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Markkleeberg Schwerer Unfall in Wachau: Autofahrer muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis
Region Markkleeberg Schwerer Unfall in Wachau: Autofahrer muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis
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10:36 07.01.2011
Borna/Markkleeberg

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten vorgeworfen, in der Nacht des 30. November 2008 einen Autounfall in Wachau verursacht zu haben, bei dem zwei Menschen getötet und drei schwer verletzt wurden, darunter ein vierjähriger Junge. Alle Insassen kamen aus Leipzig oder Markkleeberg.

Mit der Strafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann, ging der Richter über das von Staatsanwältin Barbara Herbst geforderte Strafmaß von zwei Jahren und zwei Monaten hinaus. Der Verteidiger hatte sich für eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesprochen.

Sören L. konnte sich an den Unfall nicht mehr erinnern. Doch Zeugenaussagen und Gutachten ergaben, dass der Mann mit seinem Opel Astra von Liebertwolkwitz Richtung Wachau unterwegs war. Mit im Auto saßen eine junge Mutter, ihr vierjähriger Sohn und zwei Bekannte. An der Kreuzung Bornaer Chaussee/Markkleeberger Straße ignorierte Sören L. ein Stopschild, fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit über den Kreuzungsbereich. Dabei kam er auf die Gegenfahrbahn, kollidierte mit einem entgegenkommenden Audi und prallte gegen einen Betonzaun.

Die Mutter wurde aus dem Wagen geschleudert und starb vor Ort, ein Mitfahrer kurze Zeit später im Krankenhaus. Das Kind und die andere Insassin wurden so schwer verletzt, dass sie lebenslang unter den Unfallfolgen leiden werden. Auch der Fahrer wurde schwer verletzt. Er bleibt zu 60 Prozent behindert. Der Audifahrer erlitt leichte Verletzungen.

Ein Gutachten ergab, dass der Angeklagte mit 105 bis 120 Stundenkilometern in die Kreuzung fuhr. Da an der Stelle die Straße einen leichten Absatz mache, wirke das "wie eine Sprungschanze", sagte eine Zeugin, die in der Nachbarschaft wohnt. Sören L., so die Staatsanwaltschaft, habe dadurch die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Alkohol und Drogen seien nicht im Spiel gewesen.

Die Tatsache, dass der Fahrzeuglackierer mit mehr als 100 Stundenkilometern an einem ihm unbekannten Ort unterwegs war und keine Anstalten machte, den Wagen vor der Kreuzung zu bremsen, schätzte Richter Pätzold als "bewusste Fahrlässigkeit" ein. Deshalb habe es kein geringeres Strafmaß geben können, sagte er in seiner Urteilsbegründung. Er und die Schöffen folgten damit den Ausführungen der Anwälte der Nebenkläger.

Die Anwältinnen der Mutter der getöteten Susanne W. und der Eltern des getöteten Denis Sch. sahen "fast schon einen Vorsatz". Was Pätzold ebenfalls zu dem Strafmaß bewog, war die Tatsache, dass Sören L. im September 2009 wieder per Auto unterwegs war, obwohl er keine Fahrerlaubnis und ein Verfahren vor sich hatte.

"Wir Juristen bemessen Schuld und Reue an dem Nachverhalten der Angeklagten", sagte Annette Clement-Sternberger, Vertreterin der Nebenkläger. Und wer nach einem so schweren Unfall ohne Führerschein unterwegs sei, zeige eindeutig keine Reue. Außerdem hätten die Angehörigen aller Opfer bis heute keine Entschuldigung gehört. Die kam von Sören L. erst in der letzten Minute der Verhandlung in Borna. Ob sein Verteidiger Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird, steht noch nicht fest.

Julia Tonne

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