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Grimma Überwältigende Hilfsbereitschaft: LVZ-Leser spenden für Grimmas Waisenjungen Max
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Überwältigende Hilfsbereitschaft: LVZ-Leser spenden für Grimmas Waisenjungen Max

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09:09 28.11.2020
Maximilian (12) mit seinem Großvater Dietmar Faust (66).
Maximilian (12) mit seinem Großvater Dietmar Faust (66). Quelle: Haig Latchinian
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Halbzeit bei der diesjährigen Spendenaktion „Ein Licht im Advent“. Und es deutet sich an, dass die Bereitschaft der LVZ-Leser, Max eine Freude zu bereiten, überwältigend ist. Wenn es bis zu den Sommerferien nicht noch so lange hin wäre, könnten der Zwölfjährige und die Großeltern schon jetzt Koffer packen. Denn in den ersten beiden Wochen der Aktion ist so viel Geld eingegangen, dass der zaghaft geäußerte Wunsch des Trios, erstmals mit dem Flugzeug zu verreisen, wohl Wirklichkeit wird.

Wohin es gehen soll, entscheiden Max, seine Oma Carola und Opa Dietmar ganz alleine. Vielleicht dreht der Junge am Ende den Globus und tippt mit verbundenen Augen aufs Reiseziel? Wie auch immer: Eine ganze Region nimmt Anteil am Schicksal des Grimmaer Waisenjungen Maximilian Faust. Beim Wohnungsbrand in der Nacht zum 17. Februar hatte er seine ganze Familie verloren – Schwester Paulina (8), Bruder Lennart (7) sowie Mutter Stephanie (32). Deren Mann war bereits vor Jahren gestorben.

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Angebote von LVZ-Lesern

Max lebt seitdem bei seinen Großeltern im Nachbarort und fühlt sich dort wohl. So geht er seit geraumer Zeit regelmäßig zum Fußballtraining. Einige der LVZ-Leser wollen über ihre Spende hinaus noch mehr für Max tun: Marcella Voigt lebt mit ihrer Familie in Taucha. Als Anhängerin von RB Leipzig engagiert sie sich ehrenamtlich in sozialen Projekten rund um ihren Fanclub: „Ob zu Hause oder auswärts – ich würde Max gern mal mit zu einem Bundesligaspiel nehmen.“

Zu Besuch bei Reinhild und Horst Melcher in Naunhof. Kinder, wie hier die Parthensteiner Grundschüler, fühlen sich wohl. Vielleicht kommt in der „Villa Biene“ auch bald Max vorbei. Quelle: Andreas Döring

Kathrin und Marco Böge laden Max in ihre Kfz-Werkstatt nach Kleinpösna ein: „Wir haben gelesen, dass sich der Junge für Fahrzeuge interessiert und später als Kfz-Mechaniker arbeiten möchte. Bei uns könnte er ein Schülerpraktikum machen.“ Und nicht nur das: Sollte er Freude an der Arbeit haben und sich gut anstellen, hätte er sogar die Chance, dort seine Lehre zu beginnen. „Ausbildung ist uns wichtig“, sagen die Böges, die im 25-Mann-Betrieb derzeit fünf Lehrlinge haben.

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Einladung von Imker-Ehepaar aus Naunhof

Reinhild und Horst Melcher sind Mitglieder im Naunhofer Imkerverein. Die beiden lieben Kinder. Und Bienen! Das Rentnerpaar besitzt ein Bienenhaus mit acht Völkern. Dazu eine selbstgebaute Schaubeute. Seit einer halben Ewigkeit laden sie Mädchen und Jungen aus Kitas der Region zu sich in den heimischen Garten ein. Die beobachten dort die Arbeitsbienen, die Königin und die Drohnen: „Sicher wäre das auch für Max und seine Großeltern interessant. So kommen sie mal auf andere Gedanken.“

Reinhild Melcher macht sich als Imkerin für die Bienen stark. Quelle: Thomas Kube

Zum Kaffeetrinken würde es garantiert schmerzfreien Bienenstich geben, macht Reinhild Melcher den Dreien schon jetzt Appetit auf mehr. Mit etwas Glück könne Max sogar dabei zusehen, wie eine Biene schlüpft. Auch Oma und Opa kämen auf ihre Kosten, verspricht die erfahrene Gastgeberin: „Die Senioren vom Begegnungszentrum besuchen uns gern.“ Stehen müsse bei Theorie und Praxis niemand: „Die Feuerwehr ist immer so lieb und sorgt für Tische sowie Bänke.“

Jeder Cent kommt Max zugute

Doch jetzt heißt es erst einmal spenden, spenden und nochmals spenden. Max schwärmt vom Stadion in Barcelona. Viel hat er bereits davon gelesen und gehört. Gern würde er einmal im Leben in eben diesem Nou Camp stehen. Spanien wäre ein schönes Reiseziel. Wer weiß, vielleicht geht es aber auch viel weiter. Fest steht: Jeder Cent kommt Max zugute. Sollte Geld übrig bleiben – und das ist das Ziel – wird ein Treuhandkonto eröffnet, auf das Max später Zugriff hat, um Ausbildung oder Fahrschule zu finanzieren.

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Von Haig Latchinian

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