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Markkleeberg Markkleeberg: B-2-Tieferlegung findet Eingang in den Regionalplan
Region Markkleeberg Markkleeberg: B-2-Tieferlegung findet Eingang in den Regionalplan
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23:01 28.03.2018
Die marode B 2-Brücke im Agra-Park wird seit Jahren mit zusätzlichen Stützen gesichert.
Die marode B 2-Brücke im Agra-Park wird seit Jahren mit zusätzlichen Stützen gesichert. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Die Verfechter der B 2-Tieferlegung schöpfen Hoffnung: Im Zuge der Fortschreibung des Regionalplanes Westsachsen hat über die erste Abwägungsrunde jetzt ein wichtiger Passus den Weg in den Entwurf geschafft. „Der Ersatzneubau für die B 2/95 im Bereich der Agra soll so erfolgen, dass die Voraussetzungen für die Wiederherstellung der historischen Parkanlage Herfurth’scher Park geschaffen werden. Dazu ist vorzugsweise eine Tieferlegung der B 2 vorzunehmen“, lautet dieser.

Der Markkleeberger Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD), selbst Mitglied im Planungsausschuss, ist zufrieden: „Wir haben lange überlegt, wie wir die Tieferlegung der B 2 als Ziel im Regionalplan unterbringen können. Gelungen ist es uns, weil die Forderung von vielen erhoben wurde, von den Städten Leipzig und Markkleeberg, dem Grünen Ring Leipzig, dem Kommunalen Forum Südraum Leipzig und selbst Böhlen und Rötha unterstützen uns. Das freut mich.“

Der Chef des Regionalen Planungsverbandes, Professor Andreas Berkner, ist nicht ganz so euphorisch. „Wie der Ersatzneubau der B 2 aussehen wird, ob Tieferlegung oder Brücke, hängt letztlich nicht vom Regionalplan ab. Es muss ja Baurecht hergestellt werden.“ Dennoch sei die Aufnahme der beiden Sätze „nicht bloß Prosa“, auch wenn sie erst mit dem Satzungsbeschluss, voraussichtlich im nächsten Jahr, wirklich festgeschrieben wären. „Es ist mehr als eine bloße Meinungsäußerung, sondern die abgestimmte Position der ganzen Region“, betont Berkner. Jetzt könne ein städtebaulicher Missstand beseitigt oder für die nächsten Jahrzehnte konserviert werden.

Drei mögliche Hauptvarianten werden geprüft

„Eine derartige Aussage im Regionalplan würde den gemeinsamen politischen Willen der Region verdeutlichen. Bauherr ist aber das Land Sachsen, insofern kann der Regionalplan hier eben nur eine in der Region gewünschte Vorzugslösung darstellen“, erklärt auch Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau. „Wir warten voller Ungeduld auf ein Zeichen vom Wirtschaftsministerium in Dresden“, sagt Schütze in Markkleeberg. Das hat die Unterlagen aber noch gar nicht.

„Alle drei möglichen Hauptvarianten – Brücke, Tunnel und Trog – sind im Rahmen der Vorplanung ergebnisoffen untersucht worden. Der Variantenvergleich wird derzeit bei uns endgeprüft. Wir werden die Unterlagen im Mai an das Ministerium übergeben“, sagt Isabel Siebert, Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Das sächsische Ministerium werde sich dann mit dem Bundesverkehrsministerium beraten. „Die Entscheidung zur Vorzugsvariante fällt letztlich das Bundesverkehrsministerium in Abstimmung mit dem Freistaat und den beteiligten Kommunen“, betont Siebert.

Letzteres stimmt Schütze optimistisch. Indes der Weg ist noch lang. Denn nach der Festlegung der Vorzugsvariante muss der Vorentwurf erarbeitet, nach dessen Genehmigung der Planfeststellungsantrag eingereicht werden. „Aufgrund der frühen Planungsphase ist eine seriöse Angabe zur Terminierung des Planfeststellungsverfahrens noch nicht möglich“, sagt Siebert.

Von Ulrike Witt