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Markkleeberg Markkleeberg sichert sich mehr Einfluss auf die Trinkwasserversorgung
Region Markkleeberg Markkleeberg sichert sich mehr Einfluss auf die Trinkwasserversorgung
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07:01 21.06.2019
Rund 80 000 Kubikmeter Rohwasser werden täglich in den Wasserwerken Torgau-Ost (Foto) und Mockritz für die Einspeisung in das Fernwassernetz aufbereitet.
Rund 80 000 Kubikmeter Rohwasser werden täglich in den Wasserwerken Torgau-Ost (Foto) und Mockritz für die Einspeisung in das Fernwassernetz aufbereitet. Quelle: Fernwasserversorgung/Dieter Grundmann
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Markkleeberg

Die Stadt Markkleeberg hat der Gründung eines Zweckverbands kommunaler Anteilseigner Sachsens an der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz beschlossen. Die künftigen Mitglieder, neben Markkleeberg der Zweckverband für Wasserversorgung Leipzig-Land (ZVWALL) sowie Taucha und Schkeuditz, haben bereits konstruktiv miteinander verhandelt und eine Verbandsatzung erarbeitet.

Die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH ist einer der großen deutschen Wasserversorger und beliefert Stadtwerke, Zweckverbände, Unternehmen und Gemeinden in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen – auch Markkleeberg. Bis auf den Ortsteil Wachau/Auenhain wird das gesamte Stadtgebiet aus dem Uferfiltrat der Elbe und den Grundwasserreservoiren der Elbaue bei Torgau gewonnen und über ein rund 3500 Kilometer langes Leitungsnetz bis zum Hausanschluss geliefert. 97 Brunnen entlang der Elbe fördern natürlich gefiltertes Rohwasser, aktuell rund 80 000 Kubikmeter täglich.

Anteile bündeln stärkt Rechte

Derzeit hat die Fernwasserversorgung GmbH 66 Anteilseigner. Leipzig mit 24,44 und Halle mit 24,29 Prozent sind die größten; Magdeburg und Bitterfeld-Wolfen halten jeweils unter zehn, Schkeuditz 0,9, Taucha 0,4 und Markkleeberg lediglich 0,36 Prozent. Umso wichtiger sei es, die Anteile zu bündeln, so Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) im Rahmen der Stadtratssitzung am Mittwoch, um gemeinsam auf über 25 Prozent der Geschäftsanteile zu kommen. Mit der damit erreichten Sperrminorität würden die Rechte der sächsischen Kommunen gestärkt.

Keine Kosten für Markkleeberg

„Die Versorgung mit dem Fernwasser ist für uns von immenser Bedeutung“, hatte Schütze vor dem einhellig positiven Abstimmungsergebnis geworben. Das zu regeln sei Daseinsfürsorge, alleine könne man keinen Einfluss auf Entscheidungen nehmen. Die Verwaltung der Geschäftsanteile an der Fernwasserversorgung werde künftig als Aufgabe an den Zweckverband abgegeben. Kosten entstünden Markkleeberg keine. Aufgrund des Anteils- und Stimmgewichts übernehme Leipzig die gesamten finanziellen Aufwendungen der Geschäftsführung.

„Der Zweckverband sichert langfristig die Trinkwasserversorgung der beteiligten Kommunen“, betonte Schütze. Allen weiteren anteilsberechtigten und mitwirkenden sächsischen Kommunen stehe ein Beitritt offen.

Von Gislinde Redepenning