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Grimma Trebsen gebietet Steinbruch Einhalt
Region Grimma Trebsen gebietet Steinbruch Einhalt
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18:05 08.08.2019
Desolat: Über diese Straße würde möglicherweise der Transport des Gesteins laufen. Sollte diese saniert werden, könnte die Seelingstädter Ortsdurchfahrt hinterher wieder durch die Lastwagen beschädigt werden, befürchten Einwohner. Quelle: Frank Pfeifer
Trebsen

 Es sah nach einem einfachen Durchmarsch aus, doch jetzt geht der Wunsch der Basalt AG (BAG) doch nicht so schnell in Erfüllung, den Steinbruch Trebsen länger als genehmigt ausbeuten zu können. Der Stadtrat hatte zu starke Bedenken, dies könne zu Lasten der Einwohner gehen, so dass er das Thema zur Beratung zurück an den Technischen Ausschuss verwies.

Die Zeit drängt für das Unternehmen, denn der Rahmenbetriebsplan für den am Ortseingang von Seelingstädt gelegenen Steinbruch läuft zum Jahresende aus. Damit diese Frist noch rechtzeitig im Vorab bis zum 31. Dezember 2045 ausgedehnt werden kann, sollte Druck gemacht werden. Auf Bitten des Oberbergamtes Freiberg berief Trebsen den Technischen Ausschuss zu einer Sondersitzung am 15. Juli ein. Das Gremium empfahl dem Stadtrat, einer längeren Geltungsdauer des Rahmenbetriebsplans zuzustimmen. Doch dieser sträubte sich.

Stärkere Bergbautätigkeit befürchtet

In drei Punkten manifestieren sich die Bedenken einiger Parlamentarier. Der erste dreht sich um die Größe der künftigen Bergbautätigkeit. „Wenn wir der Verlängerung zustimmen, kann die Firma machen, was sie will“, meint Manfred Müller von der Bürgerinitiative für eine sichere Zukunft (BIZ), der eine deutliche Zunahme des Fördermengen befürchtet.

Der Steinbruch Trebsen. Momentan wird hier nur wenig Quarzporphyr abgebaut. Doch die Menge könnte sich künftig deutlich erhöhen. Quelle: Frank Schmidt

Momentan holt die Basalt AG jährlich 0,3 bis 0,5 Tonnen Quarzporphyr aus dem Bruch, dem das Unternehmen lediglich eine Assistenzfunktion zusprach für seine Hauptstandorte in Großsteinberg und Lüptitz. „Wir stellen derzeit in Trebsen Körnungen her, die der große Bruder in Großsteinberg nicht in dem Umfang liefern kann, wie ihn die Kunden wünschen“, erläutert der Technische Leiter der BAG, Matthias Zeipert.

Dass der Bedarf eines Tages noch größer sein wird, kann er nicht ausschließen. Weil es bundesweit zunehmend zu Engpässen bei Hartgestein kommt und der Steinbruch Trebsen über einen Bahnanschluss verfügt, besteht aus seiner Sicht die Möglichkeit, den Abbau zu forcieren, auch wenn sich das gegenwärtig noch nicht konkret abzeichnet. Die Grenze, die im jetzigen Rahmenbetriebsplan bei 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr festgelegt ist, wird aber laut Zeipert auch in Zukunft nicht überschritten.

Zerstörung der Straßen befürchtet

Wenn jedoch Gestein in größeren Mengen gefördert wird, geht das zu Lasten der Infrastruktur und Bürger, lautet der zweite Kritikpunkt von Stadträten. „An der Ausfahrt der Steinbrüche hört die Verantwortung der Betriebe auf“, argumentiert Volker Killisch (Wählervereinigung Altenhain). „Fahren die Lastwagen in Richtung Seelingstädt, stoßen sie auf eine schon kaputte Ortsdurchfahrt. Und sollte sie doch einmal saniert werden, zerstören sie diese gleich wieder. In der anderen Richtung kommen sie an unserer Grundschule vorbei; auch das ist nicht ideal.“

Zeipert räumt ein, dass sein Unternehmen laut Gesetz in der Tat nur fürs Betriebsgelände zuständig ist, nicht aber für den Verkehr außerhalb. Er zeigt aber seine Bereitschaft, sich mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen. „Alleine können wir das Problem nicht lösen“, sagt er.

Fehlende Renaturierung befürchtet

Das dritte Themenfeld betrifft die Renaturierung. „Was passiert nach 2045, falls wir einer Verlängerung zustimmen?“, fragt Regina Lyko (BIZ) und erklärt: „Ich sehe nichts, was außer Lärm und Dreck für uns übrig bleibt.“ Manfred Müller fordert genaue Aussagen. Und Volker Killisch erinnert: „Wir haben schon erlebt, dass nach der Ausbeutung die Firma ihren Betrieb auf Pause stellt, und dann geschieht überhaupt nichts mehr.“

„Was wir in der Landschaft verursachen, dafür müssen wir geradestehen“, verspricht Matthias Zeipert. Ein Nachfolge- und Nutzungskonzept für den Steinbruch, der sich bis Ende 2045 im Eigentum der BAG befindet, sei Bestandteil des Rahmenbetriebsplans. Dieses Konzept wollen die Abgeordneten aber einsehen können, bevor sie ihre Hand heben. Die meisten von ihnen befürworteten einen Antrag Manfred Müllers, das Thema deshalb noch einmal dem Technischen Ausschuss zu übertragen, der am 12. August im Rathaus öffentlich diskutieren wird.

CDU befürwortet Verlängerung

Verhindern wollte das in erster Linie die CDU. „Der Ortschaftsrat hatte eine Empfehlung für die Verlängerung der Bergbautätigkeit gegeben. Es war gute Praxis der Vergangenheit, so etwas ernst zu nehmen“, erklärt Markus Praprotnick. Und sein Parteifreund Bodo Herzog gibt zu bedenken: „Steine werden gebraucht. Wenn alle sagen, bei uns dürfen sie nicht abgebaut werden, haben wir keine Autobahnen und Zugstrecken mehr. Wir sollten dagegen kämpfen, neue Brüche aufzumachen, und dafür lieber zustimmen, einen länger auszubeuten, der sowieso schon seit über 100 Jahren besteht.“

Von Frank Pfeifer

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