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Grimma Verein wird Powwow nur auf Bisonfarm bei Grimma fortführen
Region Grimma Verein wird Powwow nur auf Bisonfarm bei Grimma fortführen
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16:06 10.06.2019
Aufwärmen: Beim „Grass-Flattening“ glätten die männlichen Powwow-Tänzer symbolisch den Boden des Tanzzeltes. Quelle: Roger Dietze
Grimma

„Joe“ war anwesend. Hut, Weste und weitere persönliche Gegenstände des Ende vergangenen Jahres im Alter von 63 Jahren verstorbenen „Muldentaler Chefindianers“ Jörg Diecke hatten dessen langjährige Mitstreiter vom Verein „Freunde der Crow-Agency Grimma“ am Rande des großen Tanzzeltes drapiert. Auf der Neuneunitzer Bisonfarm des früheren Stadtrates von Grimma fand am Sonnabend und Sonntag die 18. Auflage des indianischen Tanzfestes namens Powwow statt.

Ritual mit Tabakopfer für Jörg Diecke

Zudem wurde dem viel zu früh Verstorbenen mit einem Tabakopfer auch rituell gedacht. „Für mich war es emotional sehr fordernd, meine Rede über Jörg zu halten“, bekennt dessen Nachfolgerin an der Vereinsspitze, Maria Scholz, der zufolge die diesjährige Veranstaltung zu keinem Zeitpunkt in Frage stand. „Jörg hat gesagt, dass sie auf jeden Fall mit oder ohne ihn stattfinden soll.“

Ob es indes im nächsten Jahr eine Fortsetzung der Tradition geben wird, darüber hat der Verein noch keine Klarheit. „Das hängt davon ab, ob uns der neue Besitzer des Areals einen Eintages-Powwow am Pfingstsonntag ermöglichen wird, unsererseits steht jedenfalls fest, dass es nur auf dieser Fläche eine Fortsetzung geben wird, weil nur sie das entsprechende Flair zu bieten hat“, so die Vereinsvorsitzende.

Das Publikum mit einbinden: Der gemeinsame Tanz mit den Powwow-Gästen gehört zum festen Ritual eines jeden Tanzfestes Quelle: Roger Dietze

Indianistiker aus der ganzen Bundesrepublik in Grimma

Ein Flair, das auch in diesem Jahr zahlreiche Indianistiker aus der ganzen Republik in den Grimmer Ortsteil gelockt hatte. Unter anderem Thomas Bokrant aus der Nähe von Darmstadt. „Ich hätte mich auch für eine andere parallel stattfindende Veranstaltung entscheiden können, aber ich habe mich ganz bewusst für Grimma entschieden, um am Gedenken an Jörg Diecke teilnehmen zu können“, so der 52-Jährige, der zum dritten Mal dem Neuneunitzer Powwow beiwohnte. „Leider hatte ich nicht die Gelegenheit, den Verstorbenen näher kennenzulernen, aber ich werde ihn als sehr umgänglichen und freundlichen Menschen in Erinnerung behalten, mit dem man wunderbare Gespräche führen konnte“, so der Südhesse, der in der Regalia genannten indianischen Kleidung eines Grass-Dancers, zu deutsch „Gras-Tänzers“, im Tanzzelt erschien.

Gäste wünschen sich Fortführung des Powwow

Auch Bernd Marschall, ins Gewand Crow-Indianers gestiegen, war die Betroffenheit über Jörg Dieckes Tod deutlich anzumerken. „Jörg hat hier etwas ganz Großes aufgebaut, für mich und meine Frau stimmt in Grimma einfach alles, was mit entscheidend dafür gewesen ist, dass wir alljährlich die über 500 Kilometer Anfahrt von der Schwäbischen Alp auf uns genommen haben“, so der 69-Jährige, der dem nunmehr von Maria Scholz geleiteten Grimmaer Indianistik-Verein viel Glück bezüglich der Fortführung des Neuneunitzer Powwows wünscht.

Indianische Tänze im Festzelt

Dieses ging einmal mehr nach einem festen Zeremoniell über die Bühne des nach allen Seiten offenen Tanzzeltes. Bestandteil des Programms waren unter anderem ein Tanz namens „Grass-Flattening“, mit dem die männlichen Indianer symbolisch die Tanzarena glätten, sowie der gemeinsame Auftritt mit dem Publikum. Die Tänze dienten zugleich dem „Aufwärmen“ der Powwow-Akteure. Im Hauptprogramm des zweitägigen Powwow präsentierten sich die Tänzerinnen und Tänzer bei verschiedenen Tänzen wie dem „Chicken Dance“ und dem „Pushdance“ den kritischen Augen der Jury.

Von Roger Dietze

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