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Grimma Unterhaus-Debatte im Grimmaer Rathaussaal
Region Grimma Unterhaus-Debatte im Grimmaer Rathaussaal
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19:22 14.03.2019
Die vorjährigen Stipendiatinnen vom Künstlergut Prösitz stellen ab 16. März ihre Kunstwerke in der Rathausgalerie Grimma aus. Dazu gehören Katrin Leitner aus Kassel (r.) und Janina Schmid aus Ulm. Kuratorin der Exposition ist Christine Hölzig (l.). Quelle: Thomas Kube
Grimma/Prösitz

Jetzt geht es an die Präsentation: Ab Sonnabend stellen die vorjährigen Stipendiatinnen des Künstlergutes Prösitz in der Rathausgalerie Grimma ihre Prösitzer Arbeiten aus. Die Eröffnung am 16. März beginnt um 11 Uhr mit einführenden Worten von Kunsthistorikerin und Kuratorin Christine Dorothea Hölzig. Bis zum 4. Mai sind die bildhauerischen und installativen Kunstwerke von Anna Borgman (Aarhus), Karoline Schneider (Leipzig), Heike Kabisch (Berlin), Katrin Leitner (Kassel), Marie-Eve Lavasseur (Leipzig), Janina Schmid (Ulm) und Lili Wittenburg (Wien) zu sehen.

Begleitprogramm zur Ausstellung in Grimma

Zum 25. Mal nahm das Künstlergut im vorigen Jahr acht junge Frauen auf, die in Prösitz vier Wochen lang ungestört ihrer Passion nachgehen konnten. Das Jubiläum ist Anlass genug, frischen Wind in die finale Präsentation zu bringen. „Wir haben dieses Mal ein Begleitprogramm“, verkündet Künstlergut-Leiterin Ute Hartwig-Schulz. Inmitten der Ausstellung lädt immer dienstags von 15 bis 17 Uhr eine Miniwerkstatt-Reihe ein. Interessenten können hier die Bildhauerinnen bei der Arbeit kennen lernen und Kunstwerke mitgestalten. Dazu gründeten die international agierenden Frauen den „Sculpture Club“.

Ministerin Köpping ist Schirmherrin

Eine Kunst-Tagung geht dann am 30. März im Grimmaer Rathaussaal über die Bühne – mit einem besonderen Ereignis. Im Stil einer Londoner Unterhaus-Debatte steht von 11 bis 13 Uhr das Thema Frauenarbeit im Fokus. Zu der offenen Diskussionsrunde „wünschen wir uns viele begeisterte Teilnehmer“, hofft Hartwig-Schulz auf regen Zuspruch aus der Bevölkerung. Mit Sachsens Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) wurde eine prominente Schirmherrin gewonnen. Auch andere streitbare Köpfe wie der Grimmaer Arzt Hubertus von Below nehmen teil an der Kontroverse zu diesem wichtigen sozialen Thema.

Workshop LUX19 im Künstlergut

Eingebettet sind Debatte und Kunst-Tagung in die erste von vier Open Art Factorys des bundesweiten Kunstprojektes „LUX19“. Für diesen Workshop vom 29. bis 31. März ist nämlich das nahe Mutzschen gelegene Künstlergut Prösitz der Gastgeber. „In lebendigem Austausch mit der Öffentlichkeit erarbeiten zwölf Künstlerinnen bis Mitte 2020 Projekte zum Themenkomplex Arbeit und Geschlecht“, heißt es dazu auf der Hompage des Gedok Mitteldeutschland, der in Grimma als Veranstalter auftritt. LUX ist eine junge Projektgruppe dieses Verbandes der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfördernden.

Kinder behütet, während die Mütter schaffen

Prösitz: Seit 1993 ziehen Jahr für Jahr acht Frauen der bildenden Kunst im beschaulichen Künstlergut ein und wissen während des kreativen Schaffens ihre mitgebrachten Kinder wohl behütet. Die Plätze sind begehrt. Auch in diesem Jahr bewarben sich wieder um die 60 junge Frauen um die acht Stipendien, deren Höhe von 500 Euro wohl eher symbolische Kraft ausstrahlt. Und wie üblich, bildeten die Vorjahres-Stipendiatinnen die Jury und bestimmten das neue Oktett.

Ute Hartwig-Schulz leitet das Künstlergut in Prösitz. Quelle: Frank Prenzel

Die jungen Künstlerinnen drängeln sich nach Prösitz, „weil es nichts Vergleichbares gibt“, weiß die 55-jährige Künstlergut-Chefin. Es kämen die Besten ihres Fachs – und die Region profitiere davon. „Schließlich machen die Frauen Kunst im öffentlichen Raum und stellen Themen in den Diskurs“, so Hartwig-Schulz. Auf den 2019er-Jahrgang freut sie sich schon. Die Frauen seien aufgefallen durch ausgeprägte Handschriften unterschiedlichen Couleurs. Zum Auftakt kommt im Mai Anna Holzhauer aus Kassel.

Stipendien dank Spenden

Die Stipendien kratzt das von einem Verein getragene Künstlergut mit Spenden zusammen. „Es würde uns die Arbeit ein Stück weit erleichtern, wenn Stipendien gefördert würden“, ärgert sich Hartwig-Schulz über die Rahmenbedingungen für die Bildende Kunst. „Mit derartiger Förderung könnten wir auch 16 Plätze vergeben und viel mehr Kreativität in die Region bringen.“

Studie über die Bildende Kunst in Sachsen

Insofern verbindet die Künstlergut-Gründerin Hoffnungen mit der Anfang des Jahres heraus gegebenen Studie „Kunstorte im Freistaat Sachsen. Der Landesverband Bildende Kunst hatte die Berliner Kulturökonomin Dr. Cornelia Dümcke mit der Untersuchung beauftragt – mit dem Ziel, Kunst- und Ausstellungsräume der Gegenwartskunst im Freistaat zu analysieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Noch keiner in Deutschland habe sich an eine Studie der Bildenden Kunst gewagt, betont Hartwig-Schulz und ist stolz, dass Prösitz zu den 15 tiefer befragten Kunstorten zählt „und einen so hohen Stellenwert in Sachsen hat“.

Empfehlungen an die Politik

Dümckes Analyse gipfelt in vier Empfehlungen an die Politik. Es müsse ein Konzept her, um die Bildende Kunst gleichrangig mit Theatern, Museen und Bibliotheken zu behandeln. Förderstrukturen seien anzupassen. Kleine Kunstorte bedürften einer besonderen Förderung. Und die Kreativwirtschaft sei mit der Wirtschaft zu verknüpfen. Vorschläge, die Bildhauerin Hartwig-Schulz voll und ganz unterschreiben kann.

Von Frank Prenzel

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