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Grimma Trebsener Oberschüler starten Stratosphärenballon
Region Grimma Trebsener Oberschüler starten Stratosphärenballon
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15:42 11.06.2019
Der Countdown für den Start des Wetterballons läuft. Quelle: Frank Schmidt
Trebsen

Eine Gruppe von sechs Oberschülern in Trebsen haben vom Schulhof aus einen Stratosphärenballon gen Himmel steigen lassen. Unter Federführung ihres Informatiklehrers, Michael Leistert, wurde seit neun Monaten daran getüftelt und gearbeitet, aber auch studiert, probiert und geforscht. „Dieser Wetterballon wird mit einer Geschwindigkeit von etwa fünf Metern pro Sekunde auf etwa 34 Kilometer Höhe aufsteigen. Das entspricht einer Entfernung von Trebsen bis nach Leipzig“, stellt der Lehrpädagoge einen Vergleich an.

In zwei Stunden auf 34000 Meter Höhe

Und dafür würde der Ballon ungefähr zwei Stunden unterwegs sein, bevor er platzt und wieder zu Boden fällt. Erst nachdem man die Messbox unbeschadet aufgefunden hat, können Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck abgelesen werden, die über Sensoren erfasst und gespeichert wurden. „Leider hat das Gerät keine Home-Funktion wie bei einer Drohne, aber dafür einen GPS-Sender, sodass wir mit nur geringer Abweichung feststellen können, wo unserer Messwerte zu finden sind. Und wir gehen davon aus, dass dieser Landepunkt im Umkreis von 100 Kilometern sein wird“, zeigte sich Leistert optimistisch.

Das Team der Stratofighter bereitet den Start des Wetterballons vor Quelle: Frank Schmidt

Seinen Vorabberechnungen zufolge könnte der Landeort bei Jessen in der Nähe von Torgau sein. Richard Ambrosius vom Team der Stratofighter lieferte noch andere Daten. „Der Ballon besteht aus Latex, wiegt etwa 1500 Gramm und kann genauso viel Last tragen. Dafür wird er mit etwa 20 Liter Helium gefüllt, was im Vergleich zum Tragegewicht der Messbox gigantisch ist“, stellte der 15-Jährige fest.

Trebsener wagen starkes Experiment

Kommentar von Ines Alekowa

Der Mittwoch wird mit 28 Grad im Raum Leipzig wieder heiß, die Luftfeuchte liegt bei 61 Prozent, vereinzelt ist mit Gewittern zu rechnen. Für Wettervoraussagen werden seit Jahrzehnten an mehreren Stationen in Deutschland zu festgelegten Zeiten Wetterballons aufgelassen, um Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchte auch in höheren Luftschichten zu bestimmen.

Sich das Ergebnis dann im Wetterbericht anzuschauen, ist einfach. Spannend wird es, wenn man zu den Hauptakteuren in der Wetterküche selbst eine Messbox schickt. Das hat jetzt eine Gruppe von Trebsener Oberschülern ausprobiert.

Der Ursprung der Technologie ist zwar schon über 100 Jahre alt – erstmals experimentierte 1896 der französische Meteorologe Léon-Philippe Teisserenc de Bort mit Wetterballons und begründete damit unser Wissen um die Troposphäre und Stratosphäre als Schichten der Erdatmosphäre.

Aber für Schüler ist das Vorhaben, einen Ballon gen Himmel zu schicken, schon eine gehörige Herausforderung. Sie zu bewältigen, muss Wissen aus den unterschiedlichsten Fächern – von Mathe, Physik, Informatik bis Geografie – praktisch angewendet werden.

Technisches Geschick ist beim Zusammenbau des Ballons und seiner Nutzlast gefragt. Zu der gehört übrigens nicht nur die Messbox, sondern auch eine Kamera, die aus 34 Kilometer Höhe spektakuläre Bilder verspricht, durchaus vergleichbar mit Satellitenaufnahmen. Alle Komponenten zusammen sind geeignet, Lust auf Naturwissenschaft zu fördern.

Der Fokus auf das Wetter vor dem Hintergrund des Klimawandels macht das Experiment besonders wertvoll.

Akteure hoffen auf sichere Landung der Messbox

Aber: „Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre, dass die Messstation mit anderen Flugkörpern kollidiert und beschädigt wird“, orakelte Ambrosius augenzwinkernd. Doch auch daran haben die Stratofighter gedacht. „Die Aktion ist entsprechend versichert und auch von der deutschen Flugsicherung genehmigt worden“, so Leistert.

Was aber noch könnte die Mission gefährden? „Dass die Messbox dort landet, wo wir sie nicht erreichen können“, ergänzte Ambrosius. Etwa auf einem Gebäude, in einer Baumkrone oder auch in einem Fluss oder Gewässer.

Der Countdown für den Start des Wetterballons läuft, dann startet er mit fünf Metern pro Sekunde in eine Höhe von etwa 34 Kilometern. Quelle: Frank Schmidt

Team rechnet mit spektakulären Aufnahmen von der Erde

„Wenn aber alles gut geht, haben wir sicher spektakuläre Aufnahmen vom Flug und von der Erde, denn dafür ist in der Messbox eine Kamera eingebaut worden“, sagte Ambrosius. Selbstbewusst formulierte er noch das über alles stehende Ziel der Mission. „Wir wollen nach außen zeigen, was wir als Oberschule Trebsen können und wie wir unser erlangtes Wissen aus dem Mathematik- und Physikunterricht anwenden.“

Von Frank Schmidt

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