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Markkleeberg Seehäusler haben in Störmthal Spuren hinterlassen
Region Markkleeberg Seehäusler haben in Störmthal Spuren hinterlassen
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07:00 20.12.2017
Fast sieben Jahre war das Seehaus Störmthal für insgesamt 30 junge Straftäter die Alternative zum Gefängnis. Im Frühjahr ziehen die Bewohner ins neue Domizil an den Hainer See. Quelle: André Kempner
Grosspösna

Zur „Weihnachtsratssitzung“ begrüßte Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) ihre Gemeinderäte ausnahmsweise nicht in ihrem Amtssitz, sondern im Seehaus, dem ehemaligen Lutherstift Störmthal. Seit 2011 leben und arbeiten hier jugendliche Strafgefangene unter der Obhut des Trägervereins in einer freien Form.

Heftige Gegenreaktionen der Bürger wandelten sich im Laufe der Jahre über die Duldung zur Zustimmung. Und nun zum Bedauern, denn im nächsten Jahr zieht das Seehaus an den Hainer See. Im Februar/März soll der Umzug stattfinden, die offizielle Einweihung ist für den 3. Juni geplant. Am Hainer See sind die Wogen noch längst nicht geglättet. Doch derzeit sei es still am See und man werde einen lokalen Beirat bilden, um die Menschen mitzunehmen, sagte Michael Bartsch, einer der Leiter im Seehaus.

Er ließ die Zeit im Seehaus, eine lange Interimslösung mit immer wieder verlängerten Nutzungsgenehmigungen, Revue passieren. Über die Jahre hätten die Jugendlichen in vielen Stunden gemeinnütziger Arbeit ihre Spuren im Ort hinterlassen und Sichtbares geschaffen, hölzerne Bänke aufgestellt, ein Schwanenhaus gebaut und eine Bushaltestelle saniert. Auch neue Spielgeräte wie Nestschaukel und Klettergerüst, Reparaturen und Verschönerungen in der Kita Knirpsenland zeugen vom Einsatz. Bartsch hob das Engagement von Kita-Leiterin Margit Helas hervor. „Von Anfang an haben uns nicht nur die Gemeinderäte gegen viele Widerstände unterstützt, auch eine zarte Frau hat breite Schultern gezeigt“, schmunzelte er. Die Kinder wanderten sogar regelmäßig zum Seehaus, um ihren Gemüsegarten zu versorgen.

Zur Wahrnehmung im Ort gehöre auch das morgendliche Joggen. Wenn die Jungs sich zwischen 5.45 und 6.15 Uhr zum Frühsport treffen, im Winter mit Stirnlampen ausgerüstet, sehen sie die Störmthaler auf dem Weg zur Arbeit. Aus den nicht so gut besuchten „Tagen der offenen Tür“ mit Gottesdiensten entwickelten sich die Seehaus-Cafés mit einer tollen Resonanz. „Es hat sich als Erfolgskonzept herausgestellt, mit illustren Gästen zu Infos, Spiel und Spaß unter blühenden Kirschbäumen zusammenzusitzen“, so Bartsch. Das letzte Café im September galt als Dankeschön zum Abschied.

Die Gemeinderäte interessierten sich besonders für den Werdegang der Jugendlichen. Dass von rund 30 Straftätern, die ins Seehaus ziehen durften, etwa ein Drittel freiwillig in den Knast zurückgegangen ist, erstaunte. Der Leiter erklärte das mit dem geordneten und stressigen Tagesablauf. Der sei komplett durchstrukturiert und damit eine ungewohnte Herausforderung. Die Rückführung bedeute, den Weg des geringeren Widerstands zu wählen. Die Freude sei groß, wenn die Jugendlichen nach Schulabschluss und Ausbildung die Karriereleiter emporklettern. „Wir schätzen den Kontakt zu den Ehemaligen. Sie dürfen uns gerne besuchen, dann können wir schauen, wie es ihnen geht und möglicherweise nachjustieren“, betonte Bartsch.

Von Gislinde Redepenning

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