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Grimma Stadtrat votiert für „Husaren-Sportpark Grimma“
Region Grimma Stadtrat votiert für „Husaren-Sportpark Grimma“
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11:29 24.05.2019
Am neuen Grimmaer Sportzentrum in der Lausicker Straße sind die Arbeiten weit gediehen. Der Kunstrasenplatz ist im Prinzip fertig. Auf dem Foto ist der Rasenplatz mit Funktionsgebäude zu sehen. Quelle: Leipziger Volkszeitung, Muldental
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Grimma

Das neue Sportzentrum an der Lausicker Straße wird „Husaren-Sportpark Grimma“ heißen. Das beschloss der Stadtrat Grimma Donnerstagabend mit großer Mehrheit. Lediglich die Abgeordneten der Linken enthielten sich der Stimme.

Das Gremium folgte damit der Empfehlung des Beirates Kultur, Jugend und Sport sowie des Verwaltungsausschusses. Die Namenssuche neu aufzurollen, weil zuletzt unter anderem vom Ehrenpräsidenten des FC Grimma, Egon Pape, Vorbehalte gegen den Husaren-Begriff vorgebracht wurden, kam für die Stadträte nicht in Frage.

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Am Vereinsgebäude des neuen Husaren-Sportparks in Grimma wird noch gebaut wird. Quelle: Frank Schmidt

Deutliches Ergebnis bei Internet-Abstimmung über Namen

Der Name, der an den einstigen Husaren-Standort erinnert, hatte sich in einem demokratischen Verfahren heraus kristallisiert. Zunächst waren die Einwohner aufgefordert, Vorschläge zu unterbreiten. Per Internet-Abstimmung konnten die Grimmaer schließlich über fünf favorisierte Namen befinden.

Online-Umfrage

In unserer Online-Umfrage sprach die Mehrheit der Leser gegen den Namen „Husaren-Sportpark“ aus. Die meisten antworteten, dass ihnen der Name nicht gefällt.

„Husaren-Sportpark Grimma“ schnitt dabei mit 37 Prozent am besten ab, gefolgt vor Sportzentrum Grimma (21 Prozent), Husarenstadion (15 Prozent), GrimmArena (15 Prozent) und Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion (12 Prozent). Insgesamt waren 713 Stimmen abgegeben worden.

Am neuen Grimmaer Sportzentrum in der Lausicker Straße sind die Arbeiten weit gediehen. Der Kunstrasenplatz ist im Prinzip fertig. Quelle: Leipziger Volkszeitung, Muldental

Der FC Grimma als Hauptnutzer des neuen Stadions mit drei Plätzen, das kurz vor der Fertigstellung steht, hatte sich mit dem Husaren-Begriff nur schwer anfreunden können. Vor allem aber befürchtete die Vereinsspitze, dass die Bezeichnung einer weiteren Vermarktung des Stadions entgegen steht, bei der ein Sponsor-Unternehmen Namensträger werden kann.

Das Problem soll aus der Welt geschafft werden, indem zwar das gesamte Areal „Husaren-Sportpark“ heißt, einzelne Sportstätten wie das Stadion oder die avisierte Sporthalle aber eigene Namen bekommen können.

Dieses Vorgehen finde sowohl die Unterstützung des Fußball- als auch des Husarenvereins, sagte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). So bestehe die Möglichkeit, den Fußballplatz zu vermarkten. Nach 15-minütiger Debatte fiel das Ergebnis deutlich aus, womit der Stadtrat dem Willen der Grimmaer beim Online-Voting folgte.

Am neuen Grimmaer Sportzentrum in der Lausicker Straße sind die Arbeiten weit gediehen. Der Kunstrasenplatz ist im Prinzip fertig. Quelle: Leipziger Volkszeitung, Muldental

Beschlussvorlage im Stadtrat Grimma sorgt für Irritation

Allerdings sorgte für Irritationen, dass dem Stadtrat als Beschlussvorschlag „die Benennung des neuen Stadions“ zum „Husaren-Sportpark Grimma“ vorlag. Wohl auch deshalb regte Klaus-Dieter Tschiche (SPD) an, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, sprach aber ebenso die Bedenken zur Namensgebung an. „Es ist noch Redebedarf“, meinte er.

Der Beschlusstext wurde geändert und aus „Stadion“ das Wort „Areal“. Dennoch entspann sich eine kleine Debatte. Johannes Heine (Freie Wähler) verwies auf die oft und auch von der SPD geforderte Bürgerbeteiligung. „Und jetzt sollen wir einen Rückzieher machen?“ Die Abstimmung sollte akzeptiert und das Gelände entsprechend benannt werden, argumentierte der Fraktionschef. Das Areal gebe – „nach Laune und Kasse“ – viel her, jedes Objekt könne für sich vermarktet werden.

Husaren haben lange Tradition in Grimma

Als neutraler Gedanke wäre ihm der Begriff „Sportzentrum“ lieber gewesen, merkte Malte Martin (CDU) an. Und die weitere Entwicklung sei ein Blick in die Zukunft. „Zur Zeit ist es nur ein kleines Fußballstadion, mehr nicht“, sagte er. Aber die Husaren hätte eine lange Tradition in Grimma, lenkte Martin ein und verwies darauf, dass das Reiten und damit eine Fähigkeit der Husaren sogar olympische Disziplin sei.

„Wenn wir den Beschluss verschieben, haben wir in vier Wochen die gleiche Situation“, gab Karsten Schrempel (Bürger für Grimma) zu bedenken und warnte davor, das Bürgervotum zu negieren und so nicht nur die 37 Prozent vor den Kopf zu stoßen. Bei neuerlichen Abstimmungen könnte dann immer der Vorwurf kommen, den Bürgerwillen nicht berücksichtigt zu haben. Auch Schrempel findet es als gute Lösung, Teilobjekte separat zu benennen.

Laut OB haben Husarenfreunde Dampf gemacht

Rathauschef Berger wusste übrigens zu berichten, dass die Husarenfreunde „massiv abgestimmt und sich richtig Mühe gegeben“ haben. Während des Votings hätten sie per Mail oder Whatsapp untereinander mobil gemacht. Bei den Fußballern sei das nicht passiert.

Außerdem im Stadtrat

Der Grimmaer Stadtrat beschloss auf der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl, den Bebauungsplan für den zweiten Abschnitt des neuen Gewerbe- und Industriegebietes an der A 14 aufstellen zu lassen. Er umfasst 11,5 Hektar. Auf dem ersten Abschnitt (sieben Hektar) wird sich das Grimmaer Unternehmen Faun Viatec niederlassen und will dort laut Rathauschef Matthias Berger ab 2021 produzieren.

Des weiteren wurden die Stadträte über die weiteren Pläne für das Wohngebiet auf dem Rappenberg in Kenntnis gesetzt. Die Stadtverwaltung möchte im Herbst nächsten Jahres die Planung fürs Gesamtgebiet fertig haben, so dass ab 2021 umfassend gebaut werden kann. Um die 100 Bauplätze entstehen in einem Mix von Eigenheimen, Doppelhäusern und Mietwohnungen. Die Planung des ersten Abschnitts mit rund 20 Grundstücken ist bereits im Gange.

Von Frank Prenzel