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Markkleeberg Sachsens Polizeitaucher erkunden Zwenkauer See
Region Markkleeberg Sachsens Polizeitaucher erkunden Zwenkauer See
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15:07 27.07.2016
Gut ausgebildet und gerüstet: Bevor sie ins Wasser dürfen, müssen die Polizisten einen achtwöchigen Tauchlehrgang absolviert haben.
Gut ausgebildet und gerüstet: Bevor sie ins Wasser dürfen, müssen die Polizisten einen achtwöchigen Tauchlehrgang absolviert haben. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Gewässererkundung und Unterwasserarbeiten standen am Dienstag auf dem Trainingsprogramm der Polizei-Tauchergruppe Sachsen am Zwenkauer Hafen. Für die Männer um Tauchgruppenführer Dieter Trischler ist das Teil ihrer regelmäßigen Fortbildung. Stationiert sind sie bei der Bereitschaftspolizei in der Dübener Landstraße in Leipzig.

„Wir sind zum ersten Mal am Zwenkauer See. Es ist gut, wenn wir das Gewässer kennen. Schließlich könnte es ja sein, dass wir auch hier mal zum Einsatz kommen“, sagte Trischler. Eine Einweisung in den größten Tagebaufolgesee der Region gab es von Robert Lange, Chef der Tauchbasis am Zwenkauer Hafen.

Trischlers Taucher sind landesweit unterwegs, oft genug in dramatischen Situationen. „Wir suchen in Flüssen, Seen und Talsperren nach Vermissten, aber auch nach Fahrzeugen und Beweismitteln“, berichtete er. Außerdem kon-
trollierten sie Wasserfahrzeuge, Fährstellen und Unterwasserbauwerke in Häfen.

In Leipzig waren die Polizei-Taucher zuletzt im April im Elsterbecken bei der Suche nach den sterblichen Überresten einer ermordeten Portugiesin tätig. „Erfolgreich waren wir Anfang des Jahres im Cospudener See, als wir zwei Pistolen fanden, die beim Pferdehof-Mord in Knauthain eine Rolle spielten“, erklärte Trischler. Gefragt seien die Männer auch, wenn mal wieder ein Auto in die Elbe rolle, oder im Katastrophenfall: „Beim Hochwasser im Sommer 2013 haben wir die Innenstadt von Meißen abgetaucht.“

Bei ihrer Arbeit steht die Gruppe, zu der Taucher, Leinenführer und Tauchrettungssanitäter gehören, jedes Mal vor neuen Herausforderungen – physisch und psychisch. „In 90 Prozent der Fälle haben wir Null Sicht“, schilderte Trischler ein Problem. Bei der Suche nach Vermissten leisteten die Männer – die einzige Taucherin ist im Mutterschutz – auch psychologische Hilfe für Angehörige.

Von Ulrike Witt