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Markkleeberg Schüler erinnern an Todesopfer rassistischer Gewalt in Gaschwitz
Region Markkleeberg Schüler erinnern an Todesopfer rassistischer Gewalt in Gaschwitz
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16:03 04.07.2019
Martin Baumert, Aline Pohl, Martin Haufe, Vera Stein, Susann Eube und Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (von links nach rechts) hängen das Plakat gegen Rassismus auf. Quelle: Gislinde Redepenning
Markkleeberg

Im vergangenen Jahr erst haben die Schülerinnen und Schüler des evangelischen Lernwelten-Gymnasiums in Großdeuben erfahren, dass 1998 in Gaschwitz, gleich in der Nachbarschaft ihrer Schule, der portugiesische Zimmermann Nuno Lourenço von Neonazis verprügelt wurde und später an den Folgen seinen schweren Verletzungen verstorben ist. Nach dem ersten Schock haben sie beschlossen, ihre Projektwoche Ende letzten Jahres zu nutzen, um mehr über den Fall zu erfahren und einen eigenen Standpunkt dazu zu entwickeln.

Plakat gegen das Vergessen

Das Ergebnis: Gemeinsam mit Geschichtslehrerin Aline Pohl, dem Historiker Martin Baumert und dem Künstler Martin Haufe wurden Sticker und ein Plakat erarbeitet. Das hängt jetzt mit umfassenden Informationen im Schaukasten der Stadt Markkleeberg in unmittelbarer Nähe zum Ort des tragischen Übergriffs. Anlässlich der feierlichen Übergabe am Donnerstag vor zahlreichen interessierten Gästen, Vertreter des Ortschaftsrates Gaschwitz waren nicht darunter, ließen die Jugendlichen die Geschichte Revue passieren.

Im Juli 1998 hatten acht Jugendliche, die sich in der Markkleeberger Bowlingbahn die Übertragung des WM-Viertelfinales Deutschland gegen Kroatien angesehen haben, nach dem Ausscheiden Deutschlands nur ein Ziel: Rache an Ausländern. „Ich hatte Lust, Ausländer zu hacken“, erklärten sie vor Gericht. Auf dem Weg Richtung Böhlen begegneten sie fünf portugiesischen Gastarbeitern, darunter Nuno Laurenço, der aus Anlass seines Geburtstages aus einer Telefonzelle heraus seine Frau angerufen hat. Während seine Kollegen dem brutalen Angriff entfliehen konnten, wurde Laurenço mit Eisenketten zu Boden geworfen. Die Angreifer traten mit Springerstiefeln auf ihn ein, bis er sich nicht mehr bewegte. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und starb wenige Monate später an den Folgen seiner schweren Verletzungen

Jugendliche fordern gerechtere Strafen

Die Täter, die vor Gericht keinerlei Reue zeigten, kamen mit Verwarnungen und Bewährungsstrafen davon. Völlig unverhältnismäßig gering, finden die Jugendlichen. Sie fordern gerechtere Strafen und dass letztendlich nicht, wie in diesem Fall, die Familie noch auf den Gerichtskosten sitzenbleibt. Ihr wichtigster Ansatz: „Wir wollen ein Zeichen setzen gegen rechte Gewalt, gegen Rassismus und gegen Diskriminierung.“ Ihr Dank für das Gelingen der Veranstaltung vor der ehemaligen Sparkasse ging unter anderem an Quartiersmanagerin Vera Stein. Lob gab es von Markkleebergs Gleichstellung- und Integrationsbeauftragter Susann Eube: „Es ist einfach toll, dass sich die Jugendlichen mit diesem wichtigen Thema beschäftigen. Ich wünsche mir, dass eine jährliche Gedenkveranstaltung daraus wird, gerne mit Beteiligung Markkleeberger Schulen.“

Von Gislinde Redepenning

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