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Grimma Zu teuer, zu riskant: Colditz erwägt Umdenken bei Furtwegbrücke
Region Grimma Zu teuer, zu riskant: Colditz erwägt Umdenken bei Furtwegbrücke
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18:04 20.02.2019
Die Furtwegbrücke über die Mulde in Colditz ist bereits seit Monaten gesperrt. Quelle: Thomas Kube
Colditz

Millionengrab Furtwegbrücke? Die Colditzer Stadtväter wollen sich nicht sehenden Auges ins Unglück stürzen. Nachdem die möglichen Kosten für die Instandsetzung des flutgeschädigten Bauwerks astronomische Höhen erreicht haben, zieht der parteilose Bürgermeister Robert Zillmann jetzt die Notbremse. Auf der öffentlichen Sitzung am Donnerstag schlägt er seinen Räten vor, die öffentliche Ausschreibung aufzuheben.

Sanierungskosten für Colditzer Brücke doppelt so hoch

Die Zustimmung des Parlaments gilt als sicher. Zu viele Anläufe waren gescheitert. Zu Jahresfrist platzte auch der vorerst letzte Versuch, für die Arbeiten an der Brücke eine Firma zu finden, deren Preisvorstellungen sich in etwa mit jenen des Planers decken. Wie berichtet, sagte das Land Sachsen einst zu, die Reparaturen zu 100 Prozent zu tragen. Fast eine Million Euro stellte der Freistaat in Aussicht. Bei der Submission vom 11. Dezember 2018 lag das günstigste Angebot jedoch bei 2.071.262,89 Euro.

Umgehungsstraße verschlingt halbe Million

Die Differenz könne die Stadt Colditz unmöglich schultern, sagt Zillmann. Er verweist darauf, dass bereits rund 500.000 Euro in die fast 700 Meter lange Umgehungsstraße geflossen seien. Diese war nötig geworden, um das Werk Magmalor der Ferro-Gruppe bei einem bevorstehenden Brückenbau nicht von der Außenwelt abzuschneiden.

Die Stadt ist in der Zwickmühle: Bauen würde ein schwer kalkulierbares Abenteuer bedeuten. Nichtstun wäre aber auch keine Lösung. Der Frust bei den Colditzern ist groß. Weil die Brücke seit Monaten voll gesperrt ist, müssen sie Umwege fahren und Staus an der Ampel in Kauf nehmen. Nachdem sich Motorisierte zuletzt immer wieder über das Verbot hinwegsetzten und die Brücke trotz Beschilderung passierten, reagierte die Verwaltung mit Pollern.

Weitere Schäden erhöhen die Baukosten

Der Beton der Widerlager ist zu sanieren. Die Fahrbahn der bei zwei Fluten beschädigten Brücke soll abgefräst und erneuert werden. Alle Stahlbauteile benötigen einen Korrosionsschutz. So war der Plan. Doch grau ist alle Theorie: „Wir haben weitere Schäden festgestellt“, sagt der Stadtchef. Er könne zudem nicht ausschließen, dass der Überbau Bleianteile enthält, wodurch sich die Kosten für die Stadt noch einmal erhöhen würden. Von den 120.000 Euro für eine neue Ampel ganz zu schweigen.

Colditz fasst Wirtschaftlichkeitsanalyse ins Auge

Statt das Projekt kleiner zu denken, denkt es die Stadt nun größer: „Was nützt es, die Brücke nur teilweise in Angriff zu nehmen, um in 20 Jahren wieder beim Punkt null anzufangen. Wir sollten sie umfassend sanieren, damit wir für die nächsten 40 bis 60 Jahre Ruhe haben“, sagt Zillmann. Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse soll Klarheit bringen. In diesem Zusammenhang lobt der Bürgermeister die Förderbehörde, das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Man sei in regelmäßigem Kontakt.

Nun ist es zunächst an den Stadträten, welchen Schritt man wählt. Weiter wie bisher geplant, ohne Zeitverzug, aber mit einer gehörigen Portion Risiko und jeder Menge Eigenkapital, das man vielleicht gar nicht hat. Oder neu durchstarten, mit mehr Vorlauf, Wissen und möglichst viel Förderung. Eines ist sicher: Die zweite Variante kommt nicht von heute auf morgen. Es könnte dauern, bis die Arbeiten beginnen. Bis dahin würde einiges Wasser die Mulde hinunter laufen und die Brücke gesperrt bleiben.

Von Haig Latchinian

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