelband, auch eine Hörspiel-CD sei möglich. Das Projekt läuft also über einen längeren Zeitraum, die Kinder suchen dabei verschiedene Plätze auf und unternehmen auch Ausflüge. Interessenten können in der Bibliothek anfragen, ob noch Plätze im Projekt vorhanden sind (03437/9858281).

Jahn ist mit dem Terrain bestens vertraut. Sie schrieb ein Buch über Grimmaer Sagen. Partner des Projekt ist der Friedrich-Bödecker-Kreis im Freistaat Sachsen e.V., der für die Finanzierung sorgt. Am 19. September soll in den Räumen der Bibliothek eine Abschlussveranstaltung geben, in der das Buch vorgestellt wird.

Von Frank Prenzel

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