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Markkleeberg Gerettet: MS Cospuden wird auch künftig über den Cospudener See in Leipzig schippern
Region Markkleeberg Gerettet: MS Cospuden wird auch künftig über den Cospudener See in Leipzig schippern
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06:01 02.04.2019
Zur großen Durchsicht wird die MS Cospuden auf der Westseite des See aufgebockt. Die neuen Besitzer planen den Saisonstart zu Ostern. Quelle: Fotos: Jörg ter Vehn
Leipzig/Markkleeberg

Ganz gemütlich kommt die MS Cospuden aus dem Wasser, dreht am 250-Tonnen-Autokran langsam eine halbe Runde und schwebt gefühlvoll auf den Lagerböcken an Land zur Revision ein. Das Fahrgastschiff scheint keine Eile beim Kranen zu haben. Was Wunder, die alte Dame, die im Vorjahr 60 wurde, fährt seit 18 Jahren auf dem Cospudener See, kennt hier jede Welle und jede Untiefe persönlich.

Ihre Tage schienen gezählt. Die große Durchsicht mit fünfstelligen Kosten stand an, Inhaber Frank Sporleder (65) will aber in Rente gehen, hatte im Frühjahr schon mit Verschrottung gedroht, sollte er keinen neuen Besitzer finden. Er fand.

Ehemaliger Kanurennsportler als Retter

„Wir sind verrückt genug zu sagen, wir machen das“, schmunzelt Dirk Hoffsky von der H&D Dienstleistungsgesellschaft. Die habe mit einer Elektro- und einer Wassertourismusfirma samt Bootsverleih zwei Beine, zu der das Schiff gut passe, findet er. „Wir haben die Logistik, können auf dem Schiff viel mit unseren Leuten machen“, erklärt Hoffsky. Und mit dem Wasser, da hat er es auch. Hoffsky war zu DDR-Zeiten eine große Nummer im Kanurennsport, holte etliche Meistertitel – und wurde 2005 sogar noch Weltmeister bei den Ü 30.

Dirk Hoffsky (links) hält an der MS Cospuden fest. Der ehemalige Kanurennsportler mit Elektro- und Tourismusfirma hat die betagte Dame vor der Verschrottung gerettet. Quelle: Jörg ter Vehn

Jetzt macht ihm eher die künftige neue Kaffeemaschine für die MS Cospuden Sorgen. Die soll natürlich alle heute üblichen Kaffees frisch aufbrühen – „sie muss aber auch frostsicher sein“, erklärt er nur eines der unzähligen Details, die derzeit wichtig sind beim Umbau.

Denn die betagte Dame soll flott gemacht werden für modernere Zeiten. So sei etwa ein Betrieb bis in den Dezemner hinein geplant, erklärt der neue Eigner. Warme Speisen werde es aber wohl auch künftig nicht geben können wegen des geringen Platzes an Bord, so Hoffsky. Aber Küche und Bar würden umgebaut – und die Toiletten sowieso.

Die nächsten zwei Wochen lagert das Schiff zur Revision auf der Westseite des Sees auf Böcken. Neben den nötigen Reparaturen für den Schiffs-Tüv solle auch der Umbau stattfinden, so Hoffsky. Ein Wachschutz sei engagiert, so lange auf die MC Cospuden aufzupassen.

Rundfahrten bleiben im Programm – aber aders

Zu Ostern beginne die neue Saison. Auch am Fahrplan werde es Änderungen geben. Die Rundfahrten solle es auch künftig geben, „wir überlegen aber, diese im eineinhalbstündigen Rhythmus anzubieten“, sagt Hoffsky. Käpt’n Frank Sporleder sei früher bis zu sechsmal am Tag eine Runde gefahren. „Das war zu viel“, findet Hoffsky. Der Kapitän bleibt der MS Cospuden übrigens noch ein Jahr treu. „Er hilft uns in der Anfangszeit, bildet vier neue Schiffsführer aus“, sagt der Chef.

Bei Axel Schubert, der die Wassertourismussparte leitet, gehen derweil schon erste Bestellungen für die Touren ein. 50 Boote vom einsitzigen Kanu bis zum großen Drachenboot habe der Verleih am Kanal 28, viele Jugendgruppen seien seine Kunden. Er kann sich künftig gut vorstellen, dass diese bei einer Tour erst mal von Leipzig zum See paddeln, um sich dann auf der MS Cospuden verwöhnen zu lassen. „Auch ein schwimmendes Klassenzimmer wäre eine Idee“, findet er. Aktuell werde am Programm aber noch gefeilt.

Axel Schubert hat wie Hoffsky ein inniges Verhältnis zum See und zur Natur. Er war früher mal Geschäftsführer beim Leipziger Ökolöwen.

Von Jörg ter Vehn

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