Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg AfD holt vier Sitze, etablierte Parteien hoffen auf konstruktive Zusammenarbeit
Region Markkleeberg AfD holt vier Sitze, etablierte Parteien hoffen auf konstruktive Zusammenarbeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:19 28.05.2019
Deutlich mehr Wählerinnen und Wähler als 2014, 64,8 Prozent, sind am Sonntag in eines der 17 Markkleeberger Wahllokale gepilgert. Quelle: Andre Kempner
Markkleeberg

Markkleeberg hat gewählt. Der bundesweite Aderlass bei den Volksparteien wird auch auf kommunaler Ebene deutlich, ebenso das Hoch der Grünen und der AfD.

Die CDU kommt nur noch auf 25,7 statt auf 34,1 Prozent wie 2014. Von neun Sitzen im Stadtrat verliert die CDU zwei. Das prognostizierte Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SPD haben die Sozialdemokraten knapp verloren. Sie rutschten von 33,2 auf 23,8 Prozent. Von den ursprünglich neun Sitzen behalten sie nur noch sechs.

Auch die Linken verlieren knapp vier Prozent. Ihre 12 Prozent bringen ihnen noch drei Sitze. In der Gunst der Markkleeberger Wählerinnen und Wähler sind Bündnis 90/Die Grünen aufgestiegen, von 11,3 auf 15,8 Prozent. Ob sie das ihren lokalen Bemühungen zu verdanken haben oder auch dem Klimawandel, der stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist – sie haben künftig vier Sitze, einen mehr. Die FDP hat sich von 5,6 auf 7,6 Prozent verbessert und ist mit zwei Kandidaten vertreten. Auf Anhieb hat sich die AfD 15,2 Prozent und damit vier Mandate gesichert.

Für die CDU werden voraussichtlich Oliver Fritzsche, Anne-Katrin Seyfarth, David Storl, Mario Preller, Andreas Hesse, Robby Stamm und Gerhard Pötzsch in den Stadtrat einziehen. Für die SPD Rolf Müller, Constanze Ambrosch, Sebastian Bothe, Frank Zieger, Evelyn Müller und Rainer Leipnitz. Joachim Schruth sitzt als Fraktionsvorsitzender der Grünen neben Jana Bovet, Eric Peukert und Maria Hübner. Anja Jonas von der FDP bekommt von Olaf Winne Gesellschaft. Neben Spitzenkandidatin Elke Gärtner von der AfD sind Thomas Steinert, Frank May und Jochen Köhler vertreten.

Die Linke schickt drei Vertreter an den Ratstisch: Rosemarie Jahn, Doris Werner und Thomas Marx. „Immer da, wo Menschen sozial benachteiligt werden, sehe ich das Hauptproblem“, hatte Spitzenkandidatin Doris Werner im Vorfeld zum sozialpolitischen Schwerpunkt ihrer Partei betont.

Viele machten Kreuze kurz vor Schluss

Die im Vergleich zum Jahr 2014 um fast 17 auf 64,8 Prozent enorm angestiegene Wahlbeteiligung sorgte für lange Schlangen vor allen 17 Wahllokalen. Daran hat auch der deutlich gestiegene Anteil der Briefwähler (genaue Zahlen liegen noch nicht vor) nichts geändert. „Besonders ausgeprägt war die Situation in Zöbigker“, erklärte Pressesprecher Daniel Kreusch. Dort tummelten sich besonders viele Besucher bei schönstem Wetter erst einmal auf dem Töpfermarkt am Cospudener See, bevor sie sich entschlossen, in den letzten Minuten ihre Kreuze zu machen. „Wir haben noch alle berücksichtigt, die sich vor der offiziellen Schließzeit um 18 Uhr angestellt haben und das Wahllokal entsprechend länger offen gehalten“, so Kreusch.

Wahlleiterin Andrea Stübiger hat mit ihren knapp 170 Helferinnen und Helfern einen Marathon im Auszählen absolviert. Hing das Säulendiagramm mit den Europa-Resultaten schon frühzeitig offen aus, mussten sich die Vertreter der Parteien, die sich im Ratskeller zu einem gemeinsamen Wahlabend getroffen hatten, in Geduld üben. Zu fortgeschrittener Stunde waren immer weniger vor Ort. Und erst weit nach Mitternacht konnte der Pressesprecher die Endergebnisse verkünden. Der erste Schock über das Abschneiden hat bei den etablierten Parteien tief gesessen. Schon als die Ergebnisse für das Europaparlament ausgezählt worden sind, gab es lange Gesichter, weil man durch die Bank befürchtete, dass sich die Tendenzen auch auf kommunaler Ebene durchsetzen könnten.

SPD: Bürger haben zwischen EU- und Kommunalwahl unterschieden

Mit einer kurzen Nacht und etwas Abstand dazwischen hat Sebastian Bothe (SPD) zu einer positiveren Bewertung der Lage gefunden. „Natürlich haben wir herbe Verluste erlitten, aber wir müssen die Situation differenziert und weniger emotional betrachten“, betont er. „Die Wähler haben durchaus zwischen Europa- und Kommunalwahl unterschieden und wir haben den Auftrag bekommen, Markkleeberg weiter mitzugestalten. Wir stehen für eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Parteien, die sich für Markkleeberg einsetzen und wir nehmen die Herausforderungen an, um die Erwartungshaltung der Menschen, die uns gewählt haben, zu erfüllen.“

Auch Oliver Fritzsche (CDU) blickt optimistisch nach vorne: „Ich habe die Hoffnung, dass der sachliche und konstruktive Zusammenhalt, der in Markkleeberg seit vielen Jahren besteht, in gewohnter Weise beibehalten wird. Die Bürgerinnen und Bürger sollen alle ihre Chancen nutzen, sich einzubringen. Nicht nur politisch, sondern auch Vereinen und in das Leben der Stadt.

Die Ergebnisse: CDU 25,7 % (34,1 %); SPD 23,8 % (33,2 %); Linke 12 % (15,8 %); Grüne 15,8 % (11,3 %); FDP 7,6 % (5,6 %); AfD 15,2 %.

Von Gislinde Redepenning

Markkleeberg Gemeinderatswahl Großpösna - AfD und Grüne neu in Großpösna dabei

Die Großpösnaer sind eine wahlfreudige Gemeinde, erneut war die Beteiligung sehr hoch. Und auch hier gibt es nach dem Wähler-Votum einige Veränderungen im Gemeinderat: eine Vereinigung fällt raus, zwei Parteien ziehen neu ein.

28.05.2019

Im Landkreis Leipzig liegt die CDU bei der Europawahl gegenüber dem Sachsentrend vor der AfD. Die Alternative für Deutschland geht dennoch als klarer Sieger aus der Abstimmung hervor und verbucht gegenüber 2014 einen Zugewinn von 16,2 Prozent.

28.05.2019

Die Kreistagswahlen im Landkreis Leipzig haben die Mehrheitsverhältnisse kräftig verschoben. Die AfD wird zweitstärkste Kraft hinter der CDU. Linke und SPD verlieren. Die Grünen ziehen in Fraktionsstärke ein.

04.06.2019