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Markkleeberg Statt „Wenderuine“ nun Warteliste: Neue Mieter bringen Schwung in Trigaleria
Region Markkleeberg Statt „Wenderuine“ nun Warteliste: Neue Mieter bringen Schwung in Trigaleria
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12:31 29.01.2018
Mehr als ein Einkaufszentrum: Läden, Wohnungen und Pflegeheim haben aus der Trigaleria in Markkleeberg-Ost ein Ortsteilzentrum gemacht. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Wohnungen und Gewerberäume im Leipziger Speckgürtel sind gefragter denn je. Ein Beispiel ist die Trigaleria in Markkleeberg-Ost. Vor zwei Jahren standen in dem knapp 4000 Quadratmeter großen Einkaufszentrum an der Endstelle der Straßenbahnlinie 11 noch mehrere Geschäfte leer. Inzwischen haben neue Mieter wieder Schwung reingebracht.

„Eigentlich haben wir gar keine freien Gewerberäume mehr. Die Tanzeria will sich erweitern. Dann ist auch die ehemalige Schlecker-Filiale belegt“, freut sich Oliver Hirt. Seit 2001 ist er gemeinsam mit Franz Rembold Eigentümer der Trigaleria. Sie bauten die „Wenderuine“ um, schafften elf Ladengeschäfte und 52 Wohnungen. 2015/16 hätten sie zwei großen Mietern kündigen müssen. „Im Café Dünkel stimmte die Qualität nicht mehr und das Blumengeschäft wurde immer mehr zur Gärtnerei. Das gefiel uns nicht“, erklärt Hirt die damalige Situation. Ganz hinten klaffte seit der Schlecker-Pleite im Sommer 2012 schon länger ein Loch.

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Den Geschmack getroffen: Diana Müller in ihrem Eiscafe Mario Gelato in der Trigaleria. Quelle: Kempner

Mit dem Einzug der Tanzeria im November 2016 kam neues Leben in die Trigaleria. „Die Tanzschule hat sehr gut eingeschlagen. Das Ambiente a la Clärchens Ballhaus mit Kronleuchtern kommt bei den Leuten an. Die Nachfrage ist riesig. In dem Ballsaal gibt es jetzt zahlreiche Events“, erzählt Hirt. Nach gut anderthalb Jahren wolle sich die Tanzeria daher flächenmäßig verdoppeln. Mit dem alten Schlecker-Laden stehe das passende Objekt bereit.

Den Geschmack der Kundschaft trifft seit Februar 2017 auch das Eiscafé „Mario Gelato“. Diana und Mario Müller, ein Unternehmerehepaar aus Markkleeberg, haben aus dem bieder verstaubten Café Dünkel einen trendigen Eisladen gemacht. 80 Sorten hausgemachtes Eis, Kaffeespezialitäten, Torten und Kuchen kommen bei kleinen und großen Gästen an. „Wir hatten schon nach wenigen Monaten ein Stammpublikum“, strahlt die 42-Jährige. Inzwischen richtet sie mit ihren sechs Mitarbeitern Kindergeburtstage, Schulanfänge, Familienfeiern und - ob des benachbarten Auenfriedhofs - selbst Trauerfeiern aus. „Wir haben alles richtig gemacht, sind hier super zufrieden“, schwärmt die junge Frau.

Zu ihren Kunden gehören auch die Mieter der 52 Wohnungen. Alle seien vermietet und ständig nachgefragt. „Wir haben schon eine lange Warteliste“, verrät Hirt. Viele junge Familien, die am nahen Markkleeberger See oder auf der Goldenen Höhe gebaut haben, wollten ihre Eltern und Großeltern in der Trigaleria unterbringen. Dank des Pflegeheims im Haus bestehe auch die Möglichkeit des betreuten Wohnens. „Unsere Mieter haben alles vor der Haustür: Konsum, Fleischer, Apotheke, Friseur, Sparkasse, drei Ärzte, eine Physiotherapie, Wellness und Fußpflege und sogar eine Hebammenpraxis“, zählt Hirt auf. Insgesamt 17 Gewerbetreibende böten im Grunde alles fürs tägliche Leben an. Zum Paket gehöre natürlich auch die 100 Meter entfernte Straßenbahnhaltestelle.

Eigentümer Hirt sieht in der Trigaleria längst nicht mehr nur ein Einkaufszentrum. „Das ist ein richtig schönes Ortsteilzentrum geworden“, sagt er stolz. Dazu tragen auch die neu etablierten Events bei. Der Streetfood-Markt im Sommer 2017 lockte fast 8000 Leute an. „Das war gigantisch. Die Händler waren ganz schnell ausverkauft“, erinnert sich Hirt. Dieses Jahr im Juni oder Juli soll es die zweite Auflage geben. Klein aber fein war der Nikolausmarkt im Dezember. Auch das eine feste Größe in der Trigaleria.

Von Ulrike Witt