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Markkleeberg Bagger fürs Wohngebiet Bahnstraße sollen im Frühjahr 2020 anrollen
Region Markkleeberg Bagger fürs Wohngebiet Bahnstraße sollen im Frühjahr 2020 anrollen
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06:01 12.02.2019
Noch ist die Bahnstraße eine Sackgasse. Die Anwohner fürchten um ihre Ruhe und ihre Lebensqualität, wenn verstärkt Autoverkehr einsetzt. Quelle: Andre Kempner
Markkleeberg

Zwischen Bahntrasse und Städtelner Straße, südlich des SportparksCamillo Ugi“, soll das neue Wohngebiet Bahnstraße entstehen. Das geht so manchem Anwohner der bereits vorhandenen Bahnstraße, einer ruhigen Sackgasse, gehörig gegen den Strich. Stadtplanerin Gudrun Gerhardt von der ICL Ingenieur Consult GmbH hat das Vorhaben kürzlich im Rahmen einer Anhörung im Kleinen Lindensaal erläutert.

Ziel sei, so Gerhardt, ein neues Wohngebiet mit maximal 24 Wohneinheiten in Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern zu schaffen. Das städtebauliche Konzept folge grundsätzlich den Vorstellungen des Projektträgers, doch seien einige Eckpunkte zu beachten. „Da es sich um bereits vorgenutzte Flächen handelt, ist es mit gemindertem Aufwand möglich, dort Baurecht zu schaffen“, erklärte Gerhardt. Eine Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung im Sinne des Naturschutzes sei nicht nötig. Allerdings müsse man im Sinne des Artenschutzes noch Auflagen erfüllen. Man habe mit der Naturförderungsgesellschaft Ökologische Station Borna-Birkenhain eine Begehung durchgeführt und müsse eine neue Kartierung vornehmen. Von verschiedenen Vögeln bis zu einem von Waldameisen gebauten Hügel kreucht und fleucht es auf dem Gelände. Möglicherweise müssten Nistkästen für neue Brutstätten gebaut und die Ameisen umgesetzt werden. Das Projekt sei jedenfalls nicht gefährdet.

Die Fläche, jahrzehntelang Sitz der VEB Brücol-Chemie, werde im Sächsischen Altlastenkataster geführt, sei aber inzwischen frei von Schadstoffen. Zwei Tankgruben seien ausgehoben worden. Was mit dem ruinösen Gebäude auf dem Areal passiere, das unter Denkmalschutz steht, wisse man noch nicht, darüber müsse man noch mit der Denkmalschutzbehörde sprechen.

Der Aspekt des Lärmschutzes spielt eine wichtige Rolle. Eine 4,50 Meter hohe Lärmschutzwand, im Rahmen des Citytunnelbaus Leipzig errichtet, ist als Abgrenzung zur Bahntrasse vorhanden. „Allein mit der Wand ist es im Sinne des Schallschutzes an diesem Standort jedoch nicht getan“, erklärte Gerhardt. Deshalb sind in der Zone parallel zu den Bahnschienen zehn Reihenhäuser vorgesehen. Sie müssten zuerst entstehen, könnten dreigeschossig gebaut werden und dienten als zusätzlicher Schallschutz für den vorderen Teil. Wände und Fenster müssten dort bauordnungsrechtlichen Voraussetzungen entsprechen.

Drei weitere Bereiche sind für die Bebauung vorgesehen. In den vorderen Flächen entlang der Städtelner Straße könnten Einfamilien- oder Doppelhäuser mit ein bis zwei Geschossen entstehen. Rund 35 bis 40 Prozent der Baugrundstücke dürften versiegelt werden.

In Abstimmung mit dem Tiefbauamt ist eine 7,65 Meter breite Erschließungsstraße mit einem einseitigen Gehweg geplant, die von der Städtelner Straße aus relativ mittig durch das Areal über einen Bogen in nördlicher Richtung bis hin zur Bahnstraße führen wird. Die zwei Anschlüsse sind beabsichtigt, der Verkehr soll in zwei Richtungen rollen können. Genau das bereitet den Bewohnern der Bahnstraße, bisher eine ruhige Einbahnstraße in T-Form, am Ende mit jeweils zwei Stichstraßen, Sorge.

Die Züge seien leise, es sei ein angenehmes Wohnen, hieß es aus den Reihen der Anwesenden. Dreigeschossige Reihenhäuser seien unnötig, sie passten auch nicht ins Bild, lautete die Kritik. Die Kinder könnten bisher sorglos in den Stichstraßen spielen, würden die erst mal für den Durchgangsverkehr geöffnet, sei es mit der Ruhe vorbei, ist die Befürchtung. „Das ist eine klare Einschränkung unserer Lebensqualität, die Einbahnstraße soll bleiben“, hieß die Forderung. Stadtrat Robby Stamm (CDU) versuchte, die Gemüter zu beruhigen. „Veränderungen in der Stadt haben immer mit persönlichen Veränderungen und Einschnitten zu tun. Um die Stadtentwicklung voran zu bringen, muss man über das Maß des Einzelnen hinausschauen“, erklärte er.

Investor Peter Franke, dem das Grundstück seit 2015 gehört, hat als Projektträger die Verantwortung. „Wir scharren schon mit den Hufen und hoffen, dass es so schnell wie möglich losgeht“, betont er. Bei der Reihenhauskette müssten keine einzelnen Bauanträge bearbeitet werden. Allerdings verkauften sich Grundstücke für eine attraktive Bebauung leichter als die Reihenhäuser.

„Der Vorentwurf steht relativ konkret. Wir wollen möglichst schnell den Entwurf nach Beschluss des Stadtrats auslegen, um den Trägern der öffentlichen Belange und den Anwesenden die Möglichkeit zu geben, sich dazu schriftlich zu äußern“, sagte Gerhardt. Im Dezember solle der Satzungsbeschluss gefasst werden, damit es im Februar 2020 losgehen könne.

Von Gislinde Redepenning

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