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Grimma Winterausstellung der Naunhofer Modellbahner
Region Grimma Winterausstellung der Naunhofer Modellbahner
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00:27 01.03.2018
Die Kugelrollbahn ist ein Geschicklichkeitsspiel mit Eisenbahnflair. Anton (9) probiert es, assistiert von Uwe Scholze.
Die Kugelrollbahn ist ein Geschicklichkeitsspiel mit Eisenbahnflair. Anton (9) probiert es, assistiert von Uwe Scholze. Quelle: Bert Endruszeit
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Naunhof

Eine ganz besondere Überraschung hatten sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft Eisenbahnfreunde Naunhof für ihre am Sonntag präsentierte Winterausstellung einfallen lassen. Denn im Vereinshaus drehten nicht nur Modellbahnen in verschiedenen Größen ihre Runden. Wer wollte, konnte eine Geschicklichkeits- und Denksportaufgabe lösen.

Knifflige Aufgabe für Kinder

Modellbahnfan Ulrich Meißner hatte sich von der Telelotto-Ziehungsmaschine aus DDR-Zeiten inspirieren lassen und baute aus Aquarienschlauch, Eimer und Trichter eine Kugellaufbahn. „Die Kinder müssen nun eine kleine Metallkugel oben in den Trichter einwerfen. Wenn die Kugel wieder zum Vorschein kommt, soll sie genau in einen Waggon des darunter fahrenden Zuges fallen“, erklärte Meißner. Keine ganz leichte Aufgabe, denn hier müsse die Laufzeit der Kugel und das Tempo des Zuges berücksichtigt werden. Wem das gelang, war eine süße Belohnung sicher.

„Wir wollten für ein bisschen Gaudi sorgen“, sagte Vorstand Thomas Jähnichen. „Denn unsere Modellbahnanlagen sind ja vielen Naunhofern gut bekannt, da sorgt eine solche Spielerei gerade bei den jüngsten Besuchern für Abwechslung.“ Es sei leider eine traurige Tatsache, dass Eisenbahnen im Kleinformat in den meisten Kinderzimmern längst Seltenheitswert besitzen. „Zum einen interessieren sich die meisten Kinder heutzutage eher für Handy und Computer und zum anderen ist das Hobby Modellbahn sehr kostenintensiv.“ Es gibt zwar schon Startpackungen für 150 Euro, doch damit sei es dann meist nicht getan.

Naunhofer Bahnhof

Das Thema Finanzen beschäftigt aber auch die „großen“ Eisenbahnfans in Naunhof. „Um ein Haar hätten wir aufhören müssen, denn wir konnten die Nebenkosten hier im Vereinshaus nicht mehr stemmen“, so Jähnichen. Glücklicherweise habe ein Gespräch mit dem Bürgermeister zu einer Lösung geführt. „Dies brachte uns eine entscheidende finanzielle Entlastung.“

Auf diese Weise bleibt den Naunhofern auch ein ganz besonderes Kleinod erhalten. Denn unterm Dach des Vereinshauses können Besucher eine Zeitreise unternehmen. Die größte Anlage der dortigen Interessengemeinschaft zeigt den Naunhofer Bahnhof in der Zeit vor rund 80 Jahren. Zu sehen ist auch ein Lazarettzug, der tatsächlich im April 1945 auf den Gleisen dort stehen blieb. „Zum letzten Heimatwandertage kam ein Zeitzeuge zu uns, der den Zug damals sah“, erzählte Jähnichen. Etliche Einwohner hätten damals befürchtet, dass der Militärzug Bombenflugzeuge anziehen würde. „So kam es dann auch, kurz darauf gab es hier einen verheerenden Angriff.“

Das Bahnhofsmodell ist ein bis ins kleinste Detail exaktes Abbild der Realität „Letztens sagte hier ein Mädchen zu ihrer Mutter: Guck mal, in unserer Wohnung brennt sogar Licht“, freute sich Jähnichen. Ein klein wenig geschummelt habe man jedoch, gibt er zu. „Wir zeigen hier auch den alten Portalkran, der erst nach 1945 gebaut wurde. Doch uns haben so viele Leute darauf angesprochen, da haben wir ihn einfach mit aufgestellt.“ Auch die Dimensionen der Anlage wurden leicht angepasst. „Bei einem exakten Maßstab müsste unsere Anlage über acht Meter lang sein, deshalb haben wir sie etwas gestaucht“, verrät Modellbahner Dieter Hertranft.

Von Bert Endruszeit