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Markkleeberg Knabberfische betreiben Fußpflege in der Kirchruine Wachau
Region Markkleeberg Knabberfische betreiben Fußpflege in der Kirchruine Wachau
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07:31 13.08.2019
Künstler Christian Göthner (fünfter von rechts) freut sich über die positive Resonanz auf sein Kunstprojekt in der Kirchruine in Wachau. Quelle: Kempner
Markkleeberg

Unzählige winzige Knabberfische bewohnen derzeit ein rundes Bassin in der Kirchruine Wachau und machen ihrem Ruf als kleine Fußpfleger alle Ehre. Die ungewöhnliche Installation von Christian Göthner kommt gut an, nicht nur bei den Wachauern. Das gemeinsame Beisammensein am Beckenrand schafft Kontakte. In der entspannten Atmosphäre kommen Fremde ins Gespräch.

Kontaktpflege am Beckenrand

„Geben und Nehmen“ ist der Titel der interaktiven Installation, die nach Perspektiven für selten genutzte Kirchenräume fragt, wie es sie oft im ländlichen Raum gibt (die LVZ berichtete). „Ich finde das Thema so spannend, weil die Kirche ein öffentlicher Ort ist“, sagt Göthner. Kirchen seien Orte der Begegnungen, des Kennenlernens und des Austauschs – ebenso wie Gaststätten oder der Fußballverein. In seiner Kindheit ist er in einer evangelisch-lutherisch geprägten Familie aufgewachsen und hat die Kirche rückblickend als schönen Ort in Erinnerung, an dem man sich trifft. Ihn beunruhigt, dass die Stellung der Kirche in der Gesellschaft schwankt und die Zahl der Kirchenaussteiger zunimmt. „In der Folge wächst die Anzahl leerstehender Kirchengebäude und es gilt, über neue Nutzungsmöglichkeiten und Perspektiven nachzudenken“, findet Göthner. Sein Projekt übernehme die Rolle einer Plattform für Dialoge rund um die Frage: „Wie geht man mit diesem Erbe um, mit dem Ort, dem Gebäude, der Architektur?“

Besucher Quelle: André Kempner

Altes Ritual neu umgesetzt

Göthner verknüpft zwei Rituale und setzt sie neu um. Im Neuen Testament wird die während des letzten Abendmahls von Jesus an seinen Jüngern vollzogene Fußwaschung als Zeichen der Nächstenliebe beschrieben. Im Orient gilt das gegenseitige Reinigen der Füße als Zeichen der Gastfreundschaft. Heute werden Rötliche Saugbarben oder Doktorfische zu therapeutischen und kosmetischen Zwecken in der Fußpflege eingesetzt. Die Praktiken sind ähnlich, die Hintergründe unterschiedlich – das Projekt fragt nach dem zukünftigen Umgang mit altbekannten Verfahren und Ritualen.

Die Resonanz ist seit der Vernissage am Freitag überaus positiv. „Es kommt noch besser an, als ich dachte“, freut sich der Künstler. „Es gibt sogar schon Wiederholungstäter – Wachauer, die gleich ihr eigenes Handtuch mitbringen.“

Wachauer kommen mehrfach

Die Kreisform des Beckens ist bewusst gewählt, weil sie das Kennenlernen und die Unterhaltung erleichtert. Extra aus Leipzig sind Saskia und Marwan Herzallah mit ihrem neun Monate alten Sohn Adam und Vater beziehungsweise Opa Horst Müller gekommen. Mutti Saskia hatte im Familienkreis viel von den Veranstaltungen in der Kirchruine gehört, auch vom Zauber der Jahreszeiten, die die Kirchruine in immer neuen Farben erscheinen lassen. Die Atmosphäre sei eine ganz besondere, bestätigt sie, das Projekt finde sie spannend. Tatsächlich ist die Familie mit einer weiteren Besucherin ins Gespräch gekommen, so wie es sich der Künstler vorgestellt hat. Söhnchen Adam habe zwar seine Füße nicht gebadet, dafür aber ganz fasziniert die umhersausenden Fischlein beobachtet.

Die Möglichkeit zu dieser Art der Fußwaschung besteht in Wachau noch bis zum Freitag, 23. August, täglich von 11 bis 20 Uhr. Ein Ansprechpartner ist ständig vor Ort. Die Benutzung des Wasserbeckens ist kostenfrei.

Von Gislinde Redepenning

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