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Grimma Turnhalle in Nerchau soll saniert werden – Fördergeld fehlt
Region Grimma Turnhalle in Nerchau soll saniert werden – Fördergeld fehlt
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17:00 23.04.2019
Die Turnhalle Nerchau ist in die Jahre gekommen, sanierungsbedürftig und sehr beengt. Sportvereinschefin Elke Langer und Ortsvorsteher Thomas Glaser wünschen sich eine baldige Lösung für die Sportler. Quelle: Frank Prenzel
Grimma/Nerchau

„Sanierung Turnhalle Nerchau: 800.000 Euro“ – so stand es Schwarz auf Weiß im Grimmaer Amtsblatt, als die Stadt nach dem Beschluss des diesjährigen Haushaltes über die wichtigsten Investitionen 2019 informierte. Die Botschaft schürt Hoffnungen im Grimmaer Ortsteil, in dem nicht nur der Sportverein schon seit Jahren auf eine Verbesserung der jetzigen Hallensituation drängt. Doch die Nerchauer werden sich noch gedulden müssen.

Berger: „Nerchau braucht verbesserte Bedingungen“

Nerchau braucht verbesserte Bedingungen. Das ist unstreitig“, gibt Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) auf LVZ-Anfrage zu Protokoll und verweist auf zwei Ansätze: Neubau einer Einfeld-Halle neben der Grundschule oder Rekonstruktion der vorhandenen Halle in der Hugo-Koch-Straße. Derzeit läuft es seinen Worten zufolge auf die Sanierung der 1905 eingeweihten Sporthalle hinaus – mit der späteren Möglichkeit zur Erweiterung.

Allerdings „haben wir noch nicht die passende Finanzierung gefunden“, sagt der Rathauschef mit Blick aufs Fördergeld. Die in zwei Jahresscheiben (2020/21) eingestellten 800.000 Euro will er deshalb als „finanztechnischen Platzhalter“ verstanden wissen. „Es ist nicht so, dass es 2020 definitiv losgeht“, dämpft er die Erwartungen.

Die Turnhalle Nerchau ist in die Jahre gekommen, sanierungsbedürftig und sehr beengt. Der Sportverein wünscht sich eine baldige Erneuerung und Erweiterung. Quelle: Frank Prenzel

Nach nur zweimonatiger Bauzeit war die heute unter Denkmalschutz stehende Turnhalle am Himmelfahrtstag 1905 mit großem Bahnhof eingeweiht worden. „Die letzte Modernisierung liegt gut und gern 40 Jahre zurück“, weiß Elke Langer, Vorsitzende des Nerchauer SV 90, in dem derzeit rund 200 Mitglieder in vier Abteilungen Sport treiben.

Damals kam auch der Anbau hinzu, der die Sanitäranlagen beherbergt. Kurz vor der Eingemeindung der Kleinstadt habe es noch einmal Renovierungen „in größerem Umfang“ gegeben, so Langer. Seitdem habe die Stadt Grimma für nötige Reparaturen gesorgt, etwa am Dach.

Die Turnhalle Nerchau ist in die Jahre gekommen, sanierungsbedürftig und sehr beengt. Der Sportverein wünscht sich eine baldige Erneuerung und Erweiterung. Quelle: Frank Prenzel

Die Halle ist also in die Jahre gekommen. Bei einem Gang durchs Gebäude stechen die Mängel ins Auge. In den Duschen zeigen sich Schimmelflecke, die Dämmung der Geräteraum-Decke bröckelt ebenso wie der Hallenputz, an den Wänden bilden sich Risse. Erst auf den zweiten Blick treten weitere Unzulänglichkeiten zu Tage.

Der Geräteraum ist viel zu klein, außer den Kunstradsportlern haben die Abteilungen des Sportvereins keine eigenen Räumlichkeiten, und die Halle entspricht bei weitem nicht mehr heutigen Anforderungen – auch an Heizung und Sanitäreinrichtung. „Wir beheizen die Umwelt“, gibt die 63-jährige Vereinschefin angesichts fehlender Dämmung zu verstehen. Allein der Verein legt anteilig jedes Jahr 2500 Euro für Betriebskosten hin.

Die Turnhalle Nerchau ist in die Jahre gekommen, sanierungsbedürftig und sehr beengt. Der Sportverein wünscht sich eine baldige Erneuerung und Erweiterung. Quelle: Frank Prenzel

Neben dem SV Nerchau nutzen Grundschule und Kitas die Sporthalle. Der Sportverein zieht vor allem nachmittags seine Kreise: „Ab 16 Uhr ist die Halle vollständig ausgelastet“, erklärt Ortsvorsteher Thomas Glaser (SPD), der die Abteilung Fußball leitet und mit seinen 53 Jahren noch selber die Töppen schnürt. Und an den Wochenenden dient sie den Wettkämpfen. Auch hier geht es beengt zu. Gerade für die Kunstradsportler bietet die Halle zu wenig Platz. Bei überregionalen Wettkämpfen wie dem Gewerbepokal besteht nicht mal die Möglichkeit, die Räder unterzustellen und sich auf dem Parkett einzufahren.

Verein ist Erweiterung am jetzigen Standort am liebsten

Deshalb äußert der aus der BSG Chemie Nerchau hervor gegangene Verein schon lange den Wunsch nach besseren Bedingungen und mehr Platz. Ihm wäre es am liebsten, die jetzige Halle zu modernisieren und mit einem Anbau zu erweitern, sagt Vorsitzende Langer, die außerdem die Abteilung Turnen leitet. Denn in das Ensemble ist die moderne Vier-Bahnen-Kegelanlage integriert. Im Falle eines Neubaus favorisiert der Verein einen Standort am Bürgerzentrum. Dort seien Baufläche und Parkplätze vorhanden, sagt Glaser. Für die Schulkinder, die derzeit fast einen Kilometer unterwegs sind, wäre es eine akzeptable Strecke.

Die Turnhalle Nerchau ist in die Jahre gekommen, sanierungsbedürftig und sehr beengt. Sportvereinschefin Elke Langer und Ortsvorsteher Thomas Glaser wünschen sich eine baldige Lösung für die Sportler.  Quelle: Frank Prenzel

Nach Kenntnis von Ortsvorsteher Glaser nimmt die Stadt in diesem Jahr zunächst 15.000 Euro für eine Grobplanung in die Hand. Der Auftrag sei ausgelöst. Ob Modernisierung oder Neubau hänge auch von Förderprogrammen und der Wirtschaftlichkeit ab, hat er aus dem Hochbauamt erfahren.

Kosten sind noch nicht definiert

Nach Aussage von Oberbürgermeister Berger sind die Kosten noch nicht definiert. Derzeit „reden wir über die Rekonstruktion des Bestandes“ und in der Perspektive über die Erweiterung der Halle, bekräftigt er. Das sei ein Vorhaben „über Jahre“. Der Neubau einer Einfeld-Turnhalle, sagt der Rathauschef mit Blick auf den Platzbedarf der Radsportler, „würde die Bedingungen für den Sportverein nicht wesentlich verbessern.“

„Wir haben Vertrauen in die Stadt“, betont SV-Chefin Langer. Der Oberbürgermeister habe sich für den Sport und die Sportanlagen in der Stadt immer eingesetzt, ist sie guten Mutes, dass sich in Nerchau bald etwas dreht – zumal das Vorhaben im Eingemeindungsvertrag niedergeschrieben ist. Und noch eine Botschaft will sie los werden: „Es geht nur gemeinsam.“

Von Frank Prenzel

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