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Grimma Privatzoo Trebsen aufgelöst – der Staatsanwalt ermittelt
Region Grimma Privatzoo Trebsen aufgelöst – der Staatsanwalt ermittelt
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13:19 29.05.2019
Tierschutzfall Trebsen - der Staatsanwalt hat das Wort. Quelle: privat
Trebsen

Nachdem bekannt geworden ist, dass die Staatsanwaltschaft Leipzig mit Zweigstelle Grimma gegen die Trebsener Tierhalterin Simona T. Strafanzeige gestellt hat, werden immer mehr Details bekannt. Es werden massive Vorwürfe wegen mehrerer Verstöße gegen den Tier- und Artenschutz erhoben. Während einer Razzia Mitte Mai war der Privatzoo aufgelöst und zahlreiche exotische Tiere durch das Landratsamt im Landkreis beschlagnahmt worden.

Zu- und Umstände der Tierhaltung schlimmer als gedacht

Im Zuge der Ermittlungen kristallisiert sich heraus, dass die Zu- und Umstände der Tierhaltung in einem Privathaus und auf dem Reiterhof mit Pferdepension schlimmer sind als ursprünglich angenommen wurde. Details gehen aus einer knapp fünfseitigen Anzeige hervor, die von der Tierschutzorganisation Peta verfasst wurde und der Redaktion vorliegt. Die Strafanzeige war am 18. April bei der Staatsanwalt eingegangen. Diese bildet die Grundlage für die eingeleiteten Ermittlungen gegen die Tierhalterin.

Die Tierschutzorganisation Peta reicht eine Strafanzeige gegen die Trebsener Tierhalterin ein. Quelle: Peta Screenshot

Illegale Haltung exotischer Tiere in Trebsen

Kernaussage ist, dass von der Trebsener Halterin nicht nur exotische Tiere wie Vögel, Affen und Echsen illegal gehalten, sondern auch Tiere systematisch gequält und Tierpfleger sowie Pferdehalter, die in der Pension eingemietet waren, terrorisiert und bespitzelt worden seien. Die Tierschutzorganisation sei deshalb aktiv geworden, so Peta-Juristin Sandra Neuschütz, weil sich „mehrere Zeugen aus dem Umfeld des Reiterhofes“ Hilfe suchend an die Tierschutzorganisation gewandt hatten. Deren Schilderungen und Vorwürfen konnten Fotos zur Beweislage angefügt werden, weshalb man als Tierschutzorganisation Mitte April die Strafanzeige gestellt habe.

In ihrer Strafanzeige geht die Tierschutzorganisation Peta auf die Vorgänge im Trebsener Privatzoo ein, wie sie von Zeugen geschildert worden sein sollen. Quelle: Peta Screenshot

Vorwurf: Tiere mit Schlägen und Strom traktiert

Demnach werde „der Hund – ein Spitz – der Angezeigten“, mit einem sogenannten Teletaktgerät, also mit einem Stromhalsband, drangsaliert. „Vor Schreck sei das Tier in die Luft gesprungen, was die Angezeigte jedes Mal amüsiert habe“, heißt es in der Strafanzeige. Andere Hunde würde die Tierhalterin in kleinen Käfigen halten und zudem regelmäßig mit einer Gerte schlagen. Gleiches Schicksal müssten Pferde ertragen, um, so wird der Tierhalterin vorgeworfen, „ihre Wut an ihnen auszulassen“.

Auszug aus der Strafanzeige, die von der Tierschutzorganisation Peta formuliert wurde. Quelle: Peta Screenshot

Außerdem wird in der Strafanzeige detailliert beschrieben, wie Pferde mit einer Hengstkette im Maul gequält werden. Auch das Futter würde den Anforderungen nicht entsprechen, denn die Pferde hätten „mehrere Tage altes gärendes Gras“ gefüttert bekommen. Schwerwiegend ist der Vorwurf, dass ein anderes Pferd vergiftet worden sein soll, weil dessen Besitzerin den Pferdehof mit ihrem Vierbeiner verlassen wollte.

Die Tierschutzorganisation Peta gewährt Einblick in die Strafanzeige, die von ihr erhoben worden ist. Quelle: Peta Screenshot

Ort für Tierfriedhof in der Anzeige angegeben

Bislang unbekannt wäre zum damaligen Zeitpunkt gewesen, dass sich auf dem Gelände des Reiterhofes ein Tierfriedhof befinden solle. „Auf dem alten Reitplatz seien sehr viele tote Tiere, wie Ponys, Schafe, Lamas, Hunde und Schweine begraben, die im Laufe der Zeit verstorben seien“, wird dafür in der Strafanzeige ein konkreter Ort angegeben. Und seit dem Winter sei eine zweite Grabstelle hinzugekommen. Kinder hätten beim Spielen entsprechende Knochenfunde gemacht.

Die Tierschutzorganisation Peta gewährt Einblick in die Strafanzeige. Quelle: Peta Screenshot

Kleine Käfige und Terrarien im Keller

Die bereits erwähnten Affen seien im Keller des Wohnhauses versteckt gehalten worden, der dafür so umgebaut wurde, „dass es nicht möglich sei, direkt Einblick zu nehmen“, werden Zeugen in der Strafanzeige zitiert. Ein Affe hätte sein Zuhause in einem Glasterrarium gehabt, zwei weitere in einem kleinen Käfig.

Die Tierschutzorganisation PETA gewährt Einblick in die Strafanzeige. Quelle: PETA Screenshot

Zwar sei das Veterinäramt mehrmals vor Ort gewesen, doch die Tierhalterin sei „jedes Mal vorgewarnt“ worden, so dass die Möglichkeit bestanden habe, Beweise zu verstecken und den Hof aufzuräumen.

Von lvz

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