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Grimma Streitgebiet Loreley: grünes Licht für B-Plan
Region Grimma Streitgebiet Loreley: grünes Licht für B-Plan
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13:53 23.09.2018
Blick über die Mulde hinweg zur versteckten Loreley. Quelle: Andreas Döring
Grimma/Bahren

Grimmas Stadträte hatten letztlich keine Fragen mehr. Alle hoben die Hand, damit für die Loreley in Bahren endlich ein Bebauungsplan aufgestellt werden kann. Mit diesem Schritt will die Stadt Rechtssicherheit in einem Gebiet schaffen, das mehr als 130 Flurstücke umfasst und in dem es vor drei Jahren mit der einsamen Beschaulichkeit vorbei war. Denn im Mai 2015 hatten 14 Grundstückseigentümer Post vom Landratsamt bekommen. Der Vorwurf: Illegale Wohnnutzung (die LVZ berichtete).

Über alle Systeme hinweg gebaut

Formal habe das Landratsamt recht, denn es handele sich um Schwarzbauten, wandte sich Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) an die Loreley-Bewohner, die zur Stadtratssitzung auf den Besucherstühlen Platz genommen hatten. Es sei nicht fassbar, was in der Loreley in den letzten 100 Jahren über alle Systeme hinweg passiert sei. „Wir müssen dort jetzt Ordnung reinbringen“, so der Rathauschef mit Blick auf geltende Gesetze. Berger machte unmissverständlich deutlich, dass der B-Plan im Nachgang eine „absolute Ausnahme“ sei. „Seid froh, dass es in die Gänge kommt und aus eurer Wiese ein Baugrundstück wird. Es ist eine Riesenchance für euch“, betonte der Stadtchef.

Loreley gilt als Außenbereich

Die Loreley gilt als städtebaulicher Außenbereich. Seit mehr als 100 Jahren werde dort gebaut, verdeutlichte auch die Leiterin des Stadtentwicklungsamtes, Janine Wolff. Manche hätten eine Baugenehmigung, andere nicht. Und wer eine habe, für den werde es zunehmend schwerer, An- oder Umbauten erlaubt zu bekommen. „Wir wollen für das gesamte Gebiet Rechtssicherheit erhalten“, so die Amtschefin. Bei der Planung werden nicht nur der Natur- und Hochwasserschutz beachtet, es soll auch verankert werden, welche Grundstücke dauerhaften Wohnzwecken dienen können und welche als Wochenendsiedlung gelten. Momentan ist etwa jedes vierte Haus ständig bewohnt.

Kosten für B-Plan tragen alle

Die Kosten für den Bebauungsplan übernehmen anteilig die Grundstücksbesitzer, für Grimma selbst sind das 4354 Euro. In privater Initiative haben die Bewohner das Geld für das Planungsbüro bereits zusammen getragen. Die Stadt hatte noch abgewartet, bis der Deckel drauf ist und nun dem Stadtrat den Beschlussantrag vorgelegt. Das Planungsbüro kann jetzt loslegen. Experten rechnen damit, dass bis zur Rechtskraft des B-Planes eineinhalb Jahre ins Land gehen.

Drei Bürgerversammlungen

Bis zum jetzigen Beschluss hatte die Stadt drei Bürgerversammlungen für die Loreley-Bewohner anberaumt. Sie waren somit ständig in den Prozess eingebunden. Reinhard Hoffmann, laut Stadtverwaltung Verantwortlicher der Interessengemeinschaft Loreley, hatte sich vor den Karren der Grundstückseigentümer gespannt und auch die Geldsammlung organisiert. Vermutlich wird die Stadt mit ihm den städtebaulichen Vertrag, der für alle die Finanzierung regelt, abschließen. In welcher juristischen Form, ist noch offen.

Bei allem Fortschritt schwelt auch etwas Ärger mit, weil sich wohl einige Eigentümer nicht an den Planungskosten für ihre Scholle beteiligen wollen und die Zahlung verweigern. Zur Stadtratssitzung jedenfalls wurde der Unmut in Worte gefasst. Rathauschef Berger richtete deshalb noch einmal beschwörende Worte an die Besucher: „Zieht das Ding durch!“

Von Frank Prenzel

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