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Grimma Stadtbibliothek Naunhof trotzt dem Trend: Ort zum Schmökern
Region Grimma Stadtbibliothek Naunhof trotzt dem Trend: Ort zum Schmökern
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11:18 12.02.2020
Raum für Geselligkeit: eine Leseecke in der Stadtbibliothek Naunhof. Quelle: Thomas Kube
Naunhof

„Unsere Stadtbibliothek dient schon lange nicht mehr nur dem Ausleihen von Büchern“, sagt Leiterin Stefanie Teichmann. „Sie wird mehr und mehr zu einem Ort der Kommunikation.“ Auf diesem Weg kam das Leseparadies im Naunhofer Stadtgut vergangenes Jahr ein gutes Stück weiter. Zunehmend sieht sich ein jüngeres Publikum angezogen.

„Gerade in einer Welt, die sich immer intensiver der Digitalisierung verschreibt, werden Orte wichtiger, an denen sich Menschen begegnen und austauschen können“, meint Teichmann. Deshalb wurde vergangenes Jahr die obere Etage der Bibliothek unter ihrer Regie neu aufgeteilt. „Wir haben eine Treffpunkt-Zone mit Couch, Tischen und Stühlen zum Verweilen geschaffen“, erklärt sie.

Gemütliche Leseecken

In einer anderen Ecke liegen Sitzkissen auf dem Fußboden, dort lassen sich gerne Eltern oder Großeltern nieder, um ihren Kleinen etwas vorzulesen, die dabei Raum und Zeit vergessen. Mütter, ältere Leute kommen miteinander ins Gespräch. Schüler erledigen Hausaufgaben oder treffen sich mit Freunden, bevor ihr Bus fährt. Manch einem Kind fällt es schwer zu gehen, wenn die Stadtbibliothek schließen will.

Guck mal, wer da liest: Lilly zwischen den Buchregalen. Quelle: Thomas Kube

Analoge Welt mit Digitalangeboten

Aber auch diese „analoge“ Welt kommt ohne die Digitalisierung nicht aus. 2500 DVDs und 2500 Hörbücher befinden sich genauso im Bestand wie die mittlerweile 90 Tonie-Figuren, die vor allem die Jüngsten ans Lesen heranführen sollen. „Die mediale Vielfalt wächst. Das heißt, aktuelle Angebote in der jeweils zeitgemäßen Form sind unverzichtbar für eine Bibliothek, um die vielfältigen Anforderungen zu erfüllen, mit denen die Bürger in Schulen, im Berufsleben und in der Freizeit konfrontiert werden“, erklärt Teichmann. So nimmt in Naunhof auch die Zahl jener stetig zu, die rund um die Uhr auf die Onleihe im Internet zugreifen. Vergangenes Jahr waren es rund 300 Nutzer und damit etwa 100 mehr als 2018.

Mediale Vielfalt: Auch am „analogen“ Ort gibt es moderne Technik. Quelle: Thomas Kube

Fachbücher über Fernleiheverbund

Das Gros bilden weiterhin die ganz realen Schmöker, die sich in die Hand nehmen lassen: 6000 belletristische Werke und genau so viele aus dem Bereich Kinder- und Jugendliteratur, außerdem jeweils 900 Zeitschriften und Sachbücher. „Den Fachbuchbestand haben wir etwas heruntergefahren, weil heutzutage jeder googelt“, erläutert Stefanie Teichmann. „Aber wenn jemand für eine Arbeit spezielle Titel braucht, tauschen wir uns mit den anderen Bibliotheken der Region aus, mit denen wir über unseren Fernleiheverbund kooperieren. Dabei handelt es sich um 68 Einrichtungen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Ziel ist es, diese Zusammenarbeit auf den ganzen Freistaat auszubauen.“

Mehr Medien und mehr Nutzer

Knapp 600 neue Medien hat die Naunhofer Stadtbibliothek vergangenes Jahr neu gekauft, der Bestand stieg leicht auf 18 000. Im gleichen Zeitraum meldeten sich 250 Menschen aus der Verwaltungsgemeinschaft von Naunhof mit Parthenstein und Belgershain sowie aus umliegenden Orten neu an. Insgesamt sind jetzt 1266 Nutzer registriert, davon rund 600 bis zum Alter von zwölf Jahren.

Großes Buchangebot: Blick in das Erdgeschoss mit Rezeption. Quelle: Thomas Kube

Zahlreiche Veranstaltungen

Nicht nur diese Zahlen wertet Teichmann als Erfolg, denn es kamen über 17 000 Besucher in die Einrichtung und zu Events. Dazu zählen unter anderem die Lesungen mit bekannten Autoren, von denen es zur diesjährigen Leipziger Buchmesse wieder zwei in Naunhof geben wird: am 12. März mit Sabine Ludwig aus Berlin und am 16. März mit Sonja Kaiblinger aus Wien. Auch die Veranstaltungen mit Kindertagesstätten der Umgebung und zum Buchsommer finden wachsendes Interesse. Markenzeichen sind und bleiben die Vorlesewettbewerbe des Landkreises und der Grundschulen mit der besonderen Auszeichnung im vergangenen Jahr, zum nunmehr dritten Mal den Sachsenentscheid ausrichten zu dürfen.

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