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Markkleeberg Bitterlinge fühlen sich schon wohl
Region Markkleeberg Bitterlinge fühlen sich schon wohl
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07:00 15.06.2017
Bitterlinge stehen auf der Roten Liste für geschützte Arten. Ihr Vorkommen im Zwenkauer See spricht für eine gute Wasserqualität. Quelle: Tauchbasis Zwenkauer See
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Zwenkau

Der Zwenkauer See erwacht ganz langsam auch unter Wasser zum Leben. Flora und Fauna beginnen sich im mit 970 Hektar größten Tagebaufolgesee im Leipziger Südraum zu regen. Sehr zur Freude von Robert Lange, dem Chef der Tauchbasis am Technischen Hafen.

„An unserer Einstiegsstelle am Stadtstrand ist mir im November 2015 beim ersten Tauchgang eine kleine Pflanze aufgefallen, die hat sich inzwischen verzehnfacht“, erzählt der Tauchlehrer. In ihrem Schutz gedeihe Leichenkraut prächtig, fühlten sich die auf der Roten Liste der geschützten Arten eingetragenen Bitterlinge, aber auch Stichlinge wohl. Im Flachwasserbereich seien ihm zuletzt auch Ukelei, ein karpfenähnlicher Fisch, und bis zu 25 Zentimeter große Döbel begegnet, berichtet Lange.

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„Mit dem Hochwasser 2013 ist ein erster Schwung Leben über das Einlaufbauwerk Zitzschen aus der Weißen Elster in den Zwenkauer See geschwappt“, erinnert Hauptamtsleiter Dirk Schewitzer. Damals liefen rund 20 Millionen Kubikmeter Elsterwasser in den See, stieg der Wasserstand binnen drei Tagen um 2,55 Meter. „Aus heutiger Sicht ein Glücksfall, dadurch sind Fische und Pflanzen in den See geschwemmt“, so Schewitzer.

Aber Lange ist auch Realist: „Der Kulkwitzer See ist als Tauchrevier eine andere Liga und wird es noch Jahrzehnte bleiben.“ Dennoch freut er sich über die „sprunghafte Verbesserung“ in seinem Revier. Immerhin fehlten dem Zwenkauer See noch 1,20 Meter bis zum Endwasserstand. Erreicht wird der laut Tagebausanierer LMBV erst nach der Fertigstellung des Harthkanals – voraussichtlich 2022.

Aktuell lockt Lange die Pflanzen- und Tierwelt besonders. „Seit ein paar Tagen sind die Sichtverhältnisse im See nach der langanhaltenden Eintrübung im Winter wieder super. Sieben Meter sind jetzt drin“, sagt er. Gute Bedingungen für eine Art privates Monitoring der Unterwasserwelt. Das offizielle limnologische Gutachten sei noch in Arbeit, weiß Schewitzer. Perspektivisch wird die Tauchbasis ihr Domizil südlich vom Großdeubener Weg aufschlagen, in direkter Nachbarschaft zum Anglerverband.

Von Ulrike Witt