Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Wald in Bad Lausick brennt immer noch
Region Grimma Wald in Bad Lausick brennt immer noch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:08 05.04.2019
Die Flammen wüteten im Unterholz nahe des Bad Lausicker Waldfriedens. Betroffen war ein Hektar Wald.
Die Flammen wüteten im Unterholz nahe des Bad Lausicker Waldfriedens. Betroffen war ein Hektar Wald. Quelle: Frank Schmidt
Anzeige
Bad Lausick

Ein Hektar Wald brannten am Donnerstagnachmittag nahe des Bad Lausicker Waldfriedens. Das Feuer, das auf der Höhe des Geldberges ausgebrochen war, fraß sich hangabwärts im Wald weiter vor und sorgte für einen Großeinsatz der Feuerwehren.

Ihnen gelang es, den Brand trotz komplizierter Löschwasser-Versorgung zu begrenzen und binnen Kurzem zu löschen. Am Freitagmittag wurden plötzlich erneut ein Feuer festgestellt. Die Feuerwehr rückte noch einmal aus, um aufflammende Glutnester zu löschen.

Nicht nur der Eigentümer des Waldes, auch die Polizei geht von Brandstiftung aus, mindestens fahrlässiger. Die Ermittlungen dazu sind noch nicht abgeschlossen.

Der Waldbrand bei Bad Lausick beschäftigte am Donnerstag die örtliche Feuerwehr. Am Freitag kämpften die Einsatzkräfte erneut mit Glutnestern.

Hans Modrak bewirtschaftet den Wald

„Die Feuerwehr hat eine sehr gute Arbeit geleistet. Das war vorbildhaft“, sagt Hans Modrak, der mit seiner Familie in Steinbach einen privaten Forstbetrieb unterhält und der in der Region mehrere Wälder bewirtschaftet, am Freitagvormittag der LVZ.

Für ihn war die Nacht zum Freitag sehr kurz und angespannt, denn er hielt mit seinem Schwiegersohn Brandwache. „Obwohl die Feuerwehr das Gelände gründlich mit einer Wärmebildkamera abgesucht hatte, fanden wir um Mitternacht noch ein Glutnest. Das konnten wir löschen. Sonst wäre das Feuer wieder ausgebrochen.“

Aufwendig wurden Glutnester gelöscht. Danach wurde das Areal mit Hilfe einer Wärmebild-Kamera überprüft. Quelle: Frank Schmidt

Aus kleinem Ödland-Brand wird großes Feuer

Als die erste Meldung nach 15 Uhr einging, war von einem kleinen Ödland-Brand die Rede“, sagt der Bad Lausicker Feuerwehr-Chef Tomy Klisch. Dass die Situation viel gefährlicher war, habe man schnell festgestellt und sofort weitere Kräfte nachgeordert: „Wir waren deshalb in der Lage, das Feuer von zwei Seiten anzugreifen.“

Nicht nur die Wehren aus allen Bad Lausicker Ortsteilen waren im Einsatz; Unterstützung gab es auch aus Flößberg, Colditz, Schönbach und Großbardau, insgesamt 90 Kameradinnen und Kameraden. Die Unwegsamkeit des Geländes habe Probleme gemacht; auch das Heranführen des Löschwassers sei aufwendig gewesen.

Feuerlöschteich auf dem Gelände der Kindertagesstätte Waldfrieden

„Der Feuerlöschteich auf dem Gelände der Kindertagesstätte ,Waldfrieden', den wir mit der AWO gerade erst ertüchtigt hatten, leistete gute Dienste“, sagte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos). Auf der anderen Seite hätten die Wehren über Schlauchtrassen Wasser aus dem Neubaugebiet herangeführt. Auch Hultsch bescheinigte den Helfern eine hervorragende Arbeit.

„Das Feuer ist möglicherweise von einem Mülleimer ausgegangen“, meinte Maria Braunsdorf von der Pressestelle der Polizeidirektion Leipzig. Deshalb ermittele man aktuell wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung.

Waldbesitzer kämpft mit Sturmschäden und Käferfraß

Dass der Brand nicht von allein entstanden sei, steht auch für Hans Modrak fest: „Betroffen ist vor allem das Unterholz, aber auch die Naturverjüngung.“ Modrak, der seit 1997 als Forstunternehmer in der Region tätig ist, hat – wie alle anderen Waldeigentümer – zurzeit mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen: Sturmschäden und Käferfraß.

Wenn es dann auch noch brenne, komme man an die Schmerzgrenze. „Der Wald in Deutschland steht seit 1919 allen offen. Das ist richtig. Aber die Lasten, die damit verbunden sind, tragen wir Eigentümer“, sagt er. Die Kosten für das Löschen eines Feuers würden von Staats wegen getragen, aber die Brandwache und viele andere Kosten blieben an den Eigentümern hängen. Das sei zweifach problematisch: Man könne sich gegen Brände nicht wirksam schützen; zudem würden sie in den meisten Fällen von Dritten verursacht.

Von Ekkehard Schulreich