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Grimma Party in Trebsen: TCC startet in die 45. Saison
Region Grimma Party in Trebsen: TCC startet in die 45. Saison
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15:06 19.02.2019
Bunt und heiter, wie bisher beim TCC soll es auch im 45. Jahr zur legendären Sackfete in Trebsen zugehen. Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen

Wie beim Trebsener Carneval Club (TCC) die närrische Zeit so vergeht. Trotzdem: „45 Jahre froh und heiter, bei den Säcken geht der ganze Zirkus weiter“. So lautete das diesjährige Motto, mit dem die kleine und große Funkengarde, die Showtanzgruppe und der Elferrat sowie die Büttelgarde und deren Nachwuchs, die Büttelchen, am kommenden Wochenende in der Trebsener Sport- und Kulturstätte ihren Fasching feiern.

Sackfete mit vier Veranstaltungen

Für insgesamt vier Veranstaltungen, die beim TCC traditionell weit über den Rosenmontag (4. März) hinaus stattfinden und für die es noch an den Abendkassen Karten gibt, werden wieder die Kulissen geschoben. So am 22. Februar beim sogenannten „Fasching für Jedermann“, der als öffentliche Generalprobe 18 Uhr beginnt, und freilich bei den legendären „Sackfeten“ am 23. Februar sowie am 2. und 9. März, jeweils ab 19.30 Uhr.

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So mancher Programmpunkt ist schon durchgesickert, aber zu viel soll dann doch nicht vorher über die 45. Sackfete verraten werden. Quelle: Frank Schmidt

Kanzlerin trägt Clowns-Nase

Die Betonung im Motto liegt auf „Zirkus“. Ein Narr, der Böses denkt, wenn er in diesem Kontext das Konterfei der Kanzlerin auf dem Ankündigungsplakat sieht. Zwar mit Pappnase, Hüttchen und reichlich Schminke als Clown kostümiert, scheint „Mutti“ sich aber nicht wirklich wohlzufühlen in ihrer närrischen Rolle. Was sagt denn da der TCC-Präsident Andreas Julius, alias Jule dazu? „Tschja, was soll ich da sagen. Dir fehlt es einfach an der nötigen Fantasie – oder?“, antwortet er mit einer Gegenfrage. Typisch für einen echten Narren, der sich nicht wirklich festnageln lassen will.

Das ist mal eine Ausnahme, bei der sich die TTC-Mitglieder mit ihrem Präsidenten Andreas Julius (r.) bei den Proben über die Schultern schauen lassen. Quelle: Frank Schmidt

Und deshalb, so lässt wenigstens sein Vize Thoralf Stohr etwas durch den Vorhang der fiktiven Manege illern, „wird es quer Beet und damit richtig rund und bunt zugehen bei uns.“ Nun fühlt sich Jule doch gekitzelt, mehr aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Manege frei für schwergewichtiges Programm

„Es werden Jungfrauen zersägt – eine unserer Hauptattraktionen, es fliegen Messer durch den Saal, es gibt Sketche, bei denen nicht ein einziges Wort fällt, und es gibt eine richtige Tierdressur mit Krokodil, Eisbär, Nilpferd und Co.“, macht der Präsident mit dieser Nummer auf das „schwergewichtige Männerballett“ neugierig. „Ach ja, dann haben wir noch unsere Mutti-Tanzgruppe mit den TCC-Frauen so um und über 40“, verspricht Stohr. Ob bei dieser Nummer eine Verbindung zur Kanzlerin besteht, lässt er verschmitzt lächelnd offen – noch jedenfalls.

Mit der neuen Datenschutzgrundverordnung hat auch der TCC zu kämpfen, weshalb die Trebsener Narrensäcke ihre Besucher um eine Fotoerlaubnis bitten. Quelle: Frank Schmidt

Eintrittskarte mit Erklärung

So lustig das alles klingt, der TCC hat auch ernsthafte Probleme. „Die neue Datenschutzgrundverordnung“, sagt Julius. „Dabei geht es hauptsächlich um die Fotoerlaubnis während unserer Veranstaltungen, denn gerne möchten wir wieder Bilder auf unserer Homepage veröffentlichen. Deshalb, und das steht auch so ausdrücklich auf jeder Eintrittskarte, willigt jeder Gast mit seinem Besuch einer unserer Sackfeten in diese Fotoerlaubnis ein. Wer das nicht möchte, müsste sich melden“, regt Julius an. „Der wäre aber auch beim Kinderfasching am 2. März um 14 Uhr gut aufgehoben, oder er taucht im Mückensumpf ab“, scherzt Stohr. Was das für ein närrisches Rückzugsgebiet ist, wäre mal eine extra Geschichte.

Von Frank Schmidt