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Grimma Trotz Nein vom Kreis: Altenhainer Eltern kämpfen weiter für Tempo 30 vor Kita
Region Grimma Trotz Nein vom Kreis: Altenhainer Eltern kämpfen weiter für Tempo 30 vor Kita
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00:19 23.12.2017
Die Steppkes der Altenhainer Kindertagesstätte „Die Dorfspatzen“ protestieren auf ihre Weise. Personal und Eltern fordern eine Tempo-30-Zone vor der Einrichtung, was das Landratsamt ablehnt. Quelle: Foto: Thomas Kube
Trebsen/Altenhain

Nun hat es die Stadt schwarz auf weiß. Das Landratsamt weigert sich, auf der Kreisstraße vor der Kindertagesstätte „Die Dorfspatzen“ eine Tempo-30-Zone auszuweisen. Für betroffene Eltern so nicht hinnehmbar, sie wollen weiter kämpfen.

Im Oktober waren sie mit ihren Forderungen an die Öffentlichkeit gegangen (LVZ berichtete). Ihr Argument: Nicht alle Lastwagen, von denen seit der Sperrung der Ortslage Ammelshain noch mehr als früher vorbeirollen, und Busse würden die für sie ausgesprochene Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde einhalten. Und auch Tempo 50, das für alle anderen Motorisierten gilt, werde häufig überschritten. Die Kinder seien somit gefährdet.

Die Stadtverwaltung reagierte damals sofort und stellte ein Gerät auf, das den Fahrern per Smiley zeigte, ob sie zu schnell unterwegs sind. Allerdings auf der Straßenseite, die aus dem Ort herausführt und auf der die Wagen in der Regel kurz vorher an einer Kreuzung abgebremst worden sind. Mehr Sinn hätte es in der Gegenrichtung gemacht, doch dort stehen keine Masten, an denen es hätte befestigt werden können. Zwar soll der Bauhof als Ersatz ein Gestell anfertigen, das Diebe nicht einfach stehlen können. Doch dazu, so heißt es aus dem Rathaus, kommen die Mitarbeiter wegen der derzeitigen Weihnachtsfeierlichkeiten und der anschließenden Urlaubszeit über die Feiertage voraussichtlich erst nächstes Jahr.

Parallel leitete Frank Erfurth vom Sachgebiet Ordnung und Sicherheit die Bitte der Kita-Eltern ans Landratsamt weiter. In der Antwort teilte die Kreisbehörde mit, sie schätze die Verkehrsbelegung auf der Kreisstraße als gering ein, der Schwerlastanteil sei noch geringer. Trotzdem wäre die Geschwindigkeit an drei verschiedenen Werktagen überprüft worden. Bei zusammengenommen 697 Durchfahrten seien 31 Tempoüberschreitungen registriert worden, das entspreche vier Prozent.

Alle Verkehrszeichen, ob sie nun Lastwagenfahrern das Limit aufzeigen oder grundlegend vor Kindern warnen, sind laut Landratsamt in richtiger Größe aufgestellt und weithin deutlich erkennbar. Laut der rechtlichen Grundlagen wäre es nicht möglich, eine Tempo-30-Zone für alle Fahrzeuge einzurichten. Zum Beispiel befinde sich die Kita 20 Meter zurückgesetzt hinter einem Parkplatz und damit nicht im unmittelbaren Bereich der Straße.

Unfälle habe es noch nicht gegeben, weshalb auch keine Rüttelstreifen in Frage kämen. So urteilt das Landratsamt: „In Würdigung aller Gesamtumstände wird keine Änderung der bestehenden Beschilderung vorgenommen.“

Sabine Sauer, Vorsitzende des Elternrats, nimmt das nicht so einfach hin. „Nachzugeben wäre der falsche Schritt“, meint sie. Die Kinder hätten bereits ein Bettlaken bemalt, auf dem Tempo 30 gefordert wird und das bei besserem Wetter rausgehängt werden soll. Außerdem sei zum Wichtelmarkt der Kita eine Unterschriftensammlung angelaufen. „Wir suchen jetzt nach weiteren Argumenten für unser Anliegen“, kündigt Sauer an. „In Naunhof wurde vor der Kita an der Wurzener Straße eine Begrenzung auf 30 ausgeschildert, dort geht es doch auch.“

Kita-Leiterin Susanne Mund sieht das genauso. „Andere Kindertagesstätten haben ebenfalls die 30, obwohl sie an nicht so stark befahrenen Straßen liegen“, sagt sie. Als Stadträtin sei sie sich mit den anderen Abgeordneten einig, einem Vorschlag von Markus Praprotnik (CDU) zu folgen, wonach alle Beteiligten an einen Tisch kommen sollen. „Ich gehe davon aus, dass die Stadtverwaltung den Termin organisiert“, sagt Mund.

Von Frank Pfeifer

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