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Markkleeberg Paukenschläge: Freie Wähler führen, Alexander Wagner tritt zurück
Region Markkleeberg Paukenschläge: Freie Wähler führen, Alexander Wagner tritt zurück
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07:31 28.05.2019
Die Wahlhelferinnen Monika Brückner, Nora Schulz, Suntina Rabich und Katja Händler versorgten in der Zwenkauer Mensa der Grundschule die ersten Wähler. Quelle: Andre Kempner
Zwenkau

Die Kommunalwahl bescherte Zwenkau gleich zwei Paukenschläge: Die Freie Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Zwenkau“ (FW) überholte die CDU und sicherte sich 43,3 Prozent der Stimmen. Alexander Wagner, Spitzenkandidat der CDU und Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, trat daraufhin am Montag von seinem Amt zurück.

Mit 41,9 Prozent landete die CDU auf dem zweiten Platz. Für die Sitzverteilung im Stadtrat macht das keinen Unterschied, FW und CDU kommen auf jeweils acht Sitze. Die Linke mit Marco Herrmuth und die SPD mit Harald Redepenning sammeln 7,8 und 7,0 Prozent, das reicht für jeweils einen Sitz. „Der von mir geleitete Wahlkampf war offenbar nicht erfolgreich“, begründete Alexander Wagner seinen drastischen Schritt. „Die Ergebnisse spiegeln nicht wider, was wir in den letzten Jahren versucht haben umzusetzen. Ich bin ratlos.“ Er sei erstaunt, dass dagegen die Parolen der Freien Wähler für so viel Zulauf gesorgt hätten. Die haben allen Grund zum Jubeln. 2009 auf Anhieb mit vier Vertretern im Stadtrat, haben sie 2014 mit 26 Prozent der Wählerstimmen einen weiteren Sitz gewonnen. Und jetzt der Quantensprung: fast 44 Prozent.

Heike Oehlert erlebte den Erfolg als Spitzenkandidatin nach einer schlaflosen Nacht im Ägypten-Urlaub, der erste Vorsitzende Uwe Penz in Zwenkau bei einem zusätzlichen Glas Wein. „Wir haben 17 Prozent zugelegt, das ist eine gigantische Steigerung um 65 Prozent“, hat Penz ausgerechnet. Ein Grund sei sicher die im Vergleich zu 2014 – damals waren es gerade einmal 51,4 Prozent – deutlich höhere Wahlbeteiligung mit mehr als 63,53 Prozent gewesen. „Darauf haben wir hingearbeitet. Es war uns wichtig, die Nichtwähler und unzufriedene Bürgerinnen und Bürger zu mobilisieren“, so Penz. Insgesamt haben 13 600 Zwenkauer ihre Stimmen abgegeben.

„Mit je acht Sitzen haben wir ein Patt erreicht. Wir hoffen jetzt, dass Bürgermeister Holger Schulz (CDU) nicht mit seiner entscheidenden Stimme in grenzwertigen Situationen den Hebel umlegt und die Parteikarte ausspielt.“ In den nächsten zwei Wochen werde man die Ergebnisse der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten analysieren. „Wir signalisieren jedenfalls deutlich Gesprächsbereitschaft und wollen gemeinsam Lösungen und Kompromisse finden, das wird künftig im Vordergrund stehen“, so Penz.

Schulz gibt sich gelassen. „Das ist Demokratie. Auch wenn es bei so manchem Schwerpunktthema unterschiedliche Meinungen gab, haben wir zu bestimmt mehr als 80 Prozent einen Konsens gefunden.“ Der Wähler habe entschieden und offenbar ein Gegengewicht zur CDU gewollt.

Von Gislinde Redepenning

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