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Markkleeberg So schlecht geht es Leipzigs Fließgewässern
Region Markkleeberg So schlecht geht es Leipzigs Fließgewässern
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15:53 24.11.2019
Die nördliche Rietzschke gehört in Leipzig zu dem knapp 200 Kilometer langen Gewässernetz zweiter Ordnung. Das Rathaus setzt sich dafür ein, im Großraum Leipzig die Pflege dieser kleinen Gewässer zu verbessern, um deren ökologische Qualität anzuheben. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Um die Fließgewässer in und um Leipzig steht es nicht zum Besten. Gemessen an der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der Europäischen Union (EU) sind sie in einem schlechten oder allenfalls in einem unbefriedigenden Zustand. Dabei müssten sie laut EU schon seit 2015 in einem „guten“ Zustand sein. Auf der jüngsten Stadt-Umland-Konferenz desGrünen Ringes Leipzig diskutiertenFachleute Vorschlägezur Verbesserung.

Sachsen bundesweit hinten

Die Leipziger Gewässerqualität überrascht keinen. Schließlich haben nur drei Prozent aller Fließgewässer in Sachsen laut Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) einen guten ökologischen Zustand erreicht – und die befinden sich alle im Mittelgebirge. Sachsen liege bundesweit im hinteren Drittel, sei aber immerhin etwas besser als Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, so das LfULG.

Je roter, je schlimmer: So bewertet der Freistaat vor den Augen der Wasserrahmenrichtlinie die Qualität der Fließgewässer in und um Leipzig. Quelle: LfULG Sachsen

Wehre, Nährstoffeinträge, Pflanzenschutzmittel und Einträge von Stoffen wie Cadmium, Arsen, Kupfer oder Zink belasten landesweit die Fließgewässer. Im Raum Leipzig seien es vor allem große Mengen von Eisenhydroxid aus den früheren Tagebaukippen, die die Grenzwerte überschritten, erklärt Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Dieses Problem sei noch lange nicht gelöst.

Pleiße bringt Eisenfracht

Vor ein paar Jahren wurde diskutiert, die stark belastete Pleiße durch den Kahnsdorfer Seezu leiten, um dort die Eisenfracht abzulasten. Wie erwartet,liefen Anwohner dagegen Sturm. Aktuell wird eine gänzliche Umverlegung der Pleiße aus dem Kippenbereich heraus von den Tagebausanierern der LMBV geprüft.

Rund hundert Jahre sei noch mit den Eisenauswaschungen zu rechnen, sagen Fachleute. Es könne daher sein, dass wegen dieser Eisenschlamm-Einträge nie ein guter Gewässerzustand im Raum Leipzig erreicht werden kann, meint Rosenthal. Aber das sei kein Grund, sich zurückzulehnen und nicht woanders alles zu versuchen.

Renaturierung erhöht Qualität

So könne bei einer guten Gewässerbewirtschaftung gerade der Fließgewässer zweiter Ordnung noch viel für deren Qualität erreicht werden. Bei der Tagung erklärten mehrere Behördenvertreter und Praktiker, wie aus unscheinbaren kleinen Bächen ohne viel Leben durch eine Renaturierung ökologisch hochwertige Gewässer werden können. Dazu brauche es jedoch mehr professionelles Personal, Geld und eine abgestimmte Strategie der Bewirtschaftung.

In Sachsen-Anhalt etwa seien Gewässerunterhaltungsverbände der anliegenden Kommunen inzwischen Pflicht geworden, so Rosenthal. „Und das Land fördert dort die nötigen Investitionen zu einhundert Prozent“. Leipzig habe im laufenden Jahr zwar immerhin Geld aus Dresden für die Bewirtschaftung der Gewässer erhalten. Aber diese 108 000 Euro genügten gerade mal für anderthalb Stellen. Hintergrund: Leipzig selbst verfügt über 184,5 Kilometer Gewässer zweiter Ordnung, von denen aktuell noch 20,5 Kilometer verrohrt sind.

Teichsanierungsprogramm in Arbeit

Die Weichen für ein gezieltes Arbeiten würden in Leipzig gerade gestellt, so Rosenthal. Auf Antrag der SPD erstelle das Rathaus eine Wasserkonzeption speziell für den Nordraum. Ein Hochwasserschutzkonzept für die kleinen Fließgewässer gebe es bereits, an einem Teichsanierungsprogramm werde gerade gearbeitet. Daraus ließen sich jeweils die Prioritäten des Handelns ableiten.

„Bei den Teichen werden wir zum Beispiel wieder mehr mit eigenen Leuten arbeiten“, erklärt der Bürgermeister eines seiner Ziele. Statt der früheren Bauhöfe könne es dafür ja eine Art Wasserhof geben. Die für ihn wichtigste Forderung bleibe jedoch die nach den Pflichtverbänden für den Gewässerunterhalt.

Von Jörg ter Vehn

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