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Markkleeberg Tellschütz erinnert an Kirchenbrand vom 10. Januar 2015
Region Markkleeberg Tellschütz erinnert an Kirchenbrand vom 10. Januar 2015
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16:41 11.01.2016
Pfarrerin Barbara Hüneburg hält die Andacht zum ersten Jahrestages des Kirchenbrandes. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Mit Original-Glockengeläut vom Band begann am Sonntag die Andacht zum ersten Jahrestag des Kirchenbrandes in Tellschütz. Über 50 Bewohner des Zwenkauer Ortsteils und Gäste, darunter Bürgermeister Holger Schulz, trafen sich am Nachmittag in der eingerüsteten Ruine um an die Katastrophe vom 10. Januar 2015 zu erinnern.

„Unsere Sprach- und Fassungslosigkeit waren vor einem Jahr angesichts der Zerstörung unserer Kirche unermesslich groß. Die Wunde ist bis heute ein Teil von uns. Aber wir haben auch Gutes erfahren: Anteilnahme, achtsame Worte und Spenden. Wie wichtig das alles ist, um Kraft für den Wiederaufbau zu schöpfen, habe ich so zum ersten Mal erlebt“, erklärte Pfarrerin Barbara Hüneburg.

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Sie dankte dem Kirchenvorstand, der evangelischen Kirche und den Planern für ihre Unterstützung, und der Feuerwehr, die zumindest ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude in der Sturmnacht hatte verhindern können. Bürgermeister Schulz erinnerte Hüneburg daran, dass der Wiederaufbau nur Sinn macht, wenn die Löschsituation in Tellschütz endlich verbessert wird. Beim Neujahrsempfang hatte der Rathauschef verkündet, dass die Mittel für zwei Löschbrunnen in den Haushalt 2016 eingestellt werden sollen.

„Unser Ziel ist es, dass die Kirche in ihrer historischen Fassung wieder ersteht – innen und außen“, gab Kirchenvorstand Sandro Berthold Einblick in die Planungen für den Wiederaufbau. So weit möglich sollen moderne Anforderungen an Brandschutz und Sicherheit berücksichtigt, die Aufgänge im Turm verbreitert, der neuen Orgel mehr Raum geboten werden. Die große Glocke von 1478, die als einziges Ausstattungsstück von der 500 Jahre alten Dorfkirche übrig geblieben aber nicht mehr funktionstüchtig ist, soll einen Ehrenplatz bekommen.

Wann die neue Kirche geweiht werden kann, ist noch offen. Im Frühjahr soll der Bauantrag gestellt werden, spätestens im Herbst Baustart sein. „Ich wäre hochzufrieden, wenn am 10. Januar 2017 das Dach drauf ist“, verriet Berthold. Dass am Sonntag, anders als vor einem Jahr, die Sonne lachte, werteten die Tellschützer als Zeichen der Hoffnung.

Von Ulrike Witt