Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Weniger Einnahmen bei steigenden Kosten: Zerreißprobe in Colditz
Region Grimma Weniger Einnahmen bei steigenden Kosten: Zerreißprobe in Colditz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:38 23.02.2019
Im Colditzer Stadtrat ging es jetzt um das liebe Geld. Quelle: Archiv
Colditz

Schrecksekunde bei der Colditzer Haushaltsdebatte: Das Geld in der Kasse schmilzt wie das Eis in der Sonne. Hatte Kämmerer Wolf-Dieter Jahn zuletzt noch fast fünf Millionen Euro in der Hinterhand, werden es nach vorläufigen Berechnungen 2022 nur noch gut 600.000 Euro sein. Aktuell entnimmt die Stadt knapp anderthalb Millionen Euro aus der Rücklage, um den Etat für 2019 auszugleichen.

Politische Beobachter reiben sich die Augen. Colditz galt zuletzt als finanzpolitischer Aufsteiger in der Region, mauserte sich vom latenten Sorgenkind zum angehenden Musterschüler. Bürgermeister Robert Zillmann (parteilos) gibt Entwarnung. Er sieht keinen Rückfall in längst vergangen geglaubte Zeiten: Es handele sich um eine unglückliche Verkettung gleich mehrerer Faktoren.

Drastischer Einbruch bei der Gewerbesteuer

4,5 Millionen Euro nahm Colditz im Vorjahr an Gewerbesteuern ein. Für dieses Jahr rechnete die Stadt mit immerhin noch 3,8 Millionen. Tatsächlich aber werden es nur drei Millionen Euro sein. Macht ein Minus von 1,5 Millionen. Damit nicht genug, so Zillmann: „Die Bedarfszuweisung vom Land sinkt gegenüber dem Vorjahr um eine knappe Million und liegt damit noch fast 200.000 Euro niedriger als von uns prognostiziert.“

Zugleich will Colditz weiter investieren: Rathaus, Markt 19, Archiv und Schule verschlingen Unsummen. „Wir wollen weder Schulden machen noch Steuern erhöhen – bleibt also der Griff in den Sparstrumpf“, sagt das Stadtoberhaupt. Und weiß die Parlamentarier fast geschlossen hinter sich. Lob kam von Sonja Schilde (Bürgerinitiative Colditz). Sie forderte die Verwaltung auf, Kurs zu halten: „Bevor ich ins Grab steige, will ich die frisch heraus geputzte Schule sehen.“

Brücken-Ausschreibung einstimmig aufgehoben

Auch Gottfried Schröpfer (Pro Colditz) stimmte dem Haushalt zu. Die Stadt stehe vor großen Herausforderungen, mit weniger Einnahmen mehr zu stemmen und dabei auch die alltäglichen Aufgaben nicht zu vernachlässigen. Kein Wunder, dass sich die Stadtväter aktuell nicht noch die kostspielige Sanierung der Furtwegbrücke aufhalsen wollen. Die Ausschreibung wurde einstimmig aufgehoben.

Auch die Freie Wählervereinigung „Für unsere Heimat“ segnete den vorgelegten Haushalt ab. Gottfried Ulbricht dankte ausdrücklich dem Kämmerer, der auch innerhalb der Verwaltung kleinere Sparpotenziale entdeckt und genutzt habe. Verwundert zeigte er sich über die Wortmeldung von Ulrich Scheller (FDP), der trotz Vorberatung heftige Kritik am Zahlenwerk übte.

Für Offenheit und Transparenz

Scheller attackierte das System der Vorberatungen: „Ziel ist es offensichtlich, im Stadtrat selbst keinerlei Diskussionen zu führen. So darf es nicht weitergehen. Wir brauchen Offenheit und Transparenz.“ Wie auch seine Fraktionskollegin Urte Müller stimmte er gegen den vorgelegten Haushalt. Die Partei spricht von einer Plünderung der Kriegskasse. So habe man sich die Generationengerechtigkeit nicht vorgestellt.

Sein Fett bekam auch Alt-Bürgermeister Matthias Schmiedel weg: „Der versprach eine Punktlandung. Wir würden keine Luftschlösser bauen. Bei Rathaus, Markt 19 und Archiv wollte er unter drei Millionen Euro bleiben. Laut Haushaltsentwurf kostet das inzwischen fast doppelt so viel.“ Einen solchen Kurs könne er, Scheller, nicht für gut heißen. Seine Fraktion beantragte eine namentliche Abstimmung. Es blieb dabei: Das Zahlenwerk wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Von Haig Latchinian

Neu montierte touristische Hinweisschilder am Muldentalbahnradweg zeigen Radwanderern die falsche Richtung.

22.02.2019

Bislang klappt es super mit der pflanzlichen Ernährung, die ich eine Woche lang freiwillig teste. Doch als ich zu Besuch bei meiner Familie bin, merke ich, dass sich vegane Ernährung bei einem Brunch in der ländlichen Region schwierig gestaltet.

22.02.2019

Der Flugverkehr im Südraum Leipzig gleicht einem Schnittmuster: Rund 650 Maschinen passieren täglich diese Region, steuern den Flughafen Leipzig/Halle an oder sind Überflieger. Am Himmel ist richtig was los.

22.02.2019