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Markkleeberg Kurzweiliger Komödienzauber im Agra-Park
Region Markkleeberg Kurzweiliger Komödienzauber im Agra-Park
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08:01 04.07.2019
Der„Sommernachtstraum“ des Theater-Ensembles Kulturbeutel begeisterte das Publikum am Weißen Haus im Agra-Park. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

William Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ hat zwei Gesichter: ein nüchtern-komödiantisches und ein anarchisch-zerstörerisches. Dank seiner Poesie und Kurzweiligkeit war er das ideale Stück für die Wiederbelebung des Sommertheaters am Weißen Haus nach fast 80 Jahren.

120 Gäste finden auf der Terrasse Platz, mit gutem Blick hinunter zur kleinen Bühne vor dem Teich. Das Froschkonzert verebbt, die Fahrgeräusche von der Bundesstraße bleiben erträglich. Atmosphäre und Applausfreudigkeit stehen im idealen Verhältnis zueinander. Auch das Catering stimmt. Licht und Technik finden sparsame Verwendung, denn der Naturraum soll zu Augen und Sinnen sprechen. Das tut er.

Weißes Haus erobert neue Anhänger

Normalerweise tritt die Freie Theatergruppe Kulturbeutel im Gohliser Schillerhaus auf. Sie kultiviert mit ein bis zwei Stücken jährlich einen schillernden Repertoire-Radius vom Schwank „Der Raub der Sabinerinnen“ bis zum Krimi „Tannöd“. Shakespeares Komödie ist die logische Steigerung, ein erotisches Ermittlungsverfahren mit Elegie und Drastik. Deshalb führte für die Markkleeberger Bürgermeisterin Jana Thomas, der die Wiederbelebung des Sommertheaters im zu ihrem Ressort gehörenden Agra-Park eine Herzensangelegenheit bedeutet, und für Kulturamtsleiter Falk Hartig der Weg direkt zum wichtigsten Genie des europäischen Theaters. Dieses Jahr sind es nur fünf Vorstellungen, im Sommer 2020 sollen es mit einem neuen Stück ein paar Termine mehr werden. Das komplette Team des Kulturamtes und des Weißen Hauses realisieren die Idee seit Februar mit zielstrebiger Energie. Sogar eine Schlechtwetteralternative gibt es: 80 Gäste können bei Regen oder Sommersturm Shakespeares Rüpelspiel im Spiegelsaal erleben. Die Vorstellungen sind fast ausverkauft. Mit ihnen erobert sich das Weiße Haus seit der Premiere am 29. Juni zahlreiche neue Besucher.

Auf Kenner warten Überraschungen

Deftig, poetisch, witzig: Der „Sommernachtstraum“ erlebt eine amüsant-kurzweilige Ausgestaltung, die auch alle dekorativen Risiken eines Theaters in der Natur mit beeindruckendem Geschick meistert. Überraschungen gibt es sogar für Shakespeare-Kenner. Die beste Leistung des Ensembles ist, wie es mit der auch für Profis äußerst anspruchsvollen Übersetzung von August Wilhelm von Schlegels zurechtkommt. Satzschlangen sprudeln so locker wie die quirligen Wortwechsel der Naturgeister. In der Abenddämmerung verschwimmen die Farben der Bühne – und in magischem Rot glimmen die Statuen auf den Brüstungen. Regisseurin Mireille Martin gelingt in Claudia Köhlers märchenhaft malerischen Kostümen die nicht selbstverständliche Übereinstimmung von Bewegung und Dekor. Die meisten Darsteller schlüpfen in mehrere Rollen: Näselnd, larmoyant, heulend, hechelnd und enthusiastisch stürzen sie sich in die drei bis vier Handlungsstränge. Man merkt: Das Elisabethanische Theater und das heutige Telemuster funktionieren gleich. Zynisch sind nur der seinen Ehekrieg genießende Oberon (Dennis Oltmanns) und der Kobold Puck, den sich die Regisseurin nicht nehmen lassen wollte. Die Jammerlitanei Helenas (Michelle Borm) zeugt von kräftiger Kondition. Ein bisschen blasiert und blass sowie erschöpft von früheren Exzessen wirken Herzog Theseus und die Amazonenkönigin Hippolyta.

Die nächsten Vorstellungen des Sommertheaters finden am 5., 6. und am 8. Juli statt, immer um 19 Uhr.

Von Roland H. Dippel

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