Wermsdorfer Gänsemarkt eröffnet: Restaurant muss nach nur einem Tag coronabedingt schließen
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Wermsdorfer Gänsemarkt eröffnet: Restaurant muss nach nur einem Tag coronabedingt schließen

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15:01 01.11.2020
Nur am Sonntag so möglich: Karin und Bernd Bäßler genossen den Gänsebraten im Restaurant der Wermsdorfer Gänsefarm. Quelle: Christian Kunze
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Wermsdorf/Mutzschen

Was tun Sie, wenn Sie am Wermsdorfer Gänsemarkt eine Schlange sehen? Richtig, Sie stellen sich hinten an! Gesagt, getan. Bereits eine halbe Stunde vor Eröffnung warten am Sonntagvormittag auf dem Außengelände Am Lindigt zwischen Mutzschen und Wermsdorf rund 60 Männer und Frauen, dass sich die Türen öffnen.

Zu denenen, die als erste da sind, zählen Mathias Weichert und Ehefrau Simone. Die Leipziger sind spontan da. „Wir waren vor ein paar Jahren schon mal hier, da hat es uns sehr gefallen. Gestern Abend lasen wir, dass heute Eröffnung ist und sind dann heut früh losgefahren“, sagt Mathias Weichert. Wie die meisten anderen Gäste möchte sich das Ehepaar umschauen und mit Leckereien aus dem Verkauf eindecken.

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Verkauf und Gastronomie am Sonntag streng getrennt

Der Verkauf und die Gastronomie sind coronabedingt strikt voneinander getrennt. Es gibt separate Ein- und Ausgänge, die maximale Personenzahl ist auf 80 Menschen begrenzt. Am Eingang teilt sich die Schlange, wer frisch zubereiteten Gänsebraten im Restaurant essen möchte, muss seine Kontaktdaten hinterlassen. Schwarz gekleidetes Sicherheitspersonal sorgt dafür, dass alles geordnet abläuft. Eingreifen müssen die Männer an diesem Vormittag nicht, es bleibt ruhig.

Lorenz Eskildsen in einem der 2020 modernisierten Ställe. Quelle: Thomas Kube

Lorenz Eskildsen begrüßt die Besucher persönlich. Händeschütteln gibt es nicht, dafür sind Masken allgegenwärtig. Dass er sein Restaurant nur einen Tag öffnen kann, sei ein Umstand, den er mit allen anderen Gastronomiebetrieben teile. Nichtsdestoweniger wolle man den Menschen den gewohnten Service bieten. Dass sie platziert werden, kennen manche noch von früher.

Eskildsen setzt auf bewährte Regeln

Lorenz Eskildsen ist keiner, der den Kopf in den Sand steckt. „Wir sind Gänseleute, das ist unsere Saison, sollen wir jetzt etwa kapitulieren?“, fragt er. Er setzt auf Einbahnstraßensysteme, die bewährten Regeln – und auf die größtenteils vorhandene Vernunft der Menschen.

Wobei es auch Extreme gibt. „Schon ganz früh war heute einer da, der regelmäßig zur Eröffnung kommt. Er hat sich gleich mit 100 Gläsern Gänseleberwurst eingedeckt. Er wisse ja nicht, was kommt, meinte er.“

Hoffnung auf Normalisierung bei Gästen

Auf die Hoffnung, dass wieder Normalität eintritt, setzen Bernd und Karin Bäßler aus Oederan. Sie sind zum Gansessen gekommen, so wie sie es jedes Jahr ein oder zwei Mal machen.

„Die Atmosphäre stimmt, das Preis-Leistungs-Verhältnis ebenso. Meistens sind wir im Advent oder kurz vor Weihnachten hier, da gehört das Essen ja auch hin. Aber dieses Jahr ist das alles mit Fragezeichen versehen. Wir hoffen auf jeden Fall, dass die Gaststätten ab Dezember wieder öffnen dürfen und auch wir noch ein zweites Mal herkommen können“, sagt Karin Bäßler.

Schließlich gelte es, dem Aufwand, den Lorenz Eskildsen und andere betreiben, Rechnung zu tragen, so das Ehepaar.

Kontakt: Eskildsen Gänsezucht Wermsdorf, Am Lindigt 1, 04668 Grimma OT Mutzschen, Tel: 034364 8840, E-Mail: kontakt@eskildsen.de. Der gastronomische Teil des Marktes ist ab Montag coronabedingt geschlossen.

Von Christian Kunze