Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Trebsener Stratofighter wollen hoch hinaus
Region Grimma Trebsener Stratofighter wollen hoch hinaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:52 26.01.2019
Stratofighter der Oberschule Trebsen: Tim Fäller (v.l.), Richard Ambrosius, Lehrer Michael Leistert, Josi Hartmann, Schulleiter Detlef Hörig, Richard John und Robin Zimmermann mit dem weißen Ballon. Quelle: Thomas Kube
Trebsen

Lernen, Spannung und Spaß verbindet die Oberschule Trebsen derzeit mit einem außergewöhnlichen Projekt. Eine Gruppe von sechs Neuntklässlern will im Mai einen Stratosphärenballon starten, dessen Technik Wetterdaten sammeln und spektakuläre Aufnahmen liefern soll. Dazu gehört eine Menge Basiswissen, das sie sich aneigneten.

Sie nennen sich Stratofighter und tragen himmelblaue T-Shirts. „Der Name ist mehr aus Jux und Tollerei entstanden“, bekennt Schulleiter Detlef Hörig. Ein Beleg dafür, dass hier die Normen der Bildungsstätte ein wenig außer Kraft gesetzt sind. Jede Woche treffen sich die Schüler nachmittags für zwei Stunden. „Wir strukturieren unseren Unterricht selber. Das ist eine offenere Runde ohne Vorgaben des Lehrers“, beschreibt Richard Ambrosius aus der 9b.

Trebsens Stratofighter arbeiten konzentriert

Bei aller guter Laune wird im Team trotzdem konzentriert und zielgerichtet gearbeitet. Das begann bereits im Herbst, als alle mit dem Ballon zusammenhängenden Aspekte der Geographie, Chemie, Physik, Informatik und Meteorologie behandelt wurden. „Steigt der mit Helium gefüllte Ballon auf, dehnt er sich aus“, erklärt Ambrosius. „Je höher er ist, um so schneller steigt er, weil die Auftriebskraft mit größer werdendem Volumen zunimmt.“

Stratosphärenballon schon eingetroffen

Inzwischen ist der mit Hilfe von Sponsoren gekaufte Wetterballon eingetroffen, die Schüler breiten ihn aus. Mit Handschuhen, damit er keinen Schaden nimmt, denn er besteht aus dünnem Latex. Drei Kubikmeter Helium wird er fassen, 1,5 bis zwei Kilogramm Last tragen können. Diese besteht hauptsächlich aus einem weißen Styroporkasten, in dem sich der sogenannte Datenlogger befindet. Er wird Höhe, Luftfeuchtigkeit, Druck und Temperatur aufzeichnen.

Wetterballon erreicht Höhe von bis zu 35 Kilometer

Die meisten Verkehrsflugzeuge sind in einer Höhe von zehn bis zwölf Kilometern unterwegs. Der sich stetig ausdehnende Trebsener Ballon wird voraussichtlich nach anderthalb bis zwei Stunden 30 bis 35 Kilometer über dem Erdboden erreichen und zerplatzen. Nach dem großen Knall gerät das System ins Straucheln und überschlägt sich. In diesem Moment könnten der am Boden der Box angebrachten Kamera, die vor allem die Szene des Starts vom Schulhof festhalten soll, Aufnahmen aus dem Weltraum und von der Erdkrümmung gelingen. „Das wäre natürlich ein Volltreffer“, meint Detlef Hörig.

Fallschirm bremst Sturz ab

Ein ungebremster Sturz aus der Stratosphäre würde unweigerlich zur Zerstörung sämtlicher Technik führen. Deshalb nimmt der Ballon zusätzlich einen Fallschirm mit nach oben. Ein ebenfalls installierter GPS-Sender soll das Auffinden ermöglichen.

Weil der Ballon durch die Luftströmungen voraussichtlich weit weg getragen wird, ist mit der Landung in einem Umkreis von 200 Kilometern zu rechnen. „Gerät er in einen Jetstream, könnte die Entfernung sogar noch größer sein“, erläutert Michael Leistert, ein Seiteneinsteiger an der Oberschule, der früher als Meteorologe gearbeitet hat. Der Lehrer wird mit dem Schulleiter und Schülern also eine Weile fahren müssen, um ihn zurückzuholen.

Versicherung und Anmeldung nötig

Nicht steuern lässt sich, wo das Ganze niedergeht. Statistisch passiert das in 80 Prozent der Fälle auf freier Flur, also auf Feldern, Wiesen, in Wäldern oder Gewässern. „Wir verschließen deshalb die Styroporbox mit den technischen Geräten so wasserdicht wie möglich“, sagt Leistert. Angst müsse niemand haben, dass er von der Fracht aus dem Himmel erschlagen wird. Schäden an Gebäuden hingegen seien denkbar, weshalb die Schule eine Versicherung abschließen muss. Außerdem hat sie beim Luftfahrtbundesamt den Starttermin anzumelden.

Als Nachbereitung wollen die Stratofighter die gewonnenen Messergebnisse sammeln, visualisieren und mit denen aus Fachliteratur und Internet abgleichen. „Unser Projekt könnte auch später im Unterricht genutzt werden, um allgemein zu zeigen, wie Daten ausgewertet und Diagramme erstellt werden“, schlägt Richard Ambrosius vor.

Von Frank Pfeifer

Für die Öffentlichkeit so richtig sichtbar wird der laufende Umbau des Naunhofer Rathauses ab März. Das war zur Sitzung des Stadtrats zu erfahren, in der mehrere Beschlüsse gefasst wurden.

25.01.2019

Erst wegweisende Beschlüsse, dann handfester Krach: Zur Stadtratssitzung in Grimma sollte Landtagsabgeordnete und Stadträtin Kerstin Köditz (Linke) Stellung zu angeblich getürkten Zitaten nehmen.

25.01.2019

Den Brandiser Altbürgermeister Andreas Dietze zieht es in die Landespolitik. Der Parteilose will bei der Landtagswahl am 1. September für die Freien Wähler antreten.

25.01.2019