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Grimma Steffen Richter rückt an die Spitze von Nerchau
Region Grimma Steffen Richter rückt an die Spitze von Nerchau
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13:03 17.09.2019
Nach der Wahlhandlung zur konstituierenden Sitzung des Ortschaftsrates Nerchau übernahm der neue Ortsvorsteher Steffen Richter (Wählervereinigung Nerchau, r.) die Versammlungsleitung – hier neben Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger. Richter löst Thomas Glaser (SPD) ab. Quelle: Frank Prenzel
Grimma/Nerchau

An der politischen Spitze im größten Grimmaer Ortsteil gibt es einen Wechsel. Steffen Richter (Wählervereinigung Nerchau) wurde Montagabend zum neuen Ortsvorsteher von Nerchau gewählt. Thomas Glaser (SPD), der in den letzten fünf Jahren die Fäden in der Hand hielt, musste den Stuhl räumen.

Neun Stimmen für den neuen Ortschef

Mit Richter und Glaser standen zur konstituierenden Sitzung des zwölfköpfigen Ortschaftsrates zwei Kandidaten auf dem Zettel. In geheimer Wahl konnte Richter neun Stimmen auf sich vereinen, exakt so viele wie seine Wählervereinigung Sitze im Ortschaftsrat hat. Glaser erhielt drei Stimmen, vermutlich von den drei SPD-Mitgliedern im Gremium. Zu Richters Stellvertreterin wurde in offener Abstimmung einmütig Ute Kniesche (Wählervereinigung Nerchau) gewählt. Sie war die einzige Bewerberin um den Posten.

Der neue Ortschaftsrat von Nerchau konstituierte sich am 16. September. Quelle: Frank Prenzel

Nerchau war 2011 nach Grimma eingemeindet worden, Richter hatte danach schon einmal für etwa zwei Jahre Ortsvorsteher-Luft geschnuppert. Nun führt der 58-Jährige, der für die Freien Wähler auch im Stadtrat Grimma sitzt, erneut die Zügel. „Wir haben in den nächsten Jahren viele Projekte, für die wir uns einsetzen werden und müssen“, sagte Richter. Zuvorderst nannte er den Breitband-Ausbau in den Dörfern. Das Turnhallen-Vorhaben sei wichtig für Schul- und Vereinssport, das Gerätehaus der Feuerwehr müsse saniert oder neu gebaut werden. Auch den Neubau der nahen Autobahnbrücke über die Mulde, der Nerchau tangieren wird, brachte Richter ins Spiel. Zur früheren Stadt Nerchau gehören 15 Dörfer, die Richter im Ortschaftsrat gut vertreten wissen will. Ihm sei es wichtig, die Arbeit auf viele Schultern zu verteilen, sagte der der LVZ.

Richter für Landwirtschaftsbetrieb

Der 58-jährige Diplom-Agraringenieur-Ökonom ist Geschäftsführer der Nerchau Mutzschener Agrar und Service GmbH und im Ehrenamt Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Muldental sowie des Schützenvereins Nerchau. Richters Hauptwohnsitz ist in Deditz.

Zu Beginn der Sitzung hatte Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) den ausgeschiedenen Bürgervertreter gedankt, das Wahlergebnis verkündet und die neu gewählten Ortschaftsräte verpflichtet. Ergänzend zu Richters Worten ging der Rathauschef dann auf die „Hot-Spots der kommenden fünf Jahre“ ein.

Zur konstituierenden Sitzung des Ortschaftsrates Nerchau verpflichtete Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger die neu gewählten Räte und überreichte die Urkunde - hier an Elke Weniger. Quelle: Frank Prenzel

Politisch unstrittig sei die Ertüchtigung der Turnhalle, so Berger. Mit Sportverein und altem Ortschaftsrat sei abgestimmt, in zwei Etappen zu bauen. Zunächst gehe es um die Rekonstruktion der alten Turnhalle und des Funktionsgebäudes, perspektivisch um die Angliederung einer Mehrzweckhalle. „Das wäre auch das Optimum für die Kunstradfahrer“, sagte Berger. Er halte es für realistisch, das für Sportverein sowie Kita- und Schulkinder wichtige Vorhaben in der bevorstehenden Legislaturperiode zu realisieren.

Breitband-Ausbau: Berger hofft auf Baustart 2020

Beim Breitband-Ausbau, den Grimma mit 45 Millionen Euro komplett gefördert bekommt, steht Bergers Worten zufolge im Oktober oder November der Betreiber fest. „Wir hoffen, dass es nach der Feinplanung dann im nächsten Jahr losgeht.“ Grimma habe den solidarischen Anspruch, Glasfaser als Daseinsfürsorge zu begreifen. Auch das Haus am Waldesrand erhalte Glasfaser durch die Wand, sagte Berger. Das gelte derzeit aber nur für jene, die als unterversorgt gelten. „Glasfaser ist so wichtig wie Wasser und Strom, sonst zieht keiner mehr in den ländlichen Raum“, betonte der Oberbürgermeister.

Autobahnbrücke bleibt vierspurig

Berger ging auch auf den aktuellen Stand von drei Wohnbauprojekten in Nerchau ein und informierte, dass es an der neuen A-14-Brücke keinen Lärmschutz geben wird. Die Deges als Bauherr gehe auf der Autobahn perspektivisch von 50.000 Fahrzeugen am Tag aus, weshalb die Brücke nicht sechsspurig gebaut werde. „Eine vierspurige Autobahn kann locker 70.000 Fahrzeuge fassen.“

Airlebnistage in Nerchau sollen etabliert werden

Gut etabliert hätten sich die Airlebnistage in Nerchau, schwenkte Berger auf den kulturellen Sektor. Der Ausrichter hatte das Ballonfest jetzt vom Herbst ins Frühjahr verlegt – rund um den Himmelfahrtstag. Das habe nicht zur erhofften Umsatz-Explosion geführt, informierte Berger mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit. „Wir sind dran, das Ballooning zu einem dauerhaftem Event für Nerchau zu machen“, versprach er Ortschaftsräten wie Besuchern.

Von Frank Prenzel

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