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Markkleeberg Musik aus Nordamerika begeistert
Region Markkleeberg Musik aus Nordamerika begeistert
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12:52 17.06.2019
Das Leipziger Symphonieorchester, hier bei einem Konzert in Schkeuditz, überzeugte am Wochenende in Markkleeberg. Quelle: Michael Strohmeyer
Markkleeberg

Mit Musik aus Nordamerika ging am Sonnabend im Markkleeberger Lindensaal die Post ab. Trotz drückender Hitze auf dem Podium zeigte sich das Leipziger Symphonieorchester (LSO) vom ersten Takt an in Superform. Zur Einleitung erklang Aaron Coplands „Appalachian Spring“, ein mehrsätziges Werk von 1945, das den Musikern Gelegenheit gab, verschiedenste Farben schillern zu lassen. Am Pult stand der gebürtige Ungar György Mészáros, der mit präzisester Schlagtechnik und lebendiger Dynamik den Abend temperamentvoll bis zum Ende zu steigern wusste. In Richard Rodgers kurzem, aber sehr wirkungsvollen „Carousel“-Walzer gingen die Tanzrhythmen dem Publikum direkt ins Blut.

Bernstein und Gershwin sorgen für Kontraste

Nach diesen hierzulande eher selten gespielten Komponisten folgten nach der Pause mit Leonard Bernstein und George Gershwin die Urgesteine US-amerikanischer Musik. Bernstein, zeitlebens unter seiner multiplen Hochbegabung leidend, monierte einmal, als Komponist lediglich auf die „West-Side-Story“ reduziert zu werden. Zugegeben: Es war sein größter Wurf. Aber auch die Ouvertüre zu „Candide“, vom LSO mit aller erforderlichen Verve musiziert, gehört inzwischen zu den Ohrwürmern. Dagegen verraten die drei Tanzepisoden „On the Town“ neben dem Schöpfer zündender musikalischer Einfälle auch die tiefgründige Schattenseite des Ausnahmekünstlers. Und auch hier brachten Dirigent und Orchester die nötige Sensibilität auf, anrührende Zartheit zum Klingen zu bringen. Gesteigert wurden die bei Bernstein angedeuteten Kontraste noch in GershwinsPorgy and Bess“-Suite „Catfish Row“. Nachdem die Oper bei ihrer Uraufführung 1935 durchfiel, schuf Gershwin zwei Jahre später jene fünfsätzige Suite, um die Highlights einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Den anspruchsvollen Klavierpart übernahm er dabei selbst, am Samstag hervorragend interpretiert von der jungen Marija Korolkova.

Solistisch starke Einzelleistungen

Überhaupt blitzen im gesamten Konzert immer wieder solistische Einzelleistungen auf, von denen hier stellvertretend der beseelte Violinton Denys Loznykovs genannt sei. Besonders bei Gershwin wurde deutlich, dass amerikanische Musik nicht nur aus Broadway-Gassenhauern besteht, sondern durchaus tief loten kann. Mészáros’ sparte nicht an akzentuierten Härten, ohne brutal zu werden, hob das Orchester aber ebenso in fast ätherische Sphären und schaffte so einen straff gespannten Bogen über das gesamte Konzert. Strahlende Gesichter im mit Bravi und Trampelapplaus bedachten Orchester am Ende – es hat allen Spaß gemacht.

Von Claudia Forner

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