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Grimma ZVNL und Landrat drohen Eisenbahnbetreiber mit Kündigung
Region Grimma ZVNL und Landrat drohen Eisenbahnbetreiber mit Kündigung
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16:28 22.08.2018
Die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) auf der Linie RB 110 steht wegen ausfallender Züge in der Kritik. (Archivbild) Quelle: Frank Schmidt
Leipzig/Grimma

Landrat Henry Graichen (CDU) und der Zweckverband Nahverkehr Leipzig (ZVNL) haben ihre Einigkeit darüber bekräftigt, rechtliche Schritte gegen den Bahnbetreiber, die Transdev Regio Ost GmbH, zu verfolgen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, seine vertraglichen Verpflichtungen nicht zu erfüllen – die anhaltenden Zugausfälle auf der Strecke Leipzig-Grimma-Döbeln seien nicht länger hinnehmbar. Inzwischen wird auch Kritik aus der Bevölkerung lauter.

Henry Graichen: „Die momentanen Verhältnisse sind nicht weiter hinnehmbar. Nachdem es mehrere Angebote zur Verbesserung unsererseits gab, müssen nun rechtliche Schritte geprüft werden.“ Damit stützt er die Stellungnahme des Zweckverbandes Nahverkehr Leipzig: „Trotz versprochener Gegenmaßnahmen sind Verbesserungen nicht eingetreten, somit sind die genannten langanhaltenden Personalprobleme nicht mehr hinnehmbar.“ Graichen sei sich mit dem ZVNL einig, dass notfalls der Vertrag mit der Transdev Regio Ost GmbH gekündigt werden müsse.

Unterschriftenaktion gestartet

Inzwischen haben sich wegen der Situation im Regional- und S-Bahn-Verkehr mehrere Fahrgäste an den Landrat gewandt. Aus Grimma wurde sogar eine Unterschriftenaktion übergeben. Eva Geißler aus Grimma hat sie mit organisiert und einen Brief an Graichen geschrieben. Darin wird auch die Bahnanbindung Grimmas kritisiert. „Die Nichtanbindung der Stadt Grimma an das S-Bahn-Netz ist ein Umstand, welcher in der Bevölkerung der Region auf großes Unverständnis stößt.“ Nach anfänglicher Verbesserung vor anderthalb Jahren, sehen sich die Grimmaer mit der aktuellen Situation nunmehr immer mehr von der Messestadt abgekoppelt.

„In punkto Unzuverlässigkeit dieses Bahnanschlusses ist das miserable Niveau von vor anderthalb Jahren erreicht. Mittlerweile entsteht der Eindruck, dass durch eine bewusste Verärgerung der potenziellen Fahrgäste die letzte bestehende Bahnanbindung an Leipzig abgeschafft werden soll“, schreiben gut 50 Unterzeichner an Graichen. Und fordern sein Handeln: „Die Probleme haben eine Qualität und Quantität im negativen Sinne erreicht: Ihr politisches Eingreifen ist zwingend erforderlich“, heißt es in dem Schreiben weiter.

„Erhöhter Krankenstand auf der Linie“

Da die Transdev Regio Ost GmbH wiederholt nicht ihre vertraglichen Leistungsverpflichtungen erfüllte, haben sich die Aufgabenträger jetzt zu rechtlichen Schritten entschlossen. Transdev habe fehlende Lokführer wegen kurzfristiger Krankmeldungen für die Probleme verantwortlich gemacht. Versprochene Gegenmaßnahmen hätten keine Verbesserung gebracht.

Ein Sprecher des Eisenbahnunternehmens sagte auf Anfrage, er wolle sich zu den laufenden Gesprächen mit dem Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen nicht äußern. Die Zugausfälle gebe es. „Wir haben einen erhöhten Krankenstand auf dieser Linie.“ Es seien jedoch Busse eingesetzt worden, um die Kunden zu fahren.

Von thl (mit dpa)

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