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Markkleeberg Landkreis Leipzig erarbeitet neuen Schulnetzplan
Region Markkleeberg Landkreis Leipzig erarbeitet neuen Schulnetzplan
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09:30 22.03.2019
Der Landkreis reagiert auf geänderte Rahmenbedingungen und überarbeitet aktuell den Schulnetzplan für die Grund-, Ober-, Förderschulen sowie Gymnasien in staatlicher Trägerschaft. Quelle: dpa
Landkreis Leipzig

Der Landkreis reagiert auf geänderte Rahmenbedingungen und überarbeitet aktuell den Schulnetzplan für die Grund-, Ober-, Förderschulen sowie Gymnasien in staatlicher Trägerschaft. Zuletzt hatte die Region 2010 ihre Vorstellungen zu Papier gebracht. „Seitdem haben sich die gesetzlichen Vorgaben deutlich geändert“, erklärt Iris Bode, Leiterin des zuständigen Kultusamtes im Landratsamt. Zudem seien vielerorts stabile Einwohnerentwicklungen und Zuzüge zu verzeichnen.

Amtsleiterin: Alle Schulstandorte sind sicher

Unangenehme Entscheidungen zum Schulnetz werden der Region dabei erspart bleiben. „Durch die Neuregelung des Sächsischen Schulgesetzes sind alle Standorte sicher“, verdeutlicht die Amtsleiterin. Auch einstige Wackelkandidaten, wie die Oberschulen in Kitzscher oder Colditz, seien nicht mehr vom Damoklesschwert einer Schließung bedroht. „Ganz im Gegenteil. Selbst solche Sorgenkinder haben sich gut entwickelt und erreichen im kommenden Schuljahr sogar die Zweizügigkeit.“

Der Freistaat hatte bekanntlich ein Schulschließungsmoratorium verfügt, das später Gesetzeskraft erlangte. Demnach gelten für Schulen außerhalb der Großstädte neue Untergrenzen. Grundschul-Klassen können außerhalb von Mittel- und Oberzentren mit 12 statt 15 Schülern geführt werden, wenn

Für Schulen im ländlichen Raum gelten in Sachsen seit Inkrafttreten des Schulgesetzes neue Untergrenzen. Quelle: dpa

insgesamt mindestens 60 Schüler an der Schule lernen. Außerdem ist jahrgangsübergreifender Unterricht mit 15 Schülern möglich. Für Oberschulen im ländlichen Raum reichen 20 Schüler pro Jahrgang, um mindestens eine fünfte Klasse zu bilden. Gymnasien außerhalb von Mittelzentren können vorübergehend zweizügig mit 20 Schülern pro Klasse geführt werden. Für die beruflichen Schulzentren gilt eine Mindestschülerzahl von 550.

Kommunen im Leipziger Speckgürtel haben Handlungsbedarf

„Ging der vergangene Schulnetzplan noch von sinkenden Schülerzahlen aus, entwickeln sich einige Regionen äußerst dynamisch“, erklärt Iris Bode. Insbesondere in den Leipzig-nahen Orten platzen die Bildungseinrichtungen schon jetzt aus allen Nähten. Dort müsse auf steigende Schülerzahlen reagiert werden. Als aktuelle Brennpunkte nennt das Kultusamt unter anderem Brandis, Großpösna, Zwenkau, Markkleeberg, Markranstädt und Borsdorf. Hier sei auf lange Sicht mit steigenden Schülerzahlen zu rechnen.

Alle Kommunen seien dabei in die Fortschreibung der Schulnetzplanung eingebunden, betont die Amtsleiterin. Von den Schulträgern wurden in den vergangenen Monaten sämtliche Daten abgefragt. „Besonders interessierte uns, welche Baugebiete geplant sind, weil dort natürlich in der Regel junge Familien mit schulpflichtigen Kindern hinziehen.“ Außerdem musste ein dreiseitiges Formblatt ausgefüllt werden. Abgefragt wurde eine Auflistung aller Räumlichkeiten, ebenso außerunterrichtliche Betreuungsangebote oder eine mögliche Internatsunterbringung. Auch Turnhallen-Kapazitäten, die Größe von Schulhöfen oder Möglichkeiten für den Schwimmunterricht wurden erfasst.

Erwartete Zuzüge noch nicht Bestandteil der Prognosen

Bei einer Planung, die für die nächsten zehn Jahre gelten soll, bleiben etliche Unsicherheitsfaktoren übrig. „Bis zum Einschulungsjahr 2024/2025 sind die Geburtenzahlen bekannt, danach müssen wir uns auf Prognosen stützen“, mach Iris Bode deutlich. Derzeit gebe es noch abschließende Gespräche mit dem Freistaat und dem Landesamt für Schule und Bildung, ob bei der Planung auch erwartete Zuzüge berücksichtigt werden dürfen. „Dann“, so die Amtsleiterin, „wären die Voraussagen um einiges genauer.“ Auch das Thema freie Schulen spielt im Landkreis eine immer größere Rolle. „Die Entwicklung der Einrichtungen in freier Trägerschaft hat natürlich Auswirkungen auf die Schülerströme, deshalb werden die Standorte auf Grund bisheriger Erfahrungswerte mit betrachtet.“

Noch bis Ende März haben die Kommunen Zeit, ihre Stellungnahmen zum Entwurf des neuen Schulnetzplanes abzugeben. Voraussichtlich in der September-Sitzung des Kreistages soll das Dokument dann verabschiedet werden.

Von Simone Prenzel

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