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Grimma Umbau in Grimmaer Fachwerkhaus: Rolltore abgelehnt
Region Grimma Umbau in Grimmaer Fachwerkhaus: Rolltore abgelehnt
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12:21 12.06.2019
Der Grimmaer Unternehmer Andreas Böhmann möchte sein Grundstück Markt 7 / Klosterstraße 16 sanieren. Im Technischen Ausschuss gab es für zwei neue Toreinfahrten in der Klosterstraße aber kein grünes Licht. Sie würden die Fenster ersetzen. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

 Der Grimmaer Unternehmer Andreas Böhmann möchte sein vom Markt 7 zur Klosterstraße 16 reichendes Grundstück sanieren und umbauen. Den Grimmaern ist der Laden am Markt als Eisenwarenhandlung Knobloch bekannt, der mittlerweile seit Monaten geschlossen ist. Böhmanns Pläne lagen jetzt auf dem Tisch des Technischen Ausschusses, weil die Stadt Grimma nach Aufforderung des Bauaufsichtsamtes Stellung zum Bauvorhaben beziehen muss. Dabei wurde im Ausschuss der angezeigte Einbau einer Garage mit zwei Toren im Haus in der Klosterstraße heftig diskutiert – und letztlich abgelehnt. Für alle anderen Umbaupläne gab es grünes Licht.

Vorhaben entspricht nicht der Gestaltungssatzung

Der Einbau von zwei Toren in die Fassade widerspreche dem einfachen Bebauungsplan „Altstadtkern Grimma“ und entspreche nicht den Festsetzungen der Gestaltungssatzung für die Altstadt, hatte die Chefin des Stadtentwicklungsamtes, Simone Kluge, eingangs die ablehnende Haltung der Stadt begründet. Dennoch spürte man im Sitzungsraum ein mulmiges Gefühl.

Dem Einbau zwei neuer Rolltore im historischen Gebäude Klosterstraße 16 - hier eine Planzeichnung - stimmt die Stadt Grimma nicht zu. Quelle: Planunsbüro, Unterlage für Technischen Ausschuss Grimma

„Wir sind ja bestrebt, alles im guten Einvernehmen mit unseren Bürgern zu leisten. Aber das hier ist so eine Sache...“, eröffnete Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) die Aussprache. Der Einbau zweier Rolltore in die Fassade sei nicht vermittelbar. Er könne nicht verstehen, so Berger, warum Planer und Bauherr nicht den Kontakt zur Stadtverwaltung gesucht haben. Im Ergebnis werde es wieder Diskussionen geben, „wir seien böswillig“. Hans-Jörg Dossin (Bürger für Grimma) sprang dem Rathausschef bei. Der Planer wisse, „dass sich hier Konfliktpotenzial aufbaut. Warum nutzt er nicht die Möglichkeit, im Ausschuss seine Argumente vorzubringen, damit wir sie zumindest verstehen oder mittragen können?“

Heine: Tore zerreißen Fassade und kosten Stellplätze

„Ich kenne keinen Grund, der mich umstimmen würde“, betonte Johannes Heine (Freie Wähler) und lag damit auf der Wellenlänge der anderen Stadträte. Die Tore würden die Fassade zerreißen und zwei Stellplätze in der Straße kosten, sagte Heine und verwies auch auf das gegenüberliegende Gymnasium. Die zwei Tore der Fleischerei Keller einige Häuser weiter hätten Bestandsschutz, will er Gegenargumenten den Wind aus dem Segel nehmen. Vermutlich wurden sie zu DDR-Zeiten eingebaut.

Steffen Grimm (CDU) empfahl, den Beschluss zu vertagen und Planer wie Bauherr zunächst einzuladen und nach den Gründen zu befragen. „Wenn wir jetzt entscheiden, gibt es einen negativen Bonus für die Stadt.“ Das Ansinnen zerschlug sich, weil der Stadt bei der Abgabe der Stellungnahme die Zeit im Nacken sitzt. Allerdings will die Verwaltung mit beiden das Gespräch suchen, „vielleicht können wir im weiteren Verfahren Kompromisse erzielen“, so der Oberbürgermeister.

Laut Besitzer waren bereits Tore im Haus

Die Klosterstraße 16 trägt eine hübsche Fassade mit einem Fachwerk im ersten Obergeschoss. Das Haus atmet Geschichte, sah aber nicht immer so aus. Nach Angaben von Andreas Böhmann befanden sich bis kurz nach 2000 bereits zwei große Tore im Erdgeschoss. Sie seien verschlossen worden, weil die Ladenfläche vom Markt bis zur Klosterstraße reichte – rund 400 Quadratmeter. Nach dem Hochwasser 2013 wurde seinen Worten zufolge die Ladenfläche dann auf etwa 150 Quadratmeter verkleinert.

Der Grimmaer Unternehmer Andreas Böhmann möchte sein Grundstück Markt 7 (Foto) / Klosterstraße 16 sanieren. Im Technischen Ausschuss gab es für Toreinfahrten in der Klosterstraße aber kein grünes Licht. Quelle: Frank Prenzel

Mit der jetzigen Investition in Höhe von rund 680.000 Euro will Böhmann die Instandsetzung nach dem Hochwasser 2013 in Angriff nehmen. Unter anderem will er dabei den Laden neu gestalten, die Lagerfläche erweitern und im Haus am Markt die Wohnung zu zwei Einheiten umbauen. Und er will die Flächen im Klosterstraßen-Gebäude wieder nutzbar machen. Seinen Worten zufolge sollen im Erdgeschoss Lager- oder universell nutzbare Räume mit Öffnung zur Straße entstehen. Im Falle einer neuerlichen Flut soll hier auch der Weg zur Beräumung liegen. „Mit einer Fensterfront geht das aber nicht“, so der Geschäftsmann, der seinerseits nicht versteht, warum es von der Stadt keine Rückmeldung gab.

Geschäftsmann glaubt an weitere Verzögerung

Seit dem Räumungsverkauf im vorigen Jahr ist Andreas Böhmann mit der Alfred Knobloch e.K. an einem Ausweichstandort in der Hohnstädter Straße. Er hofft, die Baugenehmigung bald in den Händen zu halten und zum Jahreswechsel mit dem Umbau beginnen zu können. Mit der Entscheidung der Stadt müsse er leben, doch sie werde das Bauprojekt verzögern, sagt Böhmann mit Blick auf eine eventuelle Teilumplanung. Dabei hat das Prozedere schon jetzt viel Zeit gekostet. Laut Böhmann hat das Landratsamt – in einigen Fällen berechtigt – bei den Umbauplänen für das Einzeldenkmal mehrere Nachforderungen aufgemacht.

Von Frank Prenzel

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