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Grimma Verein aus dem Landkreis Leipzig hilft auf Europas Hinterhof
Region Grimma Verein aus dem Landkreis Leipzig hilft auf Europas Hinterhof
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19:05 16.01.2020
Ralph Rüdiger (l.) und Michael Eichhorn bei der Übergabe von Spenden im Kosovo. Auch Medina (2.v.l.) freut sich über das Geschenk. Quelle: privat
Pristina/Tirana

In einem Slum nahe der kosovarischen Hauptstadt Pristina verteilten sie Feuerholz an die ärmsten Familien. Mit Spendengeldern kauften sie vor Ort dringend benötigte Lebensmittel. Die mitgebrachten Winterschuhe, Jacken und Kindersachen waren in weniger als einer Stunde vergriffen. Michael Eichhorn aus Naunhof, Max Schöpe aus Grimma und Ralph Rüdiger aus Leipzig vom Verein „Perspektiven für Kinder auf dem Westbalkan“ bewiesen dieser Tage einmal mehr ein Herz für die Schwächsten.

23.550 Euro hatten sie in den vergangenen Monaten gesammelt, um im Kosovo und in Albanien zu helfen. Beim Grillnachmittag im Elendsviertel von Fushe Kosove ging es nicht nur um die begehrte Wurst. Es gab auch ein Wiedersehen mit Medina, einem Roma-Mädchen, inzwischen sechs Jahre alt. Dass Medina wieder laufen kann, ist vor allem der Initiative aus dem Landkreis Leipzig zu verdanken. „Bei einem der jüngsten Treffen nannte sie mich Papa. Ich konnte meine Tränen nicht unterdrücken“, sagt Ralph Rüdiger.

Abschiebung kommt für Medina zur Unzeit

Medina wurde in Deutschland geboren. Ihre Eltern lebten bereits seit einigen Jahren in Essen. Im Sommer 2015 musste Medina an der Hüfte operiert werden. Die Ärzte setzten beidseitig Platten mit Schrauben und Drähten ein. Anderthalb Jahre später sollte alles entfernt werden, um Komplikationen im Beckenbereich auszuschließen. Doch im Spätsommer 2016 wurde Medina in den Kosovo abgeschoben – mit Eltern und Geschwistern, Platten, Schrauben und Drähten.

Ralph Rüdiger (l.) und Michael Eichhorn bei der Übergabe von Spenden im Kosovo. Auch Medina (2.v.l.) freut sich über das Geschenk. Quelle: privat

Als Ralph Rüdiger das schmerzverzerrte Gesicht des Mädchens im kosovarischen Slum sah, wusste er, was zu tun war. Die Platten mussten raus. Schnellstens! Ein Problem. Da die Eltern wie andere Roma-Familien im Kosovo nicht krankenversichert sind, schaltete sich die Initiative um Rüdiger ein. Mit Erfolg: Die Sachsen sammelten 3000 Euro und ermöglichten dem Kind die OP in Pristina. Durch die Kooperation mit dem SOS Kinderdorf will der Verein nun auch anderen Mädchen und Jungen helfen. Es gehe um Medikamente und Bildung.

Naschereien für die Kinder in Fushe Kosovo nahe Pristina. Quelle: privat

Der Kosovo ist bergig. Der Winter streng. Daher versorgen die Rand-Leipziger, zu denen auch Tobias Friese, Werner Kujat, Christian Schäfer, Birgit Burzlaff, Steffen Müller und Robert Kießling gehören, immer mehr Bewohner mit Brennholz: Waren es anfangs 50, so konnten im Folgejahr schon 66 bedacht werden. Diesmal sind es noch einmal acht Familien mehr, berichten die Rückkehrer nicht ohne Stolz. Sie bedauern, dass ihr Transporter nicht genügend Sachspenden fasste.

Hilfe auch im Erdbebengebiet

In Albanien besuchten die Mitglieder die beim Erdbeben 2019 betroffene Region in der Nähe des Kinderheims „Rreze Dielli“. Neben Geschenken händigten sie einer besonders notleidenden Familie auch Geld aus, damit sie in Zelten überwintern kann. Zudem überreichte das Trio 2500 Euro an die „Erdbeben-Kinder-Nothilfe“. Die Summe sei für Bedürftige gedacht, die anders als etwa die Bewohner in Durres nicht im Fokus der Weltpresse standen und leer ausgingen.

Das Kinderheim selbst bekam 5500 Euro. Das Objekt stand bereits vor dem Aus, nachdem im Frühjahr ein Großspender angesprungen war. Das albanische Heim wird vom Staat nicht unterstützt – umso wichtiger sei jeder Cent, die Therapien für Waisen und Kinder aus ärmsten Verhältnissen auch weiter finanzieren zu können, sagt der Hilfsverein. Erneut brachte er Tee mit. Dieser wird von Bergbauern im südalbanischen Dorf Delvina angebaut. Die Erlöse aus dem Verkauf in Leipzig kommen dem Mädcheninternat in Delvina zugute.

Von Haig Latchinian

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