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Markkleeberg Informativ, skurril und überraschend: Stasi-Schau beschäftigt das Publikum
Region Markkleeberg Informativ, skurril und überraschend: Stasi-Schau beschäftigt das Publikum
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18:03 28.05.2019
Im Gespräch: Bürgermeister Holger Schulz mit Steffen Kasperski (rechts) und Regina Schild mit dem Landtagsabgeordneten Oliver Fritzsche (links). Quelle: Gislinde Redepenning
Zwenkau

Drei Tage lang lädt die Außenstelle Leipzig des Stasi-Unterlagen-Archivs zu einer gut besuchten Ausstellung zum Thema „Stasi“ in den Bergbauausstellungspavillon am „KAP Zwenkau“ ein. Bereits zur Eröffnung am Montag drängten sich zahlreiche interessierte Besucher vor Schautafeln oder vertieften sich in ausgelegten Musterakten. Am heutigen Mittwoch ist noch von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

„Genossen, wir müssen alles wissen“, lautete das Motto, das der Minister für Staatssicherheit der DDR, Erich Mielke, vorgegeben hatte. Die Schau gibt einen komprimierten Einblick in die Ideologie der Stasi. Sie informiert über Strukturen, Methoden und Inoffizielle Mitarbeiter (IMs), ergänzt mit lokalen Informationen. So hat es in den 80er-Jahren allein in Zwenkau 16 konspirative Wohnungen gegeben. Skurril: Ein Pferdesattel mit integrierter konspirativer Abhörtechnik. Überrascht sei so mancher, verrät Außenstellen-Leiterin Regina Schild, wenn er dreißig Jahre nach der friedlichen Revolution von der Stasi abgefangene Briefe erhält, die er zu Zeiten der DDR versucht hat, in den Westen zu schicken.

Junge Leutete kennen keine Diktatur

„Wir gehen einmal im halben Jahr in die Region, das hat sich bewährt“, erzählt Schild. Besonders die älteren Bürgerinnen und Bürger seien sehr interessiert. Sie wünscht sich jedoch, dass auch Schulen den Weg finden. „Die jungen Leute sind Demokratie gewohnt und lernen, sie auch zu gestalten. Sie kennen weder Diktatur noch die Mittel und Methoden einer flächendeckenden Überwachung“, erklärt sie.

Ein großes Thema ist auch das Stellen der Anträge auf Akteneinsicht. „Das ist nicht Ziel der Ausstellung, wird ab sehr oft nachgefragt“, so Schild. Auch Bürgermeister Holger Schulz hat spontan einen Antrag ausgefüllt, nachdem er kurz zuvor in seiner Ansprache noch betonte, das sei bisher kein Thema für ihn gewesen, er persönlich wolle die Vergangenheit ruhen lassen. „Hier werden wichtige Zeugnisse der Geschichte gezeigt, die für die Zukunft bedeutsam sind“, erklärte Schulz. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Wahlen müsse man junge Menschen anhalten, sich nicht von eindimensionalen populistischen Meinungsmachern täuschen zu lassen.

Geboren am Tag des Mauerfalls

Mitten im Publikum auch ein junger Mann mit dem geschichtsträchtigen Geburtsdatum 11. September 1989, der Öffnung der ungarischen Westgrenze. Darauf werde er öfters angesprochen, schmunzelt Steffen Kasperski. Der Sozialpädagoge hat vor wenigen Wochen die Leitung des Kinder- und Jugend-Freizeitzentrums Leuchtturm übernommen. „Die Ausstellung finde ich beeindruckend und beängstigend“, sagt er. „Ich bin in einem freien Europa aufgewachsen, weiß aber nicht, wie ich als Jugendlicher reagiert hätte, wenn ich in einem Raum mehreren Stasi-Offizieren gegenüber gesessen hätte, die mich als IM verpflichten wollen.“

Von Gislinde Redepenning

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